Bad Krozingen in alten Ansichten Band 1

Bad Krozingen in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Peter Krusche
Gemeinde
:   Bad Krozingen
Bundesland
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5716-2
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Krozingen in alten Ansichten Band 1'

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49. Das Foto zeigt die Bau-Schlosserei Alfred Werber im Jahre 1912. Alfred Werber (senior) war als wandernder Handwerksgeselle nach Krozingen gekommen. Das Anwesen und die Werkstatt hatte er von Josef Geng erworben. Vor dem Haus in der Kirchstraße, von links: Berta Hauser, als Kind (mit Schürze) Alfred Werber (junior), Theresia Werber und der Schlossermeister Alfred Werber (senior). Etwa zwei Jahre nach dieser Fotoaufnahme begann mit der Mobilmachung am 1. August 1914 der Erste Weltkrieg. Alfred Werber (senior) wurde sofort zu den Soldaten eingezogen und kam erst 1918 wieder nach Krozingen zurück. Die Familie Werber hatte zwei Kinder: den Sohn Alfred (junior) und die Tochter Maria. Maria wurde genau vier Tage nach Kriegsbeginn geboren, als der Vater schon eingezogen war.

50. Ein Bliek auf die Hauptstraße im Jahre 1910. Im Hintergrund steht die katholische Pfarrkirche St. Alban, links im Bild die Giebelwand des Josefshauses. Rechts sieht man die Einmündung der heutigen Belchenstraße. Hinter dem Mast im Vordergrund rechts: das Doppelhaus Schweizer/Motsch mit dem Geschäft des Schuhmachermeisters Josef Motseh, das später von seinem Sohn Franz Motsch weitergeführt wurde. Dessen Sohn wurde Realschullehrer. Auf der Straße spielen Kinder. Links schiebt eine Frau einen Kinderwagen ('Kinderchaise'). Ganz rechts vor dem Schuhgeschäft stehen zwei kleine Mädchen in langen Kleidern.

51. Die Hauptstraße 1919: links steht das Gasthaus 'Zum Löwen' des Metzgermeisters Eduard Eckerle, dahinter in Richtung Kirche der Laden des Friseurs Weippert und das Fahrradgeschäft von Pius Pfefferle. Einer alten Anzeige entnehmen wir, daß der Friseurladen 'wochentags von 112-8 Uhr früh bis 112-8 Uhr abends geöffnet' war. Links folgt der Gasthof 'Sonne' der Familie Eberle. Rechts sieht man das Litschgi-Haus, Dahinter erkennt man die Metzgerei Geng, den 'Schlegel-Bäck' und das 'Rössle'. Johannes Litschgi (senior) aus Gressoney im Aostatal war der Käufer und Erbauer (1687-1701) des Hauses. Die Telefonmasten entlang der Straße sind Kennzeichen der neuen Technik. Im Kontrast hierzu treibt ein Bauer seine Kuh ungehindert die Hauptstraße entlang.

52. Das Foto zeigt den Laden von Pius Pfefferle in der Hauptstraße kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Das Fahrradgeschäft und Nähmaschinenlager war im Jahre 1909 gegründet worden. Die Familie PfefferIe stammte aus dem Münstertal. Vor der Tür stehen, von links, der Eigentümer Pius Pfefferle, sein Bruder Karl Pfefferle, der spätere Ratsschreiber, und vor dem Fenster die Mutter Albertine Pfefferle (geborene Böhler). In der Werkstatt im Hof gab es 'Benzin und Oei für das Auto'. Links an der Hauswand hing ein Plakat der Firma Anker. Im Auslagefenster neben der Eingangstür war eine Kollektion von Fahrradlampen ausgestellt. Auf dem zweiten Hausgiebel rechts im Bild (Brauerei Zeiler) sieht man ein Storehennest, damals keine Seltenheit in Krozingen.

53. Fasnet im Jahre 1925 am Lammplatz - vor dem Haus Wehrle. Die stolzen 'Eisenbahner' haben das Automobil des Warenhändlers und Tapezierers Hans Ranft aus der Naglergasse zu einer Straßenbahn umgebaut. Ranft war Malermeister und fahrender Händler. Er verkaufte damit den Bauern Öle, Lampen und Iandwirtschaftliche Gebrauchswaren und war deshalb oft unterwegs. Ziel der Bahn ist der Marktplatz (Lammplatz). Das Gefährt sieht etwas abenteuerlich aus, aber das stört die Herren in Bahnuniform nicht. Von links: der 'Kassierer' Otto Stoffel (Uhrmacher), Rudolf Schieß, Alfred Spahr (im Frack, Skifabrikant), Heinrich Schütz (Maler), dahinter Hans Wehrle. Ganz rechts sieht man Hermann Roeder.

