Bad Krozingen in alten Ansichten Band 1

Bad Krozingen in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Peter Krusche
Gemeinde
:   Bad Krozingen
Bundesland
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5716-2
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Krozingen in alten Ansichten Band 1'

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59. Diese Ansicht von 1935 zeigt das St.-Theresien- und das Albertushaus. Das Theresienhaus (links) war damals das ganze Jahr über geöffnet und wurde von den Hl.-Kreuz-Schwestern von Hegne betrieben. Die Gäste hatten 'nur zwei Minuten zum Bad', wie auf der Postkarte mitgeteilt wird. Das Haus ist Ende der zwanziger Jahre von dem Architekten Schlatterer erbaut worden. Das Albertushaus hatte man 1936 errichtet. Im Jahre 1952 wurde nach Urn- und Neubau das Kursanatorium St.-Theresien-Bad eröffnet. Heute ist hier die Theresienklinik. Interessant, wie die Hand des Künstlers die Staufener Burg und den Belchen in so werbewirksame 'Nähe' rückt, Bis vor dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Gäste aus der Schweiz. Der Poststempel besagt: 'Bad Krozingen heilt - Herz - Nerven - Rheuma.'

60. Die Rückseite der Karte, die Besitzer Fritz Bleile werbewirksam drucken ließ, besagt: 'Hotel Rössle, Bad Krozingen in Baden, Telefon 208. Erstes Haus am Platze. Sämtliche Zimmer mit fließendem kalten und warmen Wasser. Ein Besuch und Sie bleiben mein Gast. Freie Fahrt vom und zum Bad.' Der Poststempel trägt das Datum des 30. Juli 1938. Das 'Rössle' hatte eine herrlich gestaltereTerrasse. Im Sinne des Reklame wurde die Terrasse vom Zeichner vergrößert dargestellt. Es scheint, als wäre der 'Schwarzwald gleich hinter dem Haus'. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg gab es im 'Rössle' oft Konzerte auswärtiger Orchester. Der alte 'Rösslewirt' und später auch sein Sohn waren Gastwirte alter Schule. Die eintretenden Gäste wurden per Handschlag begrüßt und ebensobeim Verlassen der Gaststätte verabschiedet.

61. Das am Ortsausgang Richtung Heitersheim gelegene Josefshaus hat eine wechselhafte Geschichte. Seit den Zeiten der Litschgis bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war in dem damaligen Gasthaus 'Zum Ochsen' die ReichspoststeIle. Diese Funktion wechselte um 1811 bei der Zusammenlegung der Badischen- und Reichspost in das Hauser-Anwesen. Das Wirtshaus 'Zum Ochsen' gab es bis zum Jahre 1870. Von 1870 bis 1873 befand sich in dem Gebäude eine private Mädchenschule. In den Jahren 1874 bis 1889 war das St.-JosefsHaus Gemeindespital. Auf Grund einer Stiftung der Freifrau Franziska von Roggenbach ging das Anwesen im Jahre 1890 in Gemeindebesitz über. Im Jahre 1923 wurde es zum Kur- und Fremdenheim erweitert. Diesen Zustand zeigt die Zeichnung. Das Gebäude unmittelbar an der Straße diente als Altenheim.

62. Fasnetsumzug im Jahre 1939. August Schieß führt als Gruppe Nr. 1 einen Spielmannszug. Die jungen Musikanten, die in der Litschgistraße vor dem Krozinger Möbelhaus der Familie Schacher Aufstellung genommen haben, sind, von links: 1. Reihe: Alex Wehrle, Hans Albietz, unbekannt, Peter Braun, Herbert Heitz, Richard Steinbrunner, Walter Albert und August Schieß. 2. Reihe: Rolf Kastner, Herbert Schieß, Ernst Steinbrunner, Klaus Mohr, Hermann Wehrle, Ernst Striegel und Helmut Albiez. August Schieß war ein 'Vollblut-Musiker'. Wie wir sehen, konnte der temperamentvolle Mann nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder für die Musik begeistern.

63. Die Pension Hindenburg an der Ecke Staufenerl Kirchhofener Straße. Vor dem Bau des Anwesens war hier das Sägewerk der Firma Bennitz. Nach einem Brand in den zwanziger Jahren erwarb der Architekt Carl Röder das Grundstück. Nur das Haus rechts vorne (Hotel-Pension Steinle) blieb im Besitz der Bennitz. Das 'Haus Röder', im Stil der Jahrhundertwende gebaut, war Gästepension. Das 'Hindenburg' wurde 1924-1928 als Wohnhaus erstellt. Den Namen erhielt es, weil Röder unter Hindenburg gedient hatte. Auch die Staufener Straße hieß zeitweilig Hindenburgstraße. An der Stirnseite des 'Hindenburg' war zu lesen: 'Im papierenen Zeitalter ward ich begonnen -leh ruhte als Millionen u. Milliarden zerronnen - Und tat dann zur Vollendung hinken - Als eine Billion tat in einer Rentenmark versinken.'

