Bensheim in alten Ansichten Band 1

Bensheim in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Martin Hellriegel
Gemeinde
:   Bensheim
Bundesland
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4783-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

Lieferzeit: 2 - 3 Arbeitstage (unverbindlich). Der gezeigte Umschlag kann abweichen.

   


Auszüge aus dem Buch 'Bensheim in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

93ens6eim

rr

-.

CJtospifa(p(alz

49. Der Hospitalplatz, Rechts sehen wir das Haus, das einst Heinrich Bendheim Il. gehörte, der 1892 bei der Einweihung der Bensheimer Synagoge als Vorsitzender der israelitischen Gemeinde die Begrüßungsansprache hielt. In dem stattlichen Gebäude befand sich ursprünglich (um 1600) das Wirtshaus 'Zum schwarzen Bären', ab 1679 war darin die Kurmainzische Amtskellerei, 1783 kam wieder ein Gastwirtschaft, diesmal mit dem Namen 'Zur goldenen Rose', in das Fachwerkhaus. Im Jahre 1862 erwarb Heinrich Bendheim Il. das Gebäude, das heute mit dem Namen 'Marienhaus' zum Hospital gehört.

50. Kleine Plauderei am Hospitalbrunnen. Auf der Brunnensäule standen damals noch nicht die beiden Putten. Im Sommer bepflanzte man die Säule mit Blumen. Das Hospital ist eine sehr alte Einrichtung. Zum ersten Mal wird ein Hospitalverwalter (Spiddelmeister Henchin Landolf) im Jahre 1402 erwähnt. Daraus kann man schließen, daß in Bensheim mindestens seit dem 14. Jahrhundert ein Hospital bestand. Die in ihren Formen gotische Hospitalkirche ist im Laufe der Zeit mehrmals verändert worden. Bei einer baulichen Veränderung im Jahre 1856 fand man im Boden der Kirche die Grabplatte des Altaristen Henricus. Auf der Platte, die in die Rückwand im Innern der Kirche eingemauert ist, steht die Jahreszahl1342.

Bensheim a. d. B.

Cölner Consum-Geschäft Paul f1onatsberger.

51. Die untere Hauptstraße mit Bliek auf Hospitalkirche und Nähschule. Die Aufgaben des Hospitals wurden im Laufe der Jahrhunderte den jeweiligen Erfordernissen angepaßt. Die Einrichtung wird wohl am Anfang vorwiegend Pilger- und Altenheim gewesen sein. Für Kranke, vor allem für solche mit ansteekenden Krankheiten, gab es die Siechenhäuser vor den Mauern der Stadt. Das Hospital ist ein Belegkrankenhaus. Viele ältere Bensheimer kannten noch die Belegärzte: Sanitätsrat DL Arthur Wiegand (Belegarzt 1886-1928), DL Wilhelm Vogel (1909-1957), DL Felix Lehmann, DL Margarethe Thoß (1921-1955), DL Hans Becker (1922-1945), DL Hans Ebner (1927-1956) und Dr. Bernhard Tebrügge (1930-1964) (nach Kar! Hellriegel , 'Heilig-Geist- Hospital Bensheim ' , 1964).

52. Hospitalbrunnen und untere Hauptstraße. Die Hauptstraße, die übrigens in der Vorstadt früher Heppenheimer Straße hieß, war die von Norden nach Süden verlaufende Grenze für die Einteilung der Stadtviertel. Der Winkelbach bildete die Ost-West-Grenze. Die Häuser auf der rechten Seite gehören zu dem Oberviertel der Vorstadt und die links zum Unterviertel. Nördlich des Winkelbachs waren der Stadt Oberviertel und Unterviertel.

Auf der linken Seite erkennen wir das Feinkostgeschäft Laipple, daneben die Sattlerei von Franz Jäger, ganz rechts ist die Metzgerei von Johann Adam Zehnbauer und daneben die Gemüsehandlung Petrus.

J]ensheim Hauptstraße

53. Untere Hauptstraße mit Bliek auf die katholische Pfarrkirche. Im Juni des Jahres 1892 'raste ' das erste Auto über Bensheims holperige Straßen. Den 'Motorwagen' hatte der in Bensheim geborene Johann Hofmann gebaut. Der Wagen besaß ein Holzchassis und erreichte immerhin eine Geschwindigkeit von 15 km/ho (Richard Matthes, 'Zeittafel zur Geschichte der Stadt Bensheim'.) Das Bild zeigt die Hauptstraße kurz nach der lahrhundertwende. Fuhrwerk, Auto und Fußgänger 'bevölkerten' die Straße, die auch damals die Hauptgeschäftsstraße von Bensheim war. Links sehen wir die Bäckerei von Hans Jäger, rechts das Haus mit der Fahnenstange ist die Druckerei Beger, neben dem Brunnen erkennen wir die Metzgerei von Valentin Blechner und etwas dahinter das Geschäft von Jean Scala.

