Bad Salzuflen in alten Ansichten

Bad Salzuflen in alten Ansichten

Autor
:   Otto Pölert
Gemeinde
:   Bad Salzuflen
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2622-9
Seiten
:   120
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Salzuflen in alten Ansichten'

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Sc!)öncr Straßcn3u9 mit alten

79. Teil der Langen Straße, heute Fußgängerzone, Von rechts: Stellmacher August Blanke Nummer 43 (1910 mit Giebelfront im 'Konditorstil' umgebaut); Fellhandlung Sal. Obermeyer Nummer 41, Obermeyer, später Fischhalle Nummer 39, Mietfuhrunternehmen August Schäfer Nummer 37, Schuhmacher J. Sehring (Schwiegersohn Carl Kayser) Nummer 35, Fuhrmann und Landwirt August Reker Nummer 33. Auf der anderen Seite Haus und Veranda von Großkaufmann Wilhelm Bünemann, Destillation und Likörfabrik.

Gruss aus dem ~eslauranl von Emil Göllner, Salzufl~n

80. Die Gastwirtschaft 'Rauchfang' befindet sich in einem Hause, das im Laufe von dreihundert Jahren Bewohner von den verschiedensten Berufen gehabt hat: Leineweber, Bäcker, Schuster, Cantor, Glaser, Schneider und zuletzt einen Barbier. Dieser ließ sich wegen Rückenschmerzen eine Schankwirtschaft konzessionieren. Er mußte aber 1898 das Haus wieder verkaufen, und nun kam der Mechaniker Emil Göllner hierher, der in der Zeitung dem verehrten Publikum bekanntgab, er habe 'zum Amüsement seiner Gäste eine elektrische Klaviermaschine in seinem Etablissement aufgestellt'. Auch Billard, Klavier und Grammophon wurden durch Fensterreklame empfohlen.

81. In die Erkerfront des alten Gasthofes Schröder (heute Bonnerrnann) sind drei Steine mit Wappenreliefs eingelassen: links das große lippische Hauswappen mit zwei Rosen und zwei Sternen nebst Schwalben, rechts das Stadtwappen von Salzuf1en, in der Mitte ein Wappenbild, das auf den Namen Schröder hinweist und einen Arm mit geschwungener Sichel zeigt (schroden heißt schneiden). In dieser Gaststätte haben vornehme Gesellschaften verkehrt und sich wichtige Verträge abgeschlossen worden, zum Beispiel der Verkauf des Salzwerkes 1766.

Sonnlagsausflug ins Gestern: Salzufler Pferdebahn ...

82. In Salzuflen verkehrte eine Pferdebahn von 1909-1926. Sie schuf eine Verbindung zwischen dem Bahnhof und dem Kurpark, sollte also den mit der Bahn ankommenden Kurgästen die Erreichung ihres Zieles bequemer machen. Die einfache Strecke betrug 1,6 Kilometer, die Spurweite 1 Meter, und der Fahrpreis fünfzig Pfennig. Von 1912-1915 gab es noch ein Anschlußgleis nach Schötmar. Den dortigen Einwohnern sollte der Besuch von Kurgarten, Theater und Konzerten erleichtert werden; doch mußte dieser Betrieb wegen mangelhafter Inanspruchnahrne wieder eingestellt werden. Mit der Zunahme des Autoverkehrs nach dem Ersten Weltkrieg nahm die Benutzung der Pferdebahn mehr und mehr ab. Zu Pfingsten 1926 wurde der Betrieb stillgelegt.

Rote Kreuz Kaffee-Stube

83. Wo heute das Gebäude der Bundespost steht, lagen früher die großen Hofstätten Nummer 67 und 68. Die erstere gehörte dem Kramer Loofher, die zweite der reichen Familie Alfermann. Zusarnmen kamen sie an den Stadtmusicus Hem. Ad. Meyer, 1773 an den Salinen-Inspektor C. Schenck und durch Heirat an den Kaufmann und Weinwirt S.H. Krome. Die Rentkammer erwarb 1816 beide Häuser zusammen als Dienstwohnung für ihre Salzwerks-Offizianten. Nach dem Brande des Badetürrnchens 1856 wurde hier das Badehaus I eingerichtet, wo siebzig Jahre lang gebadet wurde. Während des Ersten Weltkrieges unterhielt hier das Reute Kreuz auch eine Kaffeestube für die verwundeten 67er.