54. Der Bliek von der Treppe der alten Krozinger Schule zeigt die katholische Pfarrkirche St. AJban im Jahre 1925. Links sieht man die Lehrerwohnungen, rechts das alte Rathaus. Die St.-Alban-Kirche wurde erstmals im Jahre 1144 erwähnt. Der heutige Kirchenbau entstand in seinen Grundzügen nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Die auf dem Bild noch nicht vorhandenen Seitenschiffe wurden erst 1932 angebaut. Der erste 'großherzogliche Pfarrer' war Konstantin Lumpp (1810-1835). Sein Grabstein ist an der AuBenwand der Kirche eingelassen. Von 1904 bis 1920versah Pfarrer Schappacher das Priesteramt. Nach Pfarrer Sättele (1920) lenkte Pfarrer Josef Vomstein von 1920 bis 1950 die Geschicke der Kirchengemeinde. Er war ein hochgeachteter Mann mit festen Grundsätzen.

55. Der Umbau der katholischen Pfarrkirche wurde im Jahre 1932 von den Bauunternehmern Eduard Steinbrunner und Florian Rihm durchgeführt. Links und rechts wurden zwei Seitenschiffe angebaut. Im Bild sieht man, daß die alten Außenmauern bereits abgebrochen sind. Die Decke ist mit Ho1zstämmen abgestützt. Alle für den Neubau erforderlichen Betonsäulen wurden mit Flaschenzügen aufgerichtet und dann befestigt. Die Arbeiten für den Rohbau dauerten ein halbes Jahr, der gesamte Umbau etwa achtzehn Monate. Im Vordergrund, von links nach rechts: Florian Rihm, Eduard Steinbrunner, sitzend Hermann Steinbrunner und dahinter auf einer Säule, die an einem Flaschenzug hängt, die Söhne Eduards: Richard und Ernst Steinbrunner. Oben auf dem Gerüst stehen einige der Arbeiter, die am Bau beschäftigt waren.

56. Dieser Reisebus, mit Fritz Rudolph am Steuer, gehörte der Autovermietung Rudolph. Wir sehen eine Reisegesellschaft: die Damen im Wagen, die Herren davor, von links: 1. der 'lange' F1emming, 2. Heinrich Schütz, 3. Alfons Kind, 4. Fritz Hosp. Rudolph war 1926 mit der Bohrfirma Brechtel nach Krozingen gekommen und in Krozingen seßhaft geworden. Er heiratete 1931 Frieda Ruch, deren Bruder Willi beim Bohrteam gearbeitet hatte. Der Sohn Alfred leitet heute das zum Erdbewegungsbetrieb gewandelte Unternehmen. Die Werbung der Firma von 1928 besagt: 'Autovermietung F. Rudolph, Telefon 265, Thermalbad Krozingen, Heilquelle 40 Grad Celsius, Höhen-, Fern- und Auslandsfahrten, Klein- und Gesellschaftswagen (neuzeitliches Rollverdeck). Äußerst billige Preise. Gesellschaften besondere Preisermäßigung.'

57. Eine Gruppe von Krozinger Eisenbahnern steht vor dem Eingang zum alten Bahnhof. Das Bild stammt aus den dreißiger Jahren. Vor der Tür stehen, von links nach rechts: Hadercr, Josef Gassenschmidt, Alois Hauser, unbekannt, Josef Albert ('Klaus-Sepp') und Max Seng, der 'zweite Mann am Bahnhof. Von Max hieß es, daß er einen ganzen Krozinger Schwartenmagen auf einmal aufessen konnte. Josef Gassenschmidt (hier mit Fahrrad) war zunächst Postbote gewesen; anschließend war er dann in den Dienst der Bahn getreten. Zusammen mit dem Stellwerkmeister Franz Eberle (nicht im Bild) war er im Stellwerk beschäftigt.

58. Das Gasthaus 'Zum Löwen' zählt zu den ältesten Krozinger Gebäuden. Es wurde 1640 erbaut. Unterirdische Gänge verbanden es mit dem Litschgihaus, dem Schloß und dem Lammplatz. Im Jahre 1900 ist der 'Löwen' von dem Metzgermeister Eduard Eckerle, der seine Metzgerei in Krozingen betrieb, erworben und ausgebaut worden. 1940 übernahm der Sohn Eduard Eckerle den Betrieb, der später vom Schwiegersohn Eberhard Winkelhaus weitergeführt wurde. Die Karte von 1936 gibt eine gute Gesamtschau über die eindrucksvolle Anlage. Auf der Rückseite steht: 'Gasthaus-Pension Löwen, Saal, Nebenzimmer u. Garten, gut eingerichtete Fremdenzimmer, vorzügl. Küche, prima selbstgezogene Weine, ff. Biere.' Links im Bild ruhen sich die Kurgäste irn Garten auf Liegestühlen aus.

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