Bad Schwartau damals und heute

Bad Schwartau damals und heute

Autor
:   Uwe Bremse
Gemeinde
:   Bad Schwartau
Bundesland
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4849-8
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Schwartau damals und heute'

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31. Das Waidschlößchen befand sich einst an der Ecke Cleverbrücker Straße/Lübecker Straße. Es gehörte zu jenen 'Waldlokaten', die schon in der Sommerfrische Schwartau vor Anerkennung als 'Bad' im Jahre 1913 viele Erholungssuchende in den Flecken Schwartau loekten. Das Waldschlößchen gehörte zu den architektonisch schönsten Gebäuden der Stadt und würde heute ganz bestimmt unter Denkmalschutz stehen. Nach dem Abriß des schönen Gebäudes entstand auf dem Grundstück ein überdimensionierter, unästhetischer Gebäudekomplex aus gelbem Backstein. Der Verlust des Waldschlößchens und der Bau dieses großen Eckhauses als Mehrfamilien- und Geschäftshaus ist ein Schaden, der lange - viel zu lange - bestehen und für ästhetisches Empfinden eine dauerhafte Beleidigung sein und bleiben wird.

I

Cie erbruck b,

32. Kurz nach der Jahrhundertwende begann in den Jahren 1906/07 Ferdinand Björnsen den Aufbau der Villenkolonie Cleverbrück zwischen der Ringstraße und der WaIdstraße. Die Aufnahme links zeigt, von links nach rechts führend, die Hauptstraße mit der Kreuzung der Margarethenstraße. Die Villenkolonie hatte zur Zeit der Aufnahme nur eine spärliche Bebauung. Vor dem kleinen Tremser Teich erkennt man die ersten Häuser in der Ringstraße. Im Hintergrund rechts sind die Türme der Lübecker Innenstadtkirchen zu sehen. Während links vorne der nach dem Gründer benannte Björnsen-Platz liegt, ist am rechten Bildrand das Gebäude mit dem Lebensmittelladen von Maly und der ersten Post in Cleverbrück zu erkennen. Etwa sechzig Jahre nach der historischen Aufnahme zeigt sich sowohl ein Wandel der Natur - die Bäume sind inzwischen stark gewachsen - als auch in der Bebauung, die viel dichter geworden ist. Von Lübecks Türmen im Hintergrund und von den Häusern in der Ringstraße ist nichts mehr zu sehen.

33. Das historische Foto zeigt das Feld südlich der Schmiedekoppel in Cleverbrück Mitte der fünfziger Jahre. Die Aufnahme entstand auf dem Grundstück der Clever Landstraße 16 der Familie Pätzold und zeigt die Blickrichtung nach Osten. Im Hintergrund ist die Bebauung der Schrniedekoppel mit dem Mehrfamilienhaus Nr. 43 zu erkennen. Der vordere Teil ist noch unbebaut. Das änderte sich aber Ende der sechziger Jahre. Vom abgebildeten Mehrfamilienhaus erfolgte die Bebauung mit weiteren Wohnblocks. Den Abschluß bildete das Hochhaus in der Schmiedekoppel, das bis an das Grundstück Clever Landstraße 16 heranreicht. Das Hochhaus war notwendig geworden, nachdem die Trave-Kaserne unmittelbar hinter der Stadtgrenze nach Lübeck wieder rnit Soldaten belegt worden war und Wohnungen für die Offiziere und Unteroffiziere benötigt wurden. Wie ein drohender Fremdkörper zeigt sich das Hochhaus in Cleverbrück, von wo man auch blickt. War die Errichtung dieses Gebäudes wirklich unvermeidlich?

34. Die Bebauung des ehemaligen Sandfeldes, heute Rantzauallee , erfolgte ab 1871 nur zögerlich. Das Haus Rantzauallee 1 befand sich seit 1875 in der Hand des Fuhrunternehmers Jürgen Heinrich Dohse. Ab 1914 gehörte es der Witwe Anna Dohse und Dorothea Cath. Auguste Jäde geborene Dohse; ab 1941 der letzteren allein. Grundstückeigentümer wurde im Jahre 1956 der Fuhrunternehmer Paul Jäde. Die Abbildung zeigt ein vierzeiliges Traufenhaus mit einem nach rechts versetzten zweiteiligen Zwerchgiebel. Die Giebel sind mit Holzkonstruktionen statisch gefestigt und mit Holzverzierungen geschmückt. Heute befindet sich ein mehrgeschossiges Mehrfamilienhaus, mit rotem Klinker gemauert, auf diesem Grundstück. Während früher ein Eisengitter die Abgrenzung zur Straße schmückte, befindet sich heute eine niedrige Hecke als Grundstücksgrenze.

35. Das ehemalige Bauerndorf Rensefeld hat seit der Flurbereinigung in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre einen wesentlichen Wandel erfahren. Durch Aussiedlung der Bauernhöfe aus dem Angerdorf in die Feldmark entstand hier eine WohnSchlaf-Siedlung. Sowohl Bauer Koek als auch Bauer Hildebrandt zog aus dem Dorf aus. Wohnhäuser der Bauern, Stallungen und Scheunen verschwanden aus dem bäuerlichen Siedlungsbild der Rensefelder Südseite. Auf dem ehemaligen Hofgelände entstanden Reihenhäuser, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser, so daß eine neue Inwertsetzung und ein FunktionswandeI dieses Stadtteils erzielt worden sind. Nur wenige Häuser auf der Südseite des Angerdorfes behielten weitgehend ihr Aussehen, z.B. das Haus der Familie Walter, Alt Rensefeld 37. Trotzdem kann man auch an diesem Grundstück und an dem Haus deutliche Veränderungen erkennen.

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