Bensheim in alten Ansichten Band 1

Bensheim in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Martin Hellriegel
Gemeinde
:   Bensheim
Bundesland
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4783-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bensheim in alten Ansichten Band 1'

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29. Die Obergasse mit dem Walderdorffer Hof. Einer der interessantesten Fachwerkbauten von Bensheim ist der um 1470 gebaute Walderdorffer Hof. Er war im Laufe der Jahrhunderte im Besitz verschiedener Adelsgeschlechter und Bürger. Die Walderdorffer haben das Haus jedenfalls nicht gebaut. Die von Walderdorff erscheinen als Oberaufseher und Kastenvögte des Hospitals in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die ersten in Bensheim faßbaren Vertreter der Familie sind Friedrich Gottfried und sein Vater der im Jahre 1495 geborene Joharm von Walderdorff, Amtmann zu Weilnau, Kurfürstlich Trierer Rat, Amtmann zu Dietz und Vilmar , der in zweiter Ehe mit Margret von Heimstatt verheiratet war. In den Urkunden der Pfarrei heißt es: '23.11.1590 ist der edle Junker Friedrich Gottfrieden von Wallendorffbegraben worden.'

30. Der Hohenecker Hof in der Hintergasse (heute: Am Bürgerhaus). Der teilweise in Fachwerk ausgeführte Bau stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Man darf sich von der Jahreszahl 1533 im Schlußstein über dem Hoftor nicht irritieren lassen. Dieser Teil der Hofeinfriedigung ist in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entstanden. Die Figur des heiligen Johannes Nepomuk über dem Toreingang kann etwas älter sein. Der ehemalige Adelshof ist seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in bürgerlichem Besitz.

31. Haus Leo. Man kann es kaum glauben, daß dies die Westseite des Hohenecker Hofes ist. Die Fassade in Neobacksteingotik ist ebenso wie die Einfriedigung auf der Ostseite eine Errungenschaft des 19. Jahrhunderts. Die Aufnahme ist um die Jahrhundertwende entstanden. Seit 1884 waren die Nachkommen des Apothekers Louis Leo Besitzer des stattlichen Gebäudes. Damit erklärt sich auch die Bezeichnung 'Haus Leo' auf der Postkarte.

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BENSHEIM a.d. Bergstr,

Neue Volksschule.

32. Die Rodensteinschule. 'Die starke Zunahme der Schülerzahl der Einwohner kath. Konfession ließen die Räume irn alten Knabenschulhaus gegenüber der kath. Kirche und im alten Mädchenschulhaus im ehernaligen Gymnasium als völlig unzureichend erscheinen. Nach längeren Vorverhandlungen entschloß man sich Ende des Jahres 1905, ein Preisausschreiben zu erlassen. Unter 321 Entwürfen wurde derjenige der Herren Stadtbaumeister Adolf Moritz und Regierungsbauführer Eduard Wehner, beide in Frankfurt a. M., mit dern ersten Preis ausgezeichnet. Die Durchführung dieses Entwurfs wurde dann auch beschlossen und irn August 1906 mit dem Bau begonnen. 1908 konnte der stattliche Schulhausneubau an der Rodensteinstraße seiner Bestirnmung übergeben werden.' (Angermeier, '25 Jahre Städteordnung'. )

Gewerbeschuie - ßensbeim a. d, S.

33. Die Gewerbeschule. Bereits 1887 hatte der Ortsgewerbeverein eine Handwerkerschule in der Oberen Grieselstraße eröffnet. Da bei der ständig wachsenden Schülerzahl die Räume nicht mehr ausreichten, baute der Verein in der Heidelberger Straße ein Gewerbeschulhaus (heute Hemsbergschule). Die Stadt stellte unentgeltlich den Bauplatz zur Verfügung; ein größeres Baudarlehen gewährte die Landesversicherungsanstalt. Am 11. August 1907 wurde das Schulhaus seiner Zweckbestimmung übergeben. Im Jahre 1924 übernahm die Stadt Bensheim das Schulgebäude und stellte durch Vereinbarungen mit dem Volksstaat Hessen und den Kreisen Bensheim und Heppenheim die Schule auf eine sichere finanzielle Grundlage (nach Bürgermeister Dr. Rudolf Angermeier, '25 Jahre Städteordnung in der Stadt Bensheim').