Bad Satzuflen

LangestraBe

84. Der nördliche Abschnitt der Langen Straße, von der Steege bis zum Schliepsteiner Tore reichend, ist heute Fußgängerzone. Er hieß früher 'An der Bache', denn hier verlief der Umflutgraben (Überströmkanal), der das bei anhaltendem Regen oder Tauwetter im Mühlteich überströmende Wasser aufnahm und über die Steege zur Salze ableitete. Das Geschäft vorn links gehörte früher dem Ratsherrn Barkhausen, dann dem Kaufmann Konrad Barkhausen und war als Delikateßwarengeschäft verpachtet an Fritz Reker, als Manufakturwarengeschäft an Schlötel; daher noch heute: Schlötel-Barkhausen.

BAD SALZUFLEN

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85. Am Abschluß der Ritterstraße vor ihrer Einrnündung in die Wenkenstraße steht das Haus Ehlebracht, in dem sich jetzt ein Christallwarengeschäft befindet (Bildmitte). Es ist das älteste Haus der Stadt, 1520 durch den Pfarrer Anthon Geisenbeir erbaut. Über dern massiven Unterbau, hier noch mit der grofsen Dieleneinfahrt, ist der gewaltige Dachboden zu sehen, dessen Fachwerkwände zwischen den mächtigen Balken Ziegelsteinfüllungen zeigen in stets sich ändernden Mustem. Das Fachwerkhaus auf der linken Seite (mit dem Milchwagen) gehört schon seit 1600 der Familie Hunecke, deren Vertreter fast alle Schlachter und Viehhändler waren. Rechts am Hang das alte Haus 'auf'm Brinke', das 1859 auch von einem Schlachter Hunecke erworben wurde. Zwei Viehwagen stehen davor.

86. Links: die zur Stadtmauer hinaufführende schmale Straße 'Schennershagen' mit dem Fachwerkhause des Handelsmannes und Produktenhändlers Wilhelm Sievert. Die Stadt hatte das Haus im April 1914 erworben und plante seinen Abbruch. Als aber am 1. Dezember 1914 das I. Ersatz Bataillon des Infanterie Regiment 17 in Salzuflen einzog, wurde hier die Schreibstube einquartiert. Hinter dem Bretterverschlag befand sich das Arrestlokal ('Vater Philipp').

Oben: der Anfang der Schennershagenstraße von der Seite der Ritterstraße her. Das Eckhaus gehörte dem Schlosser Gustav Kloeke und ist 1909 abgebrochen.

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GruS5 aus Sal;u/len.

87. Der nördliche Abschnitt der Langen Straße, genannt 'An der Bache', in winterlichem Bilde. In der Mitte ist der Schliepsteiner Turm zu sehen (1825-1925). Links das Geschaft Hohmann-Barkhausen, bis 1885 Christian Krecke, Kaufmann und Bürgermeister unserer Stadt. Rechts das Juweliergeschäft Horst Meier, seit 1800 Eigentum der israelitischen Familien Manchen, Schönhaus und Berghaus, zuletzt Handarbeitsgeschäft Marie Rupf.

88. Eine der ältesten Familien unserer Stadt trägt den Namen Peter. Durch viele Jahrhunderte gab es in Salzuflen biedere Handwerksmeister dieses Namens, meistens Schmiede. Immer waren sie gute Schützen; der Schmiedemeister Conrad Peter tat noch als achtundsiebzigjähriger Mann (am 4. Juni 1816) den Königsschuß, Er war damals schon fünfundfünfzig Jahre in der Schützengilde. Eine urwüchsige Gestalt im alten Salzuflen war Fritz Peter, der mit seinem Schwiegersohn Hempelmann am Amboß steht. (Der kleine Enkelsohn ist aber kein Schmied, sondern Tierarzt geworden.) Die volkstümlich derbe Gestalt des alten Schmiedes Peter finden wir auch auf einem der Notgeldscheine von 1921, wo er gleichsam als Beschützer vor seiner alten Heimatstadt postiert ist. - Auch ein Segen für Salzuflen ist auf dem anderen Notgeldschein dargestellt: die Heilquellen bringen denen neuen Mut zum Leben, die voller Vertrauen als Badegäste nach hier kommen.

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