Bensheim in alten Ansichten Band 1

Bensheim in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Martin Hellriegel
Gemeinde
:   Bensheim
Bundesland
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4783-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bensheim in alten Ansichten Band 1'

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19. Bliek von der Grieselstraße zur Mitte/brücke. Der Bach hat in Bensheim den Namen 'Winkelbach' . Oberhalb von Bensheim heißt er 'Lanter'. Das Odenwaldtal, durch das er fließt, ist das 'Lautertal'. Nach dem Rinnentor teilt sich der Bach. Der Lauf, der in westlicher Richtung weiterfließt, heißt 'Neugraben', er mündet nahe bei Einhausen in die Weschnitz. Der andere Bachlauf fließt zunächst in nördlicher Richtung weiter und mündet in der Nähe von Gernsheim in den Rhein.

20. Partie an der Winkelbach, Bliek von der Mittelbrücke zum Rinnentorturm. Beiderseits des Baches, der um die Jahrhundertwende immer noch 'die Bach' hieß, waren früher Stadtmauern. Bensheim hatte zwei völlig getrennte Stadtbefestigungen. Die Mittelbrücke war die Verbindung zwischen den beiden Stadtteilen, nämlich der alten Stadt und der Vorstadt. An diesem Übergang waren die beiden Stadtteile durch Türme und Tore voneinander abgegrenzt.

Blauer Turm :11. Kath. Kirchc.

21. Katholische Pfarrkirche, Pfarrhaus, Roter Turm. Am Roten Turm, fälschlicherweise, wie auf der Postkarte, auch Blauer Turm genannt, ist die Sandsteintafel zur Erinnerung an die Belagerung der Stadt durch Landgraf Wil helm Il. von Hessen im Jahr 1504 angebracht. Wilhelm gab damals nach elf Tagen die Belagerung auf. Die umliegenden pfälzischen Dörfer hatten unter der Zerstörungswut des 'Brandrneisters' schwer zu leiden. Die Originaltafel war ursprünglich am Auerbacher Torturm angebracht. Der 1839 abgebrochene Blaue Turm, auch Frankensteiner Turm genannt, war der Nachbarturm des Roten Turms in nördlicher Richtung. Der Rote Turm hatte früher einen roten Außenanstrich; er wird manchmal auch Bürgerturm genannt, weil er im vorigen Jahrhundert zeitweise als Gefängnis diente.

22. Das Rinnentor. Das Tor an der unteren Rinne war das Bensheimer Stadttor an der westlichen Stadtmauer. Im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts stand das Tor dem pulsierenden Verkehr (Fuhrwerkc, Kutschen usw.) und einigen Bensheimer Fortschrittlern im Wege , so daß es unbedingt entfernt werden mußte. Alle Einwände der Heimatfreunde nutzten nichts. Im Jahr 1885 wurde der Torbogen abgebrochen. Schon wenige Jahre danach suchte man alte Fotos und fertigte nach diesen Bildern Postkarten mit dem inzwischen abgebrochenen Tor an.

Bcnsheiu: a. d. Fkrg Ir.

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23. Neue Gasse mit Rinnentorturm. Das Rinnentor war durch weitere Befestigungsanlagen geschützt. In nordöstlicher Richtung stand der Schlangenturm. Schlangentürme haben ihre Namen von den 'Feldschlangen', Geschützen, die auf oder in den Türmen installiert waren. Der Bensheimer Schlangenturm ist 1762 eingestürzt. In südwestlicher Richtung stand der Aulenturm, der im 19. Jahrhundert abgebrochenwurde.

24. Der Dalberger Hof Am Turm des Dalberger Hofes trafen sich die westliche und die nördliche Stadtmauer der alten Stadt. Der Hof ist einer der zahlreichen Adelshöfe in Bensheirn. In einem eigens dafür hergerichteten Betsaal fand hier am zweiten Osterfeiertag, dem 12. April 1853, der erste evangelische Gottesdienst in Bensheim seit der Rekatholisierung statt. Johannes Stumpf Il. von Zell berichtet über die Einweihung durch Prälat Zimmermann aus Darmstadt mit Assistenz von Pfarrer Wilhelm Steinberger aus Auerbach. Stumpf schreibt, daß die Kirche den Namen 'Auferstehungskirche' erhalten habe, weil darin zum ersten Mal an Ostern Gottesdienst gehalten wurde. Am 28. Juni 1858 wurde im Dalberger Hof cine einklassige evangelische Schule für dreißig Kinder eingerichtet.

25. Der Turm des Wambolter Hofes. Der Turm war wesentlich älter als die übrigen Teile des alten Adelshofes (über der Tür stand die Jahreszahl 1560). Im letzten Krieg wurde er so beschädigt, daß er abgebrochen werden mußte. Die Wambolter waren ein bedeutendes Adelsgeschlecht. Anselm Casimir Wambolt von Umstadt war während des Dreißigjährigen Kriegs von 1629 bis 1647 Erzbischof und Kurfürst von Mainz. Im Jahre 1748 starb Seiner Kaiserlichen Majestät und des Kurfürsten von Mainz GeneralFeldmarschall-Leutnant, Gouverneur der Festung Mainz, überamtmann und Burggraf auf Starkenburg Franz Philipp Kaspar Freiherr Wambolt von Umstadt. Er war 1683 in Bensheim geboren und wurde in der Bensheimer Pfarrkirche, deren großer Wohltäter er war, beigesetzt.

Bensheirn, Wambol terhef

Auerbacherstr. mit Rodensteiner Hof

26. 'Weißes Roß', Rodensteiner Hof, Rodensteiner Gartenhäuschen, im Hintergrund der Turm der evangelischen Kirche. Das Gasthaus 'Zum Weißen Roß' wurde 1656 gebaut. Das alte zweistöckige Gebäude beherbergte zeitweilig auch die Zollerheberstelle. Im Jahr 1898 errichtete man an Stelle des alten Baues ein neues Gebäude , in dem zunächst unter dem Namen 'Weißes Roß' wiederum ein Gasthaus untergebracht war. Der Rodensteiner Hof war Eigentum der Familie Überbruck von Rodenstein. Die Familie ist 1904 mit Heinrich Überbruck von Rodenstein ausgestorben. 1905 erwarb die Stadt Bensheim den alten Adelshof mit dem ganzen dazugehörigen Grundbesitz.

Bensheim a. Bgstr.

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Zeppelin-Luftschiff über Bensheim

27. Zeppelin-Luftschiff über Bensheim, 1907. Der Rodensteiner Hof dierite. nachdem er Eigentum der Stadt geworden war, als Wohnhaus. Nach der Zerstörung des Rathauses war die Stadtverwaltung in dem alten Adelshof untergebracht, bis sie 1984 in das ehemalige Bischöfliche Konvikt einzog. Man kann auf der Postkarte die zweiläufige Freitreppe auf dem Bürgersteig erkennen. Diese Treppe war einige Zeit 'Stein des Anstoßes' und Verkehrshindernis, bis sie in einer 'Nacht- und Nebelaktion' im Jahre 1910 beseitigt wurde. Der Turm des Rodensteiner Hofes ist ein Anbau aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Zeppelin ist einmontiert. Solehe Tricks waren damals durchaus üblich.

28. Der Mespelbrunner Hof. Der Hof gehörte ursprünglich dem Schultheißen Hans Eisenlöffel, der ihn 1589 gegen ein anderes Anwesen mit dem Junker Velten Echter von Mespelbrunn tauschte. Das Gebäude war das schönste Fachwerkhaus in Bensheim, es überstand den Dreißigjährigen Krieg und viele andere kriegerischen Ereignisse , es fiel auch nicht einem der großen Brände zum Opfer. Feuersbrünste waren in früheren Jahre keine Seltenheit. Auch bei den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde der Adelshof nicht zerstört. In seinem Bericht über die Jahre 1946 bis 1954 schrieb Bürgermeister Treffert: 'Nach langen Verhandlungen kann mit dem Abbruch eines Teiles des Kaufhauses Müller und mit einem schönen Neubau begonnen werden.' Der erwähnte Teil des Kaufhauses war der Mespelbrunner Hof.

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