Bensheim

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34. Das Gymnasiumsgebäude (rechts) und die Direktorenwohnung (links). Am 26. März 1882 wurde das neue Gebäude des Gymnasiums eingeweiht. Das aus der Lateinschule hervorgegangene humanistische Gymnasium mußte im 19. Jahrhundert mehrmals umziehen. Im Jahr 1804 kam das Gymnasium in das obere Stockwerk des Hospitalgebäudes. 1840 zog die Schule in das ehemalige Appianosche Gebäude in der Bahnhofstraße. Weil die Schülerzahl stetig stieg, wurde die Domkapitelfaktorei, die vorher das Kreisamt beherbergte, umgebaut. Das Gymnasium war ab Herbst 1869 bis zum Umzug in die Auerbacher Straße (heute Darrnstädter Straße) im Jahre 1882 in der ehemaligen Faktorei untergebracht. Heute ist in dem Gymnasiumsgebäude die Kirchbergschule (nach Gerhard Stephan, 'Die Schulhäuser des Bensheimer Gymnasiums seit 1688' in '300 Jahre AKG in Bensheim' , 1986).

Benshl'im

Eisc6ój!. G;ymnasiaf·ConlJict

35. Das Bischöfliche Gymnasial-Convict. Das Konvikt, ein Schülerinternat, war ursprünglich in dem Gebäude an der Ecke Darmstädter Straße/Kirchbergstraße. Am 27. Juli 1899 legte der Bischof von Mainz den Grundstein für das neue Gebäude. Im Herbst 1900 konnte das Internatsgebäude bezogen werden. Der mächtige Bau war 'eine Zierde für die Umgebung', die damals noch nicht so dicht bebaut war. Man pries das Haus als 'schöngegliedert und wohlangelegt'. Das ehemalige Konviktsgebäude beherbergt seit März 1984 die Bensheimer Stadtverwaltung. Nach größeren Veränderungen in Innern des Baues, wurde aus dem ehemaligen Internatsgebäude das Bensheirner Rathaus.

Ernst Ludwig Seminar Bensheim a. cl. B.

36. Das Ernst-Ludwigs-Seminar. Um die lahrhundertwende konnte das alte Seminargebäude (ehemals Kapuzinerkloster) den wachsenden Ansprüchen einer modernen Lehrerbildungsanstalt nicht mehr gerecht werden. Der damalige Seminardirektor Wilhelm Geiger, der 1917 Ehrenbürger der Stadt Bensheim wurde, wollte einen Neubau erreichen. Nach einiger Mühe konnte 1908 mit dem Bau begonnen werden. Der damalige Regierungsbauführer Karl Köster hatte den Plan zum Neubau eines Lehrerseminars als Probearbeit für die zweite Hauptprüfung für das Hochbaufach entworfen. Dieser Plan war die Grundlage für den Neubau (nach Eduard Berlet, 'Lehrerbildung in Hessen-Darmstadt, 1770-1918', 1987)

37. Die deutsche Jugend huldigt Pestalozzi. Köster arbeitete als Regierungsbaumeister seinen Plan noch weiter aus. In den Jahren 1908 bis 1911 wurde der Bau mit einem Kostenaufwand von 775 000 Mark errichtet. Die Inneneinrichtung kostete 120000 Mark. Am 28. September 1911 war die feierliche Einweihung (nach Beriet, 'Lehrerbildung in Hessen-Darrnstadt'). Zu den Einweihungsfeierlichkeiten wurde das Spiel 'Die deutsche Jugend huldigt Pestalozzi' aufgeführt. Bei dem 'lebenden Bild' stellte Katharina Meyer die Germania dar. Aus dem Lehrerseminar wurde später eine Aufbauschule. Seit 1966 ist in dem Gebäude das Alte Kurfürstliche Gymnasium (AK G).

38. Tochterpensionat Fischer in der Auerbacher Straße (jetzt Darmstädter Straße). Bensheim führt den Ehrentitel 'Stadt der Schulen'. Im Laufe der Zeit wurde das Schulwesen immer wieder den jeweiligen Bedürfnissen angepaßt. Manche Schularten, die früher in Bensheim beheimatet waren, wie zum Beispiel die Taubstummenanstalt, gibt es heute hier nicht mehr. Über die Bensheimer Schulen wurde schon einiges geschrieben. Aber bisher hat sich noch niemand mit den privaten Töchterpensionaten und Haushaltungsinstituten beschäftigt, von denen es mehrere in Bensheim gab. Dies liegt wohl daran, daß diese Institute privat geführt wurden und nur geringe Teile ihrer Unterlagen in die Archive wanderten.

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