Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Walter Röhm
Gemeinde
:   Bad Urach
Bundesland
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3408-8
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Urach in alten Ansichten Band 2'

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29. Am Wilhelmsplatz beginnt die 'Weberbleiche' , eine aus ehemals 29 kleinen Häusern bestehende Webersiedlung. Herzog Friedrich I. von Württemberg ließ sie um 1600 durch seinen berühmten Baumeister Heinrich Schickhardt errichten. Da die Siedlung vor der Stadtmauer lag, wurde sie durch Türme und Gräben besonders gesichert. Um die Jahrhundertwende, als unsere Fotografie entstanden ist, war die ursprüngliche Häuserzeile noch weitgehend erhalten. Erst im 20. Jahrhundert wurden viele der Häuser baulich verändert.

30. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird Zug um Zug die mittelalterliche Stadtbefestigung beseitigt. So wird Raum geschaffen für die dringend notwendige Stadterweiterung. Das erste 'Neubaugebiet' das entsteht, liegt im Südosten der Stadt vor der Weberbleiche, im Espach. Ab 1830 entsteht hier zwischen der Straße nach Münsingen und dem Hochberg eine Reihe von Gebäuden, die durch eine neue Straße, die Espachstraße, erschlossen werden. Unser Bild zeigt die Espachstraße im Jahre 1892.

31. Zwischen dem Fluß Erms und der Münsinger Straße liegen die Mauergärten. Da der Grundwasserspiegel hier sehr hoch ansteht, eignen sie sich nur ganz bedingt zur Bebauung. Bauherren am Rand des Gartenbezirks haben oft ihre Schwierigkeiten mit dem Wasser. In den Jahren 1889/90 baute am Rande der Gärten der Stuttgarter Lederfabrikant Heinrich Roser seine große Villa (Bildmitte ). Ihre Fundamente mußten aufEichenpfählen gegründet werden. Am oberen Bildrand ist der Holzlagerplatz der Ermstalbahn zu sehen.

Urach

32. Um die Jahrhundertwende ist der Bereich um den heutigen Wilhelmsplatz, den ehemaligen Standort des Oberen Tores, schon dicht bebaut. Der Bliek vom Tiergartenberg zeigt dies sehr anschaulich. Im rechten Bildteil sind die Mauergärten zu sehen, dahinter der Bereich Espach und darüber der Hochberg.

33. Anfang des Jahrhunderts entdeckten die Fotografen den seither unzählige Male im Bild festgehaltenen Bliek vom Hochberg auf die 'Schokoladenseite' der Altstadt, unser Bild. Zwischen den Tannen des früheren Lenzsehen Gartens sieht man Residenzschloß und Stiftskirche St. Amandus die spitzen Giebel der Bürgerhäuser der Altstadt überragen. Über der Stadt der Schloßberg mit der Ruine Hohenurach.

34. Unscheinbar sah der in nächster Nähe des Residenzschlosses 1872 erbaute Bahnhof aus, bis es endlich der Stadtverwaltung gelang, die Reichsbahn zum Bau eines repräsentativen Bahnhofs zu bewegen. Der Neubau wurde 1935 eingeweiht. Das erste fahrplanmäßige 'Zügle' der Ermstalbahn dampfte am 27. Dezember 1873 auf der 10,4 km langen Strecke von Metzingen nach Urach; im Jahre 1976 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt.

35. Am 1. November 1896 wurden 14 Teilnehmer in Urach an das Telefonnetz angeschlossen. Die Telefonanstalt war bis 1904 im Stationsgebäude der Ermstalbahn untergebracht. Dann wurde sie, nun amtlich als 'Telefon-Umschaltstelle' bezeichnet, in das damals gerade von der Königlichen Generaldirektion der Posten und Telegraphen gekaufte und umgebaute Postgebäude (unser Bild) an der heutigen Bismarckstraße verlegt. Die Zahl der Teilnehmer war inzwischen auf 70 angestiegen.

36. Zwischen Stiftskirche und Residenzschloß, unter der Friedenslinde von 1871, errichtete 1889 das 'Comité für die Errichtung eines Bismarckdenkmals in Urach' unter der Führung von Sanitätsrat Dr. Richard Klüpfel ein Denkmal für Otto von Bismarck (1815-1898). Den Entwurf für die Büste des 'eisernen Kanzlers' lieferte der Münchener Bildhauer von Rümann.

37. Schon zehn Jahre früher, im Jahre 1899, hatte der Militärverein Urach in der kurz zuvor vom Uracher Verschönerungsverein geschatfenen Anlage am Hochberg den 'Kaiserstein' errichtet und zwei Kaiserlinden gepflanzt. Der Kaiserstein sollte 'ein äußeres Zeichen sein, daß auch hier in Urach das Andenken an die beiden verewigten Kaiser (Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich lIL), die das Jahr 1888 uns und der Welt genommen hat, ein unauslöschliches sein wird'. So sagte ein Festredner bei der Einweihung des Kaisersteins.

38. Insbesondere um die Jahrhundertwende dehnte sich die Stadt auch talwärts aus. Die Äkker und Wiesen der Braike zwischen Eichhalde und Stuttgarter Straße wurden zum Baugebiet.

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