A. O. BERGSTR.

-'--- finno - tsot. ---

'lier Wasser holt wird aujgeschrieben, Schenkt uns Scnkt Kilian jedes Jahr

Streng nachgeforscht 'NO es geblieben, Viel f:rauben sûss und golden,

~enn hört! :Per lJe~gstrass' edler Wein Ganz schändlich wdr es dann fûrwabr,

Sol! frei ven allem Wasser sein. 'IJ e nn Wein wir wässem wollten,

54. Der Weinbrunnen. An Stelle des alten Larnmertsbrunnens wurde 1901 nach dem Plan von Heinrich Metzendorf der Brunnen mit den in Stein gehauenen Sprüchen über den Bergsträßer Wein errichtet. Doch schon 1928 mußte der Brunnen dem ständig wachsenden Verkehr weichen. Heute stünde der Brunnen niemandem mehr im Wege. Heinrich Metzendorf war nicht nur ein guter Architekt, er hat auch Innencinrichtungen, Grabdenkmäler, Brunnen und andere Werkstücke entworfen.

55. Architekt Professor Heinricn Metzendorf Heinrich Metzendorf ist am 4. Oktober 1866 in Heppenheim geboren. Nach der Volksschule in Heppenheim und dem Gymnasium in Bensheim besuchte er die Landesbaugewerkschule und später die Technische Hochschule in Darmstadt, ohne jedoch ein Examen abzulegen. Heinrich Metzendorf war Autodidakt. Seine Bauten stehen nicht nur an der Bergstraße und im Odenwald; er baute in Elberfeld, in Baden, in Rheinhessen und in der Pfalz, im Elsaß und in Lothringen, irn AIpenvorland und am Bodensee. Am 15. Februar 1923 kam Metzendorf auf tragische Weise ums Leben. Man fand ihn tot imEulerschen Weiher.

Badeanstalt Aussenansicht.

Schwimmbassin.

Bensh~

56. Das erste Bensheimer Schwimmbad. Am 5. Juli 1902 wurde das erste Bensheimer Schwimmbad eröffnet. Die Planung stammte von Heinrich Metzendorf. Vorsitzender der Baukommission war Kommerzienrat Wilhelm Euler. Auf Veranlassung Eulers hatte sich Metzendorf entschlossen, seinen Wohnsitz nach Bensheim zu verlegen. In Bensheim arbeitete Metzendorf sehr produktiv. Um die Jahrhundertwende war der Zuzug an die Bergstraße besonders rege. Viele, die zur Kur oder als Wanderer gekommen waren, siedelten sich an den windgeschützten Westhängen des Odenwaldes an (Daten über Metzendorf, auch auf den vorigen und folgenden Seiten nach Karl Krauß, 'Professor Heinrich Metzendorf, der Baumeister der Bergstraße' in 'Bensheimer Geschichtsblätter' 1925 und verschiedenen Veröffentlichungen von Frank Opperrnann).

57. Der Bismarckturm auf dem Hemsberg. Am Tag nach der Schwimmbadeinweihung wurde der vom Odenwaldklub Bensheim nach Plänen von Heinrich Metzendorf erbaute Bismarckturm auf dem Hemsberg eingeweiht. Um 14 Uhr setzte sich der stattliche Festzug vom 'Deutschen Haus' aus in Bewegung. Voran marschierte die Militärkapelle des Stabstrompeters Mickley. Nach einer halben Stunde erreichte der Zug den Festplatz auf dem Gipfel des Hemsbergs. Dort begrüßte Postdirektor a. D. Hallwachs die Festversammlung. Gymnasialdirektor Professor Dr. Kieser hielt die Festrede. Der Schneidergeselle Heinrich Bernet störte den Festakt; er wurde 'zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung' vom Festplatz weggebracht und bekam obendrein noch eine Haftstrafe von fünf Tagen (Bergsträßer Anzeigeblatt vom 8. Juli und vom 16. Okober 1902).

BEN8HEIM (Bergslraße)

Bliek nach dem ZeIlerIal u. a. d. Hemsberg

58. Friedhofskapelle, Eulersehe Papierfabrik, Hernsberg. Die 1618 gebaute Friedhofskapelle erhielt im 19. Jahrhundert Chor und Kirchturm. Der Bensheimer Friedhof wurde bereits 1554 vor die Mauern der Stadt verlegt. Vorher war er bei der Stadtpfarrkirche. Kommerