Bad Reichenhall in alten Ansichten

Bad Reichenhall in alten Ansichten

Autor
:   Fritz Hofmann
Gemeinde
:   Bad Reichenhall
Bundesland
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2481-2
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Reichenhall in alten Ansichten'

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9. Mit 'Triften' bezeichnet man das Schwemmen von Baumstämmen im losen Zustand auf Bächen und Flüssen. Die Saline Reichenhall, deren einziger Brennstoff für Tausende von Jahren das Holz war, benötigte bis zu hunderttausend Kubikmetern Holz pro Jahr, das auf der Saaiach von den Waldgebieten nach Reichenhall getriftet wurde. Für diese Art des Holztransportes waren in Bad Reichenhall umfangreiche Triftanlagen vorhanden. Das Bild zeigt uns im Vordergrund die Saaiach mit dem Haupttriftrechen und einer Schleuse, dahinter rechts im Bild die Häuser an der Berchtesgadener Straße. Links hinter dem Schleusenbau sehen wir den Bahnhof Kirchberg, rechts davon die beiden Villen Mack, Im Hintergrund links sind die Reste der Stadtmauer und des Pulverturms zu erkennen.

10. Vor dem Triftrechen zweigte am linksseitigen Ufer der Saaiach ein Bach ab, an dem die im Bild dargestellte Prechtlmüh1e stand. Schon zu Großvaters Zeiten waren Bäche offenbar beliebte, aber gefährliche Spielplätze für Kinder.

11. Die Hirschenmühle lag ebenfalls am gleichen Bach, alles längst vergessene Romantik.

12. An diesem Mühlbach, kurz vor seiner Einmündung in die Saalach, bei der heutigen Einmündung des Unterwasserkanals des Saalachkraftwerks, errichtete 1890 der HolzstoffFabrikant Fischer ein Elektrizitätswerk; der nächste Besitzer, Baier, erweiterte es durch einen Dampfkessel. Im Jahre 1898 erwarb die Stadt das Elektrizitätswerk. Mit dem Bau des Saalachkraftwerks durch die Reichsbahn 1914 wurde dieses E-Werk aufgelassen.

13. Vom Haupttriftrechen (Bild 9) zweigte der Haupttriftkanal ab. Auf dem Bild sehen wir den Haupttriftkanal und im Hintergrund den Turm der Pfarrkirche St. Nikolaus.

14. Auf diesem Bild sehen wir noch einmal den HaupttriftkanaJ. Auf der linken Seite sind die Schleusenanlagen zu erkennen, die zur Regulierung der Wassermenge und zum Ablassen der Sand- und Geröllmassen dienten. Das Holz gelangte von hier aus auf die Holzhöfe, von denen uns heute noch die Namen Spitzgrund, Hammergrund und Fürschlacht erhalten sind. Im Hintergrund sehen wir die beiden Hausberge Reichenhalls, links der Zwiesel mit 1782 Metern und rechts der Hochstaufen mit 1771 Metern. Auf der rechten Seite des Kanals sehen wir noch das Forstaufseherhaus. Heute verläuft über den aufgefüllten Kanal die Loferer Straße.

15. Beim Forstamtsgebäude zweigte ein Triftbach ab, auf dessen linken Seite die alte Kuf'ersäge, die spätere Forstamtsäge, stand. Im Bild rechts sehen wir die alte 'Kötzingersäge', Später wurde hier die 'Gipsmühle' untergebracht, in der auch Vieh- und Düngersalz hergestellt wurde. Ein Teil dieses Gebäudes steht heute noch. Dort, wo der Triftbach einst floß, befindet sich heute der Triftmeisterweg. In der Kufersäge konnten unter anderem in zwölf Stunden achthundert Faßböden zirkelrund geschnitten werden, eine sehr beachtliche Leistung für das Jahr 1792. Diese Triftbäche waren ein 'Eldorado' für unsere Großväter. Zwischen den beiden Gebäuden sehen wir zwei Buben beim 'Fischen',

16. Vom Haupttriftrechen zweigte einst ein weiterer Bach ab, der am Tiroler Tor und der St. Nikolauskirche vorbeiflaß. Das Bild zeigt den Stadt- oder Weißgärberbach unterhalb der Abstreitermühle, der späteren Bäckerei Leiß. Die Brücke im Vordergrund stand früher dort, wo man heute über die Kammerbotenstraße in die Stadt einfährt. Im Hintergrund stehen das Backhaus und die Häuser der ehemaligen Kanalstraße beim Bürgerbräu. Links irn Bild sehen wir die alte Linde.

17. Die alte Linde, ein idealer Platz zum Ausruhen für den Wanderer. Um 1930 wurde hier noch der erste Altar für die Fronleichnamsprozession aufgestellt. Genau an dieser Stelle befindet sich heute der Reichenhaller 'Stachus' , ein Verkehrsknoten ersten Ranges, über den täglich Tausende von Autos fahren. Wer mit Wehmut an die gute alte Zeit zurückdenkt, dem sei gesagt, daß auf diesem Platz im Jahr 1515 die Bademagd Christina öffentlich verbrannt wurde. Die Magd hatte einer Nachbarin die Wohnung angezündet und damit einen verheerenden Brand verursacht, dem zweihundert Menschen und nahezu die gesamte Stadt zum Opfer fielen.

18. Zurück zum Weißgärberbach. Unterhalb vom Bürgerbräu stand einst das Mittertor, das 1893 abgebrochen wurde. Auf dem Foto sehen wir die Pferdeschwemme, links die Nepomukkapelle, die Einfahrt zum Wörgötterplatz und im Hintergrund die Spitze der Ägidikirche und den Untersberg. Über dem aufgeftillten Bachbett verläuft heute die Innsbrucker Straße.

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