Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Walter Röhm
Gemeinde
:   Bad Urach
Bundesland
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3408-8
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Urach in alten Ansichten Band 2'

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39. In der Braike wurde auch 1907 nach Plänen des Oberamtsbaumeisters Heinrich Graser (1848-1913) das Bezirkskrankenhaus, ein für die damaligen Verhältnisse vorbildliches Haus mit fünfzig Betten, errichtet. Es löste das im mittelalterlichen Spitalbezirk eingerichtete 'Städt. Krankenhaus im Hospital Urach' ab.

40. Im Mittelpunkt dieser Aufnahme aus dem Jahre 1907 ist die ein Jahr zuvor von dem renommierten Fabrikarchitekten Philipp Jakob Manz (1861-1933), der seine Jugend in Urach verbrachte, erbaute Baumwollspinnerei der Gebrüder Groß nicht zu übersehen. In ihr drehten sich damals 20 000 Spindeln. In der schon einige Jahre früher gebauten Baumwollweberei arbeiteten über 500 Webstühle. Rechts am Hang der Eichhalde die Villen von Fabrikherren: die Villa Kempel/Grünenwald von 1899 und die Villa Eugen Groß aus dem Jahre 1900.

Urach, Villa Irene

41. Von den bekannten Stuttgarter Architekten Stahl und Bossert ließ sich Fabrikant Erwin Groß am Hirschseeweg eine Villa mit großer Freitreppe bauen. Das kurz vor dem Ersten Weltkrieg im Jugendstil erbaute Gebäude wurde nach einer Tochter des Eigentümers 'Villa Irene' genannt.

42. Begünstigt durch den Holzreichtum der Uracher Alb entfaltete sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Holzindustrie. Im Jahre 1910 beschäftigte sie 327 Personen. Außer Spielwaren wurden insbesondere Haus- und Küchengeräte hergestellt. Der größte Betrieb gehörte den Brüdern Jakob und Emil Haußmann. Sie bauten 1894 an der Erms eine neue Fabrik. Unser Bild zeigt den Betrieb um 1896, rechts daneben die Espachmühle und über den Gebäuden am Hang Hopfengärten, wie sie ungefähr ab 1864 bis kurz nach der Jahrhundertwende die Stadt umgaben.

Euftkurori Urach {WürlibgJ Partie an der Erms

43. Vom Wilhelmsplatz führt ein schmaler Weg an der Erms entlang in das ehemalige Gewerbegebiet der Holzfabriken und zur Espachmühle. Heute steht in diesem Bereich das Altenund Altenpflegeheim Herzog Christoph. Die Umgebung der 1862 von Johannes Lieb eingerichteten Getreidemühle war besonders romantisch: Vor der Mühle gab es einen großen, liebevoll gepflegten Hausgarten, im Hof scharrte allerhand Federvieh, und die Enten und Gänse des Müllers schwammen in der Erms. Vor der Mühle war die Erms besonders breit: der Mühlkanal, dessen Wasser das große, mittelschlächtige Wasserrad antrieb, vereinigte sich vor dem Haus wieder mit dem Fluß.

44. An der Straße nach Münsingen bestanden bis 1919 die Bierbrauerei und das Gasthaus 'Zum Schwanen'. Die 'Schwane' hatte seit 1887 eine heizbare Kegelbahn. Der Schwanenwirt baute dazu 1895 einen großen Saal im ersten Stock, der auf Backsteinsäulen in den Wirtschaftsgarten hineinragte. So konnte der Raum unter dem Saal zum Unterstellen von Kutschen, Leiterwagen und so weiter verwendet werden. Im Schwanen-Saal fanden viele Vereinsveranstaltungen statt und die Theatergastspiele der Wanderbühnen, die jedes Jahr einen Monat in der Stadt gastierten.

45. Von 1651 bis 1825 besaß die herrschaftliche Brauerei im alten Uracher Marstall das ausschließliche Recht des Bierbrauens und des Bierverkaufs im gesamten Uracher Amt. Erst nachdem 1825 die Amtskörperschaft das Recht kaufte und auf die Ausübung verzichtete sowie 1828 die Bierbrauerzunft aufgehoben wurde, war der Weg frei zur Gründung privater Brauereien. Bis zum Ersten Weltkrieg gab es in Urach neben den heute noch bestehenden Brauereien Olpp und Quenzer die Brauereien der Gasthöfe Berg, Ochsen, Schwanen, Waldhorn und Wurster (unser Bild).

Stadtkapelle

46. Meist hatten die größeren Gastwirtschaften auch schattige Wirtschaftsgärten, in denen an schönen Sommerwochenenden die Stadtkapelle (unser Bild) und die Militärkapellen aus Tübingen, Ulm und Stuttgart zur Unterhaltung aufspielten. Die Stadtkapelle Urach stand 18931915 unter der Leitung von Gustav Mahle (1861-1956), einem ehemaligen Militärmusiker. Er verstand es, die Leistung der Kapelle so zu steigern, daß sie bald auch außerhalb der Stadt viele Konzerte geben durfte.

47. In den Räumen der Gastwirtschaften, insbesondere in den teils sehr repräsentativen Sälen, trafen sich auch die Uracher Vereine zu geselligen Abenden. So traf sich auch der 1907 als 'Schneeschuh- und Rodelabteilung' des Schwäbischen Albvereins gegründete Wintersportverein am 29. März 1924 im Waldhornsaal zum Familienabend. Natürlich war auch der Ehrenvorsitzende, Fotograf Richard Schmid, mit Fotoapparat und Blitzlicht zur Stelle.

48. Über der Stadt am Hochberg hatte Carl Wenz seine Bierbrauerei und Gastwirtschaft 'Zum Berg', die 1923 zum Kurhotel 'Am Berg' umgebaut wurde. In den Jahren 1895 und 1900 wurden Teile des ausgedehnten Anwesens ein Opfer der Flammen. Unser Bild zeigt Brauerei, Gastwirtschaft und Ökonomiegebäude nach dem Wiederaufbau um 1903.

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