64. Die Möbel- und Bauschreinerei Wilhelm Schacher war am Ortsausgang in Richtung Staufen gelegen. Das Bild aus dem Jahre 1925 zeigt den Schreinermeister Wilhelm Schacher, seine Frau Maria und seine Tochter Elisabeth. Der Sohn Helmut war noch nicht geboren. Man sieht im Hintergrund das Werkstattgebäude, das zugleich Wohnhaus für die Familie war. Im Hof lagern vor dem Schuppen große Holzstapel. Die aufstrebende Firma hatte 1919 in Offnadingen begonnen und war 1921 nach Krozingen gekommen. Eine Tafel vor dem Haus besagte unter anderem: 'Lager fertiger Möbel, komplette Zimmer Wohn-, Herren-, Speise-, Schlafzimmer, Kücheneinrichtungen, Verkauf einzelner Möbel'. Neben der Werkstatt befand sich seit 1923 einen eigener Maschinenraum. Im Jahre 1928 wurde zusätzlich noch ein Möbelausstellungshaus, völlig aus Holz, erbaut.

65. Die Krozinger Kunstmühle wurde im Jahr 1929 ein Opfer der Flammen. Augenzeugen berichteten, daß der Brand gegen zwei Uhr nachts ausbrach und das Fachwerkgebäude vollständig vernichtete. Die gelagerten Frucht- und Mehlsäcke 'explodierten wie Feuerwerkskörper'. Links irn Bild sieht man einige Männer der Krozinger Freiwilligen Feuerwehr bei Löscharbeiten. Der Strahl des Löschwassers ist gut zu erkennen. Die Feuerwehr wurde damals von dem Kommandanten Franz Lauber geführt. Auf den Grundstücken hinter dem heutigen Café Mohrenköpfle standen im Laufe der Jahre verschiedene Mühlenwerke: die Herrenmühle (G. Stigler), die Kunstmühle (Emmerich), die untere Braunmühle, die Schäfermühle. Die andere Krozinger Mühlen waren: die Dannermühle, die Steinlernühle, die obere Braunmühle und die Biegmühle.

66. Am 8. August 1935 brannte das Wohnhaus des Altbürgermeisters und Seifensieders Franz Lauber in der Hofstraße lichterloh. Nachmittags um etwa drei Uhr wurde die Feuerwehr unter dem Kommandanten (1932-1953) und Adlerwirt Emil Mutterer alarmiert. Die Löschfahrzeuge wurden damals noch von Pferden gezogen. Die Zugpferde für die Feuerwehr stellte der 'Rösslewirt' Fritz BleiIe. Bei der Bereitstellung von Zugpferden war er im ständigen Wettbewerb mit dem 'Steinlemüller'. Viele Nachbarn kamen zur Hilfe und begarmen Gegenstände aus dem Haus zu tragen. Auf dem Bild rechts sehen wir Erhard, den Kassenverwalter der Kreditbank, der zwei Kartons mit Wertsachen rettet. Links neben ihm steht Maria Werber, die ganz in der Nähe wohnte. Das Firmenschild am Hause Lauber besagte: 'Seifen, Seifenpulver Fabrik - Inh. Franz Lauber.'

67. Die Aufnahme zeigt die Holzhauer der Gemeinde im Krozinger Wald (auf der Gemarkung Staufen) beim HolzfäJlen. Das Bild entstand im Jahre 1929. Nach getaner Arbeit stellten sie sich mit ihrem Werkzeug dem Fotografen. Von links hintere Reihe: Franz Heckle, Karl Bleiie, J ohann Bleile (Waldhüter), August Morath, Adolf Bleile und Alban Lamb. Vordere Reihe: Georg HeckJe und Eugen Bleiie. Heute wie damals umfaßte der 'alte' Krozinger Gemeindewald eine Fläche von 91 Hektarn. Diese Fläche erhöhte sichdurch Eingemeindungen und Aufforstungen auf rund 300 Hektar Hochwald. Damit zählt die moderne Gemeinde Bad Krozingen zu den 'Waldgemeinden'.

68. Eine Gruppe junger Krozinger Frauen läßt sich im Jahre 1931 in der traditionellen Markgräfler Tracht fotografieren; ein schöner Anblick. Zur Tracht gehörten Häubchen, Kopfschleife, Schultertuch Bluse und knöchellanger Rock. Die verheirateten Frauen trugen dunkle Farben, die unverheirateten Mädchen bunte Stoffe. Diese Tracht wurde in Krozingen (im Breisgau) nur gelegentlich getragen. Die jungen Damen stehen vor dem alten Ökonomiegebäude des Schlosses, von links nach rechts: Friedel Stoffel, Maria Werber, Friedel Schweizer, Maria Pfefferle, Melina Pfefferle, Frieda Singler, Elisabeth Fessler, Bertl Ernst, Berd Schlegel und Maria Schütz.

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