Bad Sooden-Allendorf in alten Ansichten Band 2

Bad Sooden-Allendorf in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Manfred Lückert
Gemeinde
:   Bad Sooden-Allendorf
Bundesland
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4873-3
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Sooden-Allendorf in alten Ansichten Band 2'

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69. Die alte Werrabrücke, am 3. April 1945 wegen der anrückenden Amerikaner von der Deutschen Wehrmacht am rechten Bogen gesprengt. Die naheliegenden Scheunen am Fischerstad wurden dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen, die vordere kleine mußte abgerissen werden. Dort befand sich früher der Platz des Lohgerbers Eymer, in großen Fässern wurden hier die Fälle gegerbt. Im Eckhaus, erbaut um 1830, wohnte die Familie Eymer (heute Hermann Aster), im Erdgeschoß über Jahrzehnte der Landbriefträger Artur Wetze!. Der Neubau der Brücke erfolgte 1952. Das Foto entstand um 1930.

70. Innenaufnahmen aus früheren Jahrzehnten sind leider rar. Dieses Bild, aufgenommen von Willi Hoffmann ('Sonnenschein') am 14. Juli 1931, zeigt die jungen Damen Lisbeth Steinfeld und Lisbeth Rohde im Büro der Allendorfer Papierwarenfabrik. Diese Firma wurde 1853 gegründet und war der erste Betrieb Deutschlands, der Tüten fabrikrnäßig herstellte. Spezialisiert hatte man sich vor allem auf kleine Tüten für Blumensaamen und Zigarren. 1921 druckte dieser Betrieb unter anderem auch die Notgeldscheine für die Stadt Allendorf. Alljährlich fand im Hochzeitshaus der große 'Dutenball' statt.

71. Es sagt der Allendorfer: 'Wie denn, da sind wieder die Richtigen zusarnrnen!' Feierabendschwätzchen am Marktbrurmen. etwa 1930. Im Hintergrund die Geschäfte Rhenius, Frühauf und Kreger. Die fröhlichen Jungen auf dem Brunnen sind, von links: Karl Schaurnberg. Erich Scheider, Fritz Koch, Wili Scharf und OHo Sippel (Lindewerra). Die Herren Scheider und Scharf spielten zusammen mit Ludwig Lückert (Kleinvach/Lückertshof) etliche Jahre in einer Tanzkapelle.

72. So sah es im Kurpark kurz vor dem Zweiten Weltkrieg aus. Links das erste Badehaus aus dem Jahr der Badgründung (1881), rechts daneben das im Jahre 1905 errichtete Kurmittelhaus mit Inhalatorium. Ein herrlicher Fachwerkbau mit einer imposanten, steinernen Treppe vom Park her. Der Verfasser gehört mit zu den letzten Badegästen, die in den mit erwärmter Sole gefüllten Holzbadewannen Genesung suchten. 1953 mußte der ansprechende Bau dem heutigen schlichten Kurrnittelhaus weichen, da die Sole dem Vernehmen nach alle Leitungen zerfressen hatte und die Einrichtungen nicht mehr zeitgemäß waren. Dies ist sehr zu bedauern, doch inzwischen besitzen wir ja unser neues Haus neben dem Solebewegungsbad.

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73. Unsere Bahnhofsgaststätte, damals von Bernhard Kaminski geführt, brachte eine eigene Ansichtskarte heraus. Das Bahnhofsgebäude wurde 1875 erbaut, die Eisenbahn fährt seit Mai 1876. Rechts oben der Bliek vom Turm der St.-Crucis-Kirche hinüber nach Sooden, unten links das Kurmittelhaus und rechts die Schlagd mit Stadtgraben und Kirche. An der Bootsanlegestelle ist das 1928 angeschaffte Personenschiff'Werra'zusehen. Fotos: 1936.

74. Bereits vor 1878 errichtete Otto Wachsmuth am Rande des Hegeberges, südlich von Sooden und unmittelbar neben der 'Viktoria' (später Braunschweiger Versicherung) eine Restauration unter dem Namen 'Felsenkeller - Zur schönen Aussicht'. Der Bliek auf Sooden und Allendorf war in der Tat sehr schön. Um das Café zu erreichen, ging man, zwischen Blumenbeeten hindurch, einen Serpentinenweg berghoch. 1951 pachtete Ludwig Kamm das Café, irn Jahre 1957 kaufte er die Gebäude von Herrn Brüsshaber. Am 12. Mai 1965 verkaufte Herr Kamm das Café an die Versicherungsanstalt Braunschweig, wenig später wurde es wegen Vergrößerung der L VA abgerissen.

75. Ein Schnappschuß vom nicht seltenen 'Alltag' an der Witzenhäuser Landstraße, der Reichsstraße 27. Ein Personenwagen ist nahe der Solgrabenbrückc , unweit des Bahnübergangs zwischen Sooden und Ellershausen, von der Fahrbahn abgekommen und in den Solgraben gefahren. Fritz Nolte, am verunglückten Auto stehend , ist mit einigen Helfern bernüht , den Wagen mit einem Seil zu bergen. Die drei engen Solgrabenbrücken waren häufig Schauplatz von Verkehrsunfällen. Noch heute sieht man an der vorderen Mauer tiefe Schleifspuren hängengebliebener Fahrzeuge. Der kleine Parkplatz rechts der B 27 zwischen hier und Ellershausen ist ebenfalls ein letztes Überbleibsel der früheren Straßenführung. Foto um 1933/34.

76. Die Ernte ist vollbracht, auch dieses Heimatbüchlein geht nun seinem Ende entgegen. Philipp Klenke aus Kleirivach mit seiner Enkel-Tochter Erna (verh. Neuenroth, Struth) bringt im Sommer 1942 Getreide zur Mühle Hartge auf dem Franzrasen ... Dort gibt es schon lange kein Mühlrad mehr, kein Kuhgespann zieht gemächlich über die Brücken, die Linden am Straßenrand sind längst gefällt. Die gemütliche alte Zeit ist nicht mehr, die heutigen Begriffe wie Tempo, Luxus, Konsum, auch besonders der des oft übertriebenen Fernsehens ... ob sie uns wirklich glücklicher machen?

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