Bad Schwartau damals und heute

Bad Schwartau damals und heute

Autor
:   Uwe Bremse
Gemeinde
:   Bad Schwartau
Bundesland
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4849-8
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Schwartau damals und heute'

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16. Das Grundstück Lübecker Straße 20 entstand schon irn Jahre 1842 durch Abtrennung von einern weit größeren. Damals wurde hier das abgebildete Haus errichtet. Zur Zeit der Aufnahme vor 1900 unterhielt in diesem Haus Heinrich Friedrich Utesch einen Kolonialwarenladen. Nach dem Tod Uteschs im Jahre 1900 ging das Gebäude im folgenden Jahr in das Eigenturn der Familie Burgdorf über, um ab 1963 von Alfred Klindwort erworben zu werden. Dieser ließ es irn Untergeschoß völlig umgestalten. Dabei verschwanden die Gemütlichkeit ausstrahlenden Sprossenfenster. Heute befinden sich im Parterre hinter den riesigen Schaufensterscheiben zwei Fachgeschäfte.

Schwartau, Lübeckerstrasse.

17. Wenn man vor Fernseh-Goepel in der Lübecker Straße 19 steht und nach Süden schaut, zeigte sich vor 1912 die von Lübeck nach Schwartau führende Straße auch hier als Lindenallee und noch ohne Autos. Der Straßenbelag bestand aus Kopfsteinpflaster, ebenso eine Einfahrt zum Hinterhof. Auf der linken Straßenseite befanden sich Krüppelwalmdachhäuser - zum Teil aus Fachwerk - mit unterschiedlich gestalteten Zwerchgiebeln. Das Haus rechts vorne (Lübecker Straße 18) wurde im Jahre 1837 gebaut und im Jahre 1906/07 abgerissen. Hierentstand das heute unter Denkmalschutz stehende Haus im Jugendstil der Stadt-Apotheke. Zwar haben sich die Gebäude 18-22 erhalten, die beiden folgenden Häuser sind aber dem Neubau eines für die Lübecker Straße überdimensionalen, ja den Gesamteindruck der Häuserfronten störenden Gebäudes moderner Art gewichen. Die vielen parkenden Fahrzeuge weisen auf die Problematik des ruhenden Verkehrs in einer Einkaufsstraße hin.

18. Die Aufnahme aus der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende zeigt das Grundstück Lübecker Straße 37. In dem großzügig errichteten Gebäude mit hoher Treppe, großartigen Fenstern und dekorativer Tür deutet sich im Obergeschoß mit kleinen Zinnen ein Balkon an. Das mit einem flachen Dach versehene Gebäude strahlt südländische Anmut aus. In der aufstrebenden Sommerfrische Schwartau waren Cafés nötig, um Tagesgäste und Pensionsgäste aufzunehmen. In dem Gebäude befand sich das beliebte Café von Halern, wie aus der Inschrift über der Tür und aus der Bildunterschrift hervorgeht. Seit 1907, die handschriftliche Verbesserung macht es deutlich, wurde hier das Café Kähler geführt. Im Jahre 1920 erwarb der Bauunternehmer Peter Brandt das Grundstück, der das Gebäude in ein Wohn- und Geschäftshaus umbaute, das 1984 abgerissen wurde. Heute befindet sich ein mehrgeschossiger Klinkerbau an diesem einst idyllischen Platz. In der Nr. 37 ist die Polizeidienststelle Bad Schwartau untergebracht.

19. Das Hotel Fürstenhof befand sich in dem Haus Lübecker Straße 39 - 41 und galt als eines der vornehmen Häuser in Bad Schwartau. Das Gebäude wurde um 1899 errichtet und hat eine klar gegliederte Außenfassade. Die symmetrische Aufteilung gab dem stattlichen Gebäude eine ästhetische Ausstrahlung. Über zwei Treppen links und rechts gelangte man auf je eine Terrasse. Zwischen beiden befand sich eine Veranda mit einem großartigen Bliek auf die Lübecker Straße, was für neugierige Gemüter ganz besonders wichtig war. Über den Eingängen der Flügelgebäude befanden sich je ein Balkon und dazwischen zwei etwas schlichtere Veranden. Die symmetrische Aufteilung setzt sich im Dachgeschoß mit dem umfangreichen Fachwerk fort. Aus dem Hotel ist ein Mehrfamilienwohnhaus mit einern Fachgeschäft im linken Teil des Hauses geworden. Viele Details sind verändert worden bzw. ganz verschwunden und einer kühlen Sachlichkeit gewichen. Besonders durch die Veränderung des Dachgeschosses ist die Harmonie stark gestört.

20. Nachdem im Jahre 1895 auf dem Grundstück der heutigen Schwartauer Werke eine Jodsolequelle erbohrt worden war, entwickelte sich die alte Fleckengemeinde Schwartau besonders durch die Initiative von Anton Baumann zu einern Kurbad, das im Jahre 1913 vom damaligen Bäderverein die Bezeichnung 'Bad' verliehen bekam. Anton Baumann nutzte die Solequelle und eröffnete im Jahre 1901 ein Badeetablissement. Dieses brachte aber auch die Schwartauer Konkurrenz auf den Plan. Er mußte nicht nur auf seinem Grundstück (rechts außerhalb des Bildes) eine neue Quelle erbohren, sondern sich auch gegen das von einem Schwartauer Konsortium gebaute Kurhaus auf dem heutigen Gelände der Schwartauer Werk (links außerhalb des Bildes) behaupten. Beide Einrichtungen sind inzwischen aus der heute nach den Begründer des Schwartauer Kurwesens benarmten AntonBaumann-Straße verschwunden. Die Schwartauer Werke expandierten in den dreißiger und achziger Jahren dieses Jahrhunderts so stark, daß das Kurhaus schon 1936 abgerissen und der Schornstein 1980 gesprengt werden mußte. Das Kurwesen hat im Kurpark am See heute einen neuen Standort gefunden.

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