Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Walter Röhm
Gemeinde
:   Bad Urach
Bundesland
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3408-8
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Urach in alten Ansichten Band 2'

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9. In den Gebäuden rings um den Marktplatz werden seit jeher 'Handlungen' aller Art betrieben. Zu den über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Geschäften gehörte die Leinwandhandlung von H. Pichler, die später Johannes MarstalIer übernommen hat. Die stattlichen Giebelhäuser verbargen meist ihr schönes Fachwerk unter einer dieken Putzschicht. Erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird am Bad Uracher Marktplatz wieder Fachwerk gezeigt.

Urach

Marktplatz

10. In den Marktplatz hinein ragt wie ein mächtiger Verkehrsteiler das Hotel 'Zur Post'. Das Gebäude ist seit 1937 Volksbank. Das Hotel entstand einst 1831 an Stelle von zwei Fachwerkhäusern. Es war bis 1919 das renommierteste Gasthaus im ganzen Oberamt Urach. In seinem schönen Festsaal im zweiten Obergeschoß fanden viele repräsentative und gesellige Veranstaltungen statt.

11. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Bad Urach nicht weniger als zwölf Schildwirtschaften, vierzehn Gassenwirtschaften und fünfzehn Speisewirtschaften. Und das bei rund 3 400 Einwohnern. Insbesondere an den Markttagen, wenn die Bauern von der Uracher Alb in die Stadt karnen, herrschte reger Betrieb. Zu den bekarmtesten Wirtschaften der Stadt gehörte auch die 'Krone' , die der Metzgermeister Louis Haas zusammen mit einem Metzgerladen betrieb.

12. Wo die enge Kirchstraße in den Marktplatz einmündet, steht der Marktbrunnen, ein meisterhaftes Werk spätgotischer Bildhauerkunst. Der Brunnen ist ein Geschenk des Grafen Eberhard V. von Württemberg anläßlich seiner Erhebung in den Herzogstand im Jahre 1495 an seine ehemalige Residenzstadt und seine Geburtsstadt. Geschaffen hat ihn der gräfliche Oberwerkmeister Peter von Koblenz (etwa 14401501), der Hauptmeister des Uracher Meisterkreises. Im Jahre 1905 wurde der Brunnenstock durch eine Kopie ersetzt.

13. Schon 1921 ist der Brunnen erneut reparaturbedürftig. Die Strebepfeiler geben nach, und dadurch besteht die Gefahr, daß die Brunnensäule in sich zusammenstürzt. In aller Eile wird die Säule abgebaut. Da die Stadt aber kein Geld hat für die notwendige Reparatur steht die Figur des Heiligen Christophorus einige Jahre im Freien. Erst 1927 bekommt der Brunnen seine Säule wieder und der Heilige seinen schützenden Tabernakel.

14. Die wichtigste Straße der alten Stadt war die Obere Straße, die heutige Wilhelmstraße. Sie verband die beiden Haupttore, das Untere und das Obere Tor. Noch um 1910 bestimmten die mit Pferden oder auch Kühen bespannten Leiterwagen das Straßenbild. 'Motorwagen' waren noch eine Seltenheit. Am rechten Rand ragt das schöne Wirtshausschild des 'Goldenen Adler' ins Bild.

15. Zu den ältesten Stadtbezirken gehört die 'Musel'. Sie entstand bei der Stadterweiterung nach Westen im 13.114. Jahrhundert und läßt an der Straßenführung heute noch den ehemaligen Verlauf der Stadtmauer ablesen. Abgesehen vom Spitalbezirk gibt es in der 'Musel' meist nur bescheidene Gebäude. Hier hatten einst die kleinen Handwerker und einige Kleinbauern ihre Anwesen.

16. Schaut man von der Kirchstraße aus durch das schmale Gäßchen 'Beim Schloß', fällt der Bliek auf einen stattlichen runden Backsteinturm mit einem imposanten Eingangsportal aus rotem Sandstein. Ortsfremde glauben häufig, einen Teil des Residenzschlosses vor sich zu haben. Der Eingangsturm gehört jedoch zum Amtsgerichtsgebäude, das nach dem Abbruch des Marstallkastens im Jahre 1902 an dessen Stelle erbaut wurde.

17. In der Nähe des Rathauses erinnert der Straßenname 'Beim Bad' an das mittelalterliche städtische Badehaus. Es brannte 1797 bis auf die Badegewölbe ab. An seiner Stelle entstand ein Geschäftshaus, in dem um die J ahrhunderwende J. G. Bantel eine Waschanstalt und eine Seifensiederei betrieb. Im Jahre 1972 mußte das Gebäude Bantel dem Verkehr weichen. Die mittelalterlichen Badegewölbe wurden zugeschüttet.

URACH

Partie am ilühlbach

18. Von der Erms wurde seit dem frühen Mittelalter Wasser abgeleitet, einmal in den heute zugeschütteten Stadtbach und dann in die Mühlkanäle. Diese lieferten einst die Triebkraft für die zahlreichen gewerblichen Anlagen, insbesondere die Mühlen. Noch die Oberamtsbeschreibung von 1831 führt 15 Mühlen (6 Mahlmühlen, 4 Ölmühlen, 2 Walkmühlen und je 1 Loh-, Säge- und Gipsmühle) auf. Die Mühlkanäle gibt es noch heute. Unser Foto zeigt einen der Mühlkanäle im Bereich des alten Schlachthauses (heute Anwesen Petershans ) an der Oberen Stuttgarter Straße.

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