Bad Urach in alten Ansichten Band 1

Bad Urach in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Walter Röhm
Gemeinde
:   Bad Urach
Bundesland
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3483-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Urach in alten Ansichten Band 1'

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9. Sanitätsrat Dr. Richard Klüpfel war auch der Vorsitzende des Comités für die Errichtung eines Denkmals für den Reichsgründer OHo von Bismarck. Zwischen Amanduskirche und Residenzschloß, unter der Friedenslinde von 1871, wurde es errichtet. Am 31. Juli 1899 wurde das Denkmal feierlich enthüllt. Ganz Urach war aus diesem Anlaß auf den Beinen, Unser Bild zeigt das neue Denkmal während der Festansprache des Seminar-Ephorus Prof. DI. Eitle. Im Hintergrund die Arnanduskirche, die zu dieser Zeit bereits renoviert wird und deshalb teilweise eingerüstet ist.

10. Um die Jahrhundertwende veränderte sich die Silhouette der Stadt. So mancher hohe Fachwerkgiebel verschwand. Der Turm der Amanduskirche schob sich dafür höher über die Dächer der Bürgerhäuser hinaus. Er wurde in den Jahren 1896 bis 1898 neu aufgeführt. Statt eines niedrigen Dächleins bekam der Turm einen neuen eisernen, mit kupferplatten gedeckten Turmhelm, der in einer aus Kupfer getriebenen, vergoldeten Krone und Kreuzblume ausläuft, Von fast jedem Punkt der Stadt aus sichtbar signalisiert nun der dreiundsechzig Meter hohe Turm den Mittelpunkt der Stadt. Er ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden.

11. Nicht nur der Turm, sondern die ganze Amanduskirche wurde in den Jahren 1896 bis 1901 einer gründlichen Renovierung unterzogen. Diese erforderte von Kirche, Stadt und Bürger große finanzielle Opfer. Die Einweihung der renovierten Kirche am Sonntag, dem 27. Oktober 1901, war deshalb für die ganze Stadt ein großes Ereignis. Sogar der König und die Königin waren dabei. Unser Bild zeigt den Empfang der Majestäten, König Wilhehn Il. und seiner Gemahlin Charlotte, am Turmportal der Amanduskirche.

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Urach. St. Amanduskirche.

12. Die Uracher Amanduskirche zählt zu den künstlerisch bedeutendsten gotischen Bauten Württcmbergs. Graf Eberhard V. ließ sie in den Jahren 1475 bis 1499 von seinem Baumeister Peter von Koblenz, einem mittelrheinischen Künstler aus dem Dörfchen Werkhausen bei Koblenz, aufführen, Den Urachern liegt die Amanduskirche, sicher die Krönung der Uracher Kunstgeschichte, von jeher besonders am Herzen. Zusammen mit dem benachbarten Residenzschloß erinnert sie an Urachs große Zeit als Residenz der südlichen Hälfte der Grafschaft Württemberg (1442-1482).

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Inneres der Amandas-Kirche

13. Während man allerorts in Schwaben große Hallenkirchen mit drei fast gleichhohen Schiffen errichtete, griff Peter von Koblenz für seine Uracher Arnanduskirche auf die alte, aber wirkungsvollere Form der Basilika zurück. Ein hohes, von vierzehn Achteckpfeilern getragenes Mittelschiff erhebt sich über die um die Hälfte niedrigeren Seitenschiffe. Von der einst reichen Ausstattung der Kirche wurde in nachreformatorischer Zeit viel zerstört. Erhalten geblieben aber sind zwei Hauptwerke der Uracher Bildhauerschule, die Kanzel und der Taufstein.

14. Untrennbar verbunden mit dem Namen des Grafen Eberhard im Bart ist das Residenzsehloß aus dem Jahre 1443. Eberhard wurde dort am 11. Dezember 1445 geboren. Das Schloß war im Jahre 1474 Schauplatz seiner Hochzeit mit der italienischen Fürstentochter Barbara Gonzaga aus Mantua, an die der 'Goldene Saal' heute noch erinnert: Mit der Wiedervereinigung des geteilten Herzogturns Württemberg im Jahre 1482 verlor das Gebäude zwar an Bedeutung. Die württembergischen Herzöge weilten jedoch in Spannungszeiten und zur Jagd immer wieder gerne in ihrer einstigen Residenz, Die historischen Räurne des Schlosses sind heute Museum.

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15. Der Eingang in den engeren Schloßbezirk führt durch einen viereckigen Torturm. An ihn angebaut ist das alte Kameralamt, das im Jahre 1899 erhöht, verlängert und in ein Wohngebäude für die Lehrer des benachbarten evangelischen theologischen Seminars umgebaut wurde, Auf unserem Bild aus dem Jahre 1903 sehen wir das neue 'Professoren-Gebäude', wie es in der Stadt nach seinen Bewohnern alsbald hieß. Es erdrückte den alten Torturm. 1968 wurde diese 'Bausünde' durch Abtragung der rund siebzig Jahre zuvor erstellten Bauteile wiedergutgemacht.

16. An das Residenzschloß war bis zum Jahre 1965 ein hölzernes Stiegenhaus angebaut. Über diese Treppe gelangte man vom Schloßhof in die historischen Räume und zu den im Jahre 1828 eingebauten Wohnungen des Dekans und des Stadtpfarrers. Nach der Überlieferung wurde das Stiegenhaus an Stelle einer hölzernen Reittreppe errichtet, über die Graf Eberhard und seine Gäste vom Schloßhof in den fürstlichen Empfangssaal, den 'Palmensaal', reiten konnten.

17. Prunkstück des Residenzschlosses war schon immer der 'Goldene Saal', den Graf Eberhard im Bart 1474 anläßlich seiner Hochzeit mit der schönen Barbara Gonzaga einbauen liefs, Auf unserer Aufnahme aus dem Jahre 1908 sehen wir in ihm ausgestellt die Renaissance-Himmelbettstatt der Herzogin Ursula, die hölzerne Nachbildung eines Wildschweins, das Herzog Ulrich 1507 auf dem Roßfeld bei St. Johann erlegt haben soll. Mit dem Renaissance-Tisch im Vordergrund verbindet sich eine hübsche Geschichte. An ihm sollen 1635, also während des Dreißigjährigen Krieges, kaiserliche Offiziere den Sieg von Dim gefeiert haben bis ein wohlgezielter Kanonenschuß, abgegeben von der württembergischen Besatzung des Hohenurach, das Festmahl vom Tisch fegte.

18. Zur mittelalterlichen Stadt gehörte der Spitalbezirk. Er lag in der Regel nahe der Stadtmauer. So auch in Urach. Noch im Jahre 1876, als dieses Bild entstand, war das 1480 von Graf Eberhard im Bart gestiftete Spital nicht nur vollständig erhalten, sondern auch noch in Betrieb. Bestimmt war es nach dem Willen des Grafen zur Aufnahme von ehrbaren, armen und notleidenden Personen männlichen und weiblichen Geschlechts sowie von Pfründnem, die ihr Eigentum dem Spital iibergaben gegen Gewährung des Lebensunterhalts. Zwischen den Spitalgebäuden und der auf unserer Aufnahme gut erkermbaren Stadtmauer der 'Alte Friedhof", auf dem die Uracher von 1479 bis 1894 ihre Toten zur Ruhe betteten.

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