Belm in alten Ansichten Band 2

Belm in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Gerd-Ulrich Piesch
Gemeinde
:   Belm
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5536-6
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Belm in alten Ansichten Band 2'

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9. Dieser 'Gruß aus Belm' zeigt die Lindenstraße wie sie bis zu ihrer Verbreiterung 1983 ausgesehen hat. Rechts findet sich die stattliche Pappelreihe , die am 24. und 25. Januar dieses Jahres gefällt wurde. Entgegen der ursprünglichen Planung fielen am 19. Mai 1983 auch die Bäume an der linken Straßenseite der Kreissäge zum Opfer, was zu einigen Protesten im Belmer Gemeinderat führte. Zu der angeblich vorgesehenen Ersatzpflanzung ist es in diesem Abschnitt der Lindenstraße bisher noch nicht gekommen. Bei der Belmer Mühle sucht der Betrachter das erst 1921122 links neben dem Mühlenlager errichtete Sägemühlengebäude noch vergeblich. Desgleichen ist der Schuppen zwischen Mühlenlager und Mühlengebäude noch nicht aufgestockt. Das Mühlenlager wurde 1991 im Zuge der geplanten Nutzung der Belmer Mühle als Kulturzentrum wieder abgerissen.

10. Hier stehen wir am östlichen Ortsrand von Beim an der Abzweigung der Straße nach Darum von der Lindenstraße und blieken auf die 1877 erbaute und 1967 geschlossene Gaststätte Horstmann, die auf dieser Aufnahme aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg noch unverputzt ist. Vor diesem Gebäude haben sich, von rechts nach links, der auch als Schuhmachermeister tätige Gastwirt Heinrich Horstmann, seine Frau Juliane, geborene Sielschott, und die beiden Kinder Karl und Joharme für den Fotografen aufgestellt. Das heute verschwundene Dielentor erinnert an die auch von der Familie Horstmann nebenher betriebene Landwirtschaft. In der linken Bildmitte findet sich ein alter, noch hölzerner Wegweiser und am rechten Bildrand ist die leider 1983 bei der Verbreiterung der Lindenstraße gefällte Pappelreihe am Mühlenteich erkennbar.

11. Die Schüler und Lehrer der alten evangelischen Schule in BeIm an der Ostecke LindenstraßelBruchweg haben sich auf dieser Aufnahme aus den frühen zwanziger Jahren für den Fotografen vor der gegenüberliegenden Gaststätte August Horstrnann aufgestellt (als solche erkermbar an den Flaschen und dem Bierkrug im Türoberlicht und hinter dem Fenster in der Bildmitte ). Der Lehrer rechts ist der Hauptlehrer Heinrich Ruwe, der 1906 nach BeIm kam und auch als Kantor an der evangelischen Kirche wirkte. In der Mitte zwischen den Schülern sehen wir den Lehrer Wilhelm Landwehrmeyer und am linken Bildrand steht der Lehrer Fritz Bodensieck. Da die Räume der 1939/40 neuerrichteten Schule am Heideweg nicht ausreichten, wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch lange Zeit in der alten evangelischen Schule Unterricht erteilt.

12. Bereits im Jahre 1900 gab es in Belm eine Gewerbliche Fortbildungsschule, die nach dem Ersten Weltkrieg eine Berufsschule des Landkreises Osnabrück bildete. Der Unterricht dieser Schule fand in den Räumen der evangelischen Volksschule an der Ecke Lindenstraße/Bruchweg statt. Um 1921 geschah dies jeden Montag von 14 bis 20 Uhr. Etwa 1934 wurde diese zumeist 30 bis 35 Schüler umfassende Schule aufgelöst. Hier sehen wir die Belmer Berufsschüler 1921 auf einem Ausflug in die Stemweder Berge und zum Dümmer mit ihren Lehrern Heinrich Ruwe von der evangelischen Volksschule (untere Reihe, erster von rechts) und Johannes Wörmeyer von der katholischen Volksschule (untere Reihe, zweiter von rechts). Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand in Beim wieder eine Landwirtschaftliche und Gewerbliche Berufsschule.

13. Noch heute ein sehr reizvolles Bild bietet das alte BeIm von der Dammer Straße. Auf dieser Aufnahme aus dem Jahre 1914 sehen wir in der linken Bildhälfte die Baulichkeiten des Belmer Meyerhofes. Links neben dem 1818 errichteten rückwärtigen Wohnteil des Erbwohnhauses findet sich ein inzwischen umgebautes, zu Anfang dieses Jahrhunderts entstandenes Stallgebäude , das den damaligen Bestrebungen zur Wiederbelebung der heimatlichen Bauweise entsprechend teilweise Fachwerk aufweist. Am rechten Bildrand ist der Turm der evangelischen Kirche erkennbar und links davon steht der leider 1990 abgerissene Saalbau der 1972 verschwundenen Gaststätte Berger an der Lindenstraße. Das Fachwerkgebäude in der rechten Bildmitte ist der Vorgängerbau des 1907 errichteten Hauses Bullerdieck an der Belmer Straße 8.

14. Diese Aufnahme aus der Zeit um 1900 zeigt das Dielentor des alten Hauses Bullerdieck an der Belmer Straße 8, das 1907 durch das heutige Gebäude ersetzt wurde (jetzt durch Einheirat: Sundermann). Heinrich Bullerdieck (zweiter von links mit Bart) war wie später sein Sohn Hermann (erster von rechts) als Schlachter und Viehhändler tätig und betrieb nebenher wie früher auf dem Lande allgemein üblich eine kleine Landwirtschaft. Im Gegensatz zu ihrer neben ihr stehenden Schwiegertochter (dritte von rechts mit dem Kind auf dem Arm) trägt die Großmutter Bullerdieck, geborene Mence (zweite von rechts), wie damals viele ältere Belmerinnen noch die kennzeichnende Belmer Frauentracht mit Halskrause , Schultertuch, Mundband und Schürze sowie der in der Spätzeit der Trachten im Osnabrücker Land verbreiteten Haube.

15. Vom Turm der evangelischen Kirche geht auf dieser Aufnahme aus den fünfziger Jahren der Bliek vorne rechts auf die Gaststätte Bröcker (jetzt: 'Zur Eiche') und die katholische Küsterei (heute: Rüters). Das am 6. Oktober 1942 einem Bombenangriff zum Opfer gefallene und erst 1957/58 wiederaufgebaute Haus Wibbelmann suchen wir vergebens, während das Haus Goldmann (später: Klenke) und das gegenüberliegende kleine Fachwerkhaus (beide 1967 abgerissen) noch vorhanden sind. Auf dem alten katholischen Friedhof kann der Betrachter noch einige Grabsteine erkennen. Westlich des katholischen Pfarrhofes steht noch das 1972 verschwundene, zuletzt als Pfarrheirn dienende Fachwerkgebäude. Auf der anderen Seite der Lindenstraße finden sich links die 1972 beseitigte Gaststätte Berger und die um 1965 abgebrochene Rosenburg.

16. So sah es an der Lindenstraße im November 1965 östlich der Gaststätte Berger an der Einmündung in den Tieplatz aus. Von den drei Kirchhofspeichern an der Nordseite dieser Straße hat nur das mittlere Gebäude (Goldmann, zuletzt: Klenke) den Bombenangriff vom 6. Oktober 1942 überdauert. An die Stelle des ebenfalls bei diesem Angriff zerstörten Hauses Wibbelmann ist 1957/58 der ansprechende, von Oberbaurat Hans Wibbelmann entworfene Neubau getreten, Da hier die Lindenstraße besonders eng war, wurden 1967 im Zuge der damals üblichen Überbewertung des Verkehrs das Haus Klenke sowie das gegenüberliegende, zum Wibbelmann'schen Anwesen gehörende Fachwerkgebäude abgerissen. Ferner kam es 1989 bei der Verbreiterung der Lindenstraße zu einer Versetzung der rechts sichtbaren Bruchsteinmauer am Garten des Hauses Wibbelmann.

17. Wie malerisch der Belmer Ortskern einstmals gewesen ist, zeigt sehr augenfällig diese alte Aufnahme der Lindenstraße . Rechts sehen wir vorne die geöffnete Pforte zum evangelischen Friedhof und in der Bildmitte die um 1965 abgerissene Rosenburg, vor der die Orgelgasse ihren Anfang nimmt. An der linken Seite der Lindenstraße sind zunächst die Einfahrt zum katholischen Pfarrhof und anschließend der westlichste der drei Kirchhofspeicher am nördlichen Westende des Tieplatzes erkermbar (dem Bombenangriff vom 6. Oktober 1942 zum Opfer gefallen, letzte Bewohner: Hagemann, dann: Vallo). Zwischen der Rosenburg und diesem Kirchhofspeicher fällt der Bliek auf die ursprüngliche, leider nach dem Ersten Weltkrieg veränderte Nordseite des Recker'schen Tempels. Hinter dem Tempel findet sich das Dach des Müllerwohnhauses.

18. Dieses ansehnliche, allgemein als Rosenburg bezeichnete Fachwerkhaus stand in der Nordwestecke des Wibbelmann'schen Gartens und wurde leider um 1965 abgerissen. In der rechten Bildmitte beginnt der Orgelgasse genannte Verbindungsweg zwischen Lindenstraße und Belmer Straße und am rechten Bildrand ist die Gaststätte Berger erkennbar. Ihren Namen hat die Rosenburg von einem Malermeister Rose erhalten, der um 1900 in diesem Gebäude wohnte, während seine Tochter Marie ('Rosen Mariechen') hier bis in die späten dreißiger Jahre lebte. Die zweite Wohnung der Rosenburg war Anfang dieses Jahrhunderts an einen Gärtner Techtmeyer und bis in die Zeit nach 1930 an die Familie Heinrich Broekmeyer vermietet. Die älteren Frauen tragen auf dieser Abbildung noch die kennzeichnenden Belmer Trachten.

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