Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Walter Röhm
Gemeinde
:   Bad Urach
Bundesland
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3408-8
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Urach in alten Ansichten Band 2'

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19. Viel gemalt und auch oft fotografiert wurde im ersten Drittel unseres Jahrhunderts der Bliek durch die Zufahrtsstraße zum spätmittelalterlichen Spitalbezirk in Richtung Stadtkern. Dominierend ist der 63 Meter hohe Turm der Stiftskirche der vom tiefer gelegenen Standort des Fotografen noch höher erscheint. Links hinter der uralten Akazie sind einige der ältesten Häuser der Stadt sichtbar. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ragt eine der großen Spitalscheuern in die Straße.

Eujtkurort Urach (Würltbç.)

20. Erst seit rund 100 Jahren gibt es in Bad Urach ein öffentliches Leitungsnetz, das die Gebäude mit Wasser versorgt. Bis dahin war man auf die öffentlichen Laufbrunnen angewiesen, die von Quellen außerhalb der Stadt gespeist wurden. Einige Brunnen haben sich erhalten, wie der an der Biegung der Langen Straße.

21. Den schönsten Bliek auf die Altstadt von Bad Urach hat man vom Tiergartenberg. Unsere Aufnahme entstand um 1910. Sie zeigt im Vordergrund die Endstation der Ermstalbahn, die 1873 in Betrieb genommen wurde. In der Bildmitte der Schloßbezirk mit Residenzschloß und Stiftskirche St. Amandus. Auf der rechten Bildhälfte im Vordergrund zwei große Backsteingebäude: das 1902 erbaute Amtsgericht und der dazugehörige Gefängnisbau.

22. Das Residenzschloß wurde ein Jahr nach der Erhebung der Stadt zur Residenz der südlichen Landeshälfte der Grafschaft Württemberg durch Graf Ludwig 1. von Württemberg erbaut. Sein berühmter Sohn Eberhard V. von Württemberg, besser bekannt als Graf Eberhard im Bart, wurde hier am 11. Dezember 1445 geboren. Er lebte im Residenzschloß mit seiner Gemahlin Barbara bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1496.

23. Zwischen Residenzschloß und einem gegenüberliegenden Gebäude (heute Postamt) wurde 1771 das 'Prunktor' , ein prächtiges Renaissancetor, aufgestellt, das 1603 Herzog Friedrich 1. von Württemberg als Eingang zur neu erbauten 'Weberbleiche' hatte errichten lassen. Am neuen Standort war es für den zunehmenden Verkehr hinderlich und wurde 1874 erneut versetzt. Bis 1963 diente es als Eingangstor zum Alten Friedhof im Spitalbezirk.

"

24. Zum Schloßbezirk gehörte auch die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaute Schloßmühle. Die südwestliche Längswand des Gebäudes wurde damals unmittelbar auf der inneren Zwingermauer aufgesetzt und somit Teil der Stadtummauerung. Ein Seitenarm der Erms, der 'Schloßmühlekanal' , wurde durch das Haus geführt. Auch das große Wasserrad fand aus strategischen und aus räumlichen Gründen seinen Platz im Haus. In den mächtigen Speichern des Hauses wurde ausschließlich Getreide gelagert, das der Herrschaft, also den Herzögen von Württemberg, gehörte.

25. Ein Wahrzeichen Urachs ist zu Grabe gefahren! Das Stadtbild ist empfindlich gestört. So überschrieb der 'Ermstalbote' in seiner Ausgabe vom 10. März 1918 einen Bericht über den Brand der Schloßmühle am Tag zuvor, dem Hirnmelfahrtstag 1918. Durch Selbstentzündung von Spreu war das Feuer vermutlich entstanden. Das Gebäude wurde teilweise wieder aufgebaut. Statt des Steildaches bekam es allerdings ein vergleichsweise niedriges Walmdach aufgesetzt, was aus dem mächtigen Fruchtkasten von ehedem eine Hausruine mit Notdach machte.

26. Auch am östlichen Rand des Schloßbezirks wurden ab der Jahrhundertwende tief ins Stadtbild eingreifende bauliche Veränderungen vorgenommen: der Marstallhof und der Marstall wurden 1900-1902 abgerissen. Die Kellereischeuer an der Ortsstraße 'Beim Schloß' (heute Bismarckstraße) zwischen dem ehemaligen Wohnhaus des Amtspflegers und dem ehemaligen Reitstall (später Café Glocke) mußte 1924 dem Neubau eines Schaltergebäudes der Oberamtssparkasse weichen.

27. In der Ausgabe des 'Ermstalboten' vom 20. Juli 1905 lesen wir: Die erste größere Hebung eines hiesigen Wohngebäudes wurde in den letzten Tagen an dem Gasthaus 'Vier Iahreszeiten', welches gänzlich umgebaut wird, vorgenommen. Die spezielle Hebung besorgt Oberamtsbaumeister Koch und Sohn aus Böblingen. Innerhalb von 2 Tagen wurde mit ca. 45 Hebzeugen das große 3stockige Gebäude um nahezu 2 Meter ohne Zwischenfall gehoben und verspricht das Erdgeschoß hohe und luftige Wirtschaftsräume nebst einem modernen Metzgerladen zu geben. Unser Bild zeigt Handwerker, Bauherrschaft und Nachbarn nach der geglückten Hebung des Gebäudes,

28. Eines der ältesten bekannten Fotos mit einem Motivaus der Stadt zeigt den Bliek vom heutigen Wilhelmsplatz durch die Obere Straße (heute Wilhelmstraße) zum Marktplatz. Der Fotograf stand an der Stelle, an der sich bis 1835 das Obere Tor der Stadtbefestigung befand.

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