Belm in alten Ansichten Band 2

Belm in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Gerd-Ulrich Piesch
Gemeinde
:   Belm
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5536-6
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Belm in alten Ansichten Band 2'

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29. Hier sehen wir die Mitarbeiter des Bauunternehmens Baringhaus im Jahre 1910 beim Bau des Gasthofes Seeger an der Bremer Straße 102. Vorher hattc die Familie Seeger die spätere Gaststätte Hurdelbrink am alten Belmer Bahnhof gepachtet. Um 1970 schloß der Gasthof Seeger für immer seine Pforten, während der nebenher betriebene Brennstoffhandel bis um 1980 weiterbestand. Das Bauunternehmen Baringhaus wurde Anfang dieses Jahrhunderts von dem aus Icker stammenden Maurermeister Wilhelm Baringhaus (1876-1936) gegründet. Der Sohn Kar! Baringhaus (1915-1981) war seit 1962 Obermeister der Baugewerkeninnung OsnabrückLand und wurde später nach der Gebietsreform 1972 zum Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Osnabrück gewählt. Seit 1974 gehörte er auch dem Vorstand der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland an.

30. Schon vor 1914 kam es an der Bremer Straße zum Bau einzelner Häuser. Dieses Foto aus der Zeit um 1912 zeigt das sogenannte Schloß Munterbach (Bremer Straße 21) an der Ecke zur Weberstraße, das der Gastwirt Balke (jetzt: Lecon) erbaut hatte. Seinen Namen erhielt dieses Wohnhaus, weil unter seinen Bewohnern nie ernsthafter Streit herrschte und jede der dort lebenden fünf Eisenbahnerfamilien mehrere Kinder besaß. Zunächst wohnten hier im Erdgeschoß die Familien Flottmann und Klefoth, im Obergeschoß die Familien Fraumann und Käuper und im Dachgeschoß die Familie Eduard Bode. Neue Mieter waren nach 1945 die Vertriebenenfamilien Gottwald und Ruth. Im Erdgeschoß dieses Hauses betrieb Frau Klefoth lange Zeit einen Lebensmittelladen. Später befand sich hier der Friseursalon Richard Härtel (heute: Gärtnerei Reinhold Möller).

31. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand Mitte der zwanziger Jahre am Schinkelberg in der Belmer Heide auf dem Gebiet der Gemeinden Beim und Powe am Strothmannsweg und an der Straße 'Am Schinkelberg' eine kleinere Siedlung. Die hier abgebildeten Häuser am Strothmannsweg zeigen rechts die kennzeichnenden, von der Bauhausbewegung beeinflußten Stilformen der Weimarer Zeit, während das einstöckige Gebäude links an der Ecke zur Neuen Straße eine mehr neubiedermeierliche Gestaltung aufweist. In dem heute verschwundenen Laden im Eckhaus zur Bremer Straße befand sich bis etwa 1962 die Fahrradhandlung Bücker und anschließend von 1964 bis 1985 das Elektro- und Installationsgeschäft Sudendey. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es hauptsächlich in den sechziger und siebziger Jahren zu einer nahezu völligen Bebauung der Belmer Heide mit Einfamilienhäusern .

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32. So sah es in der Zwischenkriegszeit an der Bremer Straße am Schinkelberg aus. Rechts ist wieder die in den zwanziger Jahren errichtete Siedlung am Strothmannsweg sichtbar. In der Bildmitte findet sich rechts hinter den Bäumen die ehemals als Obskrug bezeichnete Gaststätte Lindenkrug. Die Bremer Straße ist auf dieser Aufnahme noch nicht so breit wie heute und besitzt auch noch keinen Fahrradweg. Ebenso bietet der Telegrafenmast vorne links zumindest für den jüngeren Betrachter schon ein ungewohntes Bild. Südwestlich der Weberstraße können wir ein Nebengebäude eines einstigen Doppelheuerhauses des Hofes Kuhlmann in Powe erkennen, das Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut und leider 1971172 abgerissen wurde. Nur die hohen Bäume am linken Straßenrand erinnern heute noch an dieses Fachwerkhaus.

33. Zum 65. Geburtstag des Bauern Gerhard Meyer am 25. Mai 1930 haben sich hier vor dem rückwärtigen Giebel des Meyerhofes zu Powe (heute durch Einheirat: Wiewel) ehemalige Mitschüler des Osnabrücker Gymnasiums Carolinum versammelt. Das abgebildete Hofgebäude, das leider am 15. Juli 1983 einem Brand zum Opfer fiel, entstand im Jahre 1783 und war ein Werk des Zimmermeisters Hinrich Gerd Placke. Der Power Meyerhof bildete vermutlich den Sitz eines Rittergeschlechtes von Powe, von dem uns 1324 der Knappe Engelbert von Powe überliefert ist, der am 16. Oktober dieses Jahres von der Deutschordenskommende in Münster einen Bauernhof in Hollage erwarb. An Vieh besaß der dem Osnabrücker Bischof eigenbehörige Hof Meyer zu Powe im Jahre 1557 sechs Kühe, vier Rinder, sechs Schweine und vier Pferde.

34. Die Straße 'Placken Ellern' (Ellern "" Erlen) hat ihren Namen von dem HofPlacke (1910 durch Kauf: Bünger, 1930 durch Einheirat: Lüpping) an der Bremer Straße gegenüber der Einmündung der Straße 'Am Appelhügel' erhalten. Das hier auf einer Aufnahme von 1903 sichtbare, 1929 umgebaute Hofgebäude, vor dem wir die heutige Bundesstraße 51 erkennen können, entstand im Jahre 1833 und trug die Hausinschrift: 'Ach Gott dies Haus bewahr vor Unglück und Gefahr Du wollest uns bewachen und segnen unsre Sachen gieb Friede Trost und Freude, hernach die Seligkeit. Amen.' Leider war diesem Wunsch keine rechte Erfüllung beschieden, denn am 6. Oktober 1942 fiel dieser stattliche Fachwerkbau einem Bombenangriff zum Opfer. Heute läßt nur noch das 1857 erbaute Dreschhaus erkennen, daß sich hier einmal ein alter Power Bauernhof befand.

35. Einen der Power Randhöfe bildet der Hof Duling (durch Einheiraten seit 1908: Redecker, seit 1966: Meyer) am Anfang der Straße nach Icker vor der Bahnstrecke nach Bremen, zu dem noch ein altes sehenswertes Steinwerk gehört. Das hier auf einer Aufnahme aus den dreißiger Jahren abgebildete, zum Teil noch strohgedeckte Hofgebäude, wurde im Jahre 1853 von dem Zimmermeister F.H. Budke errichtet und 1984 abgerissen. Neben diesem alten Erbwohnhaus war bereits 1938 ein neues Hofgebäude entstanden, das teilweise ebenfalls in der Fachwerkbauweise gestaltet ist. 1557 besaß der wie viele Höfe im Belmer Raum dem Osnabrücker Domkapitel eigenbehörige Hof Duling zehn Kühe, vier Rinder, 71 Schafe, 17 Schweine, fünf Pferde und ein einjähriges Fohlen. Weiter wurden auf ihm in jenem Jahre zwei Knechte und eine Magd beschäftigt.

36. Einer der Power Markkotten ist der Hof Hurdelbrink neben der Bremer Straße zwischen dem ehemaligen Belmer Bahnhof und der Straße nach Icker. Das jetzige abgebildete Hofgebäude stammt aus dem Jahre 1877 und zeigt eine Hausinschrift aus den Sprüchen Salomos (KapiteI14, Vers 26): 'Wer den Herrn fürchtet, der hat eine sichere Wohnung, und seine Kinder werden auch Beschirmet.' 1911 verzog die Familie Hurdelbrink in ein zu ihrem Hof gehörendes Gebäude am Bahnhof Belm, das bisher die in das neuerbaute Haus Bremer Straße 102 verlegte Gaststätte Seeger beherbergt hatte. Die Gaststätte am Belmer Bahnhof wurde fortan von der Familie Hurdelbrink weitergeführt. Der alte Hof Hurdelbrink war in der Folgezeit vermietet und kam nach 1945 im Zuge der Verkoppelung in den Besitz des Hofes Duling (später: Redecker, jetzt: Meyer).

37. Das Hotel Rolf-Fraumann beim alten Belmer Bahnhof, das wir hier am linken Bildrand erkennen können, entstand erst im Jahre 1909. Vorher befand sich diese Gaststätte etwa 100 Meter weiter nordöstlich in dem auf der vorliegenden alten Aufnahme abgebildeten Haus Bremer Straße 127, das 1879 von Gerhard Fraumann und seiner Frau Adolfiene, geborene Nottkämper, errichtet wurde. Vor allem das Weinglas und die Weinflasche neben der Hausinschrift über der Eingangstür lassen erkennen, daß im obigen Gebäude einstmals eine Gastwirtschaft betrieben wurde. Den großen Dacherker im rückwärtigen Hausteil sucht der Betrachter hier noch vergebens. Das seitliche Dielentor hingegen, das an die auch von dieser Gaststätte nebenher betriebene Landwirtschaft erinnert, ist mittlerweile verschwunden und durch zwei Fenster ersetzt.

38. Im Gegensatz zu heute noch sehr gering ist der Verkehr auf dieser alten Aufnahme der Bremer Straße in Höhe des Hotels Rolf-Fraumann. Das Heuerhaus rechts gehörte bis zur Auflösung dieses Gutes im Jahre 1939 zum Haus Astrup und findet sich 1842 als Sandhaus erwähnt. Die heutige Bundesstraße 51 wurde von Kaiser Napoleon I als Militärstraße von Wesel nach Hamburg angelegt und war 1811 im wesentlichen fertiggestellt. Vorher nahm diese Straße einen etwas anderen Verlaufund diente auch kaum als Verbindung nach Bremen, sondern wurde hauptsächlich als Poststraße von Osnabrück über Bohmte nach Hannover genutzt. Schon 1780 bis 1795 war sie deshalb ausgebaut und begradigt worden. In dem Waldstück nordöstlich des Hofes Dreyer (jetzt: Langsenkamp) hat sich noch ein eindrucksvolles Teilstück jener Poststraße erhalten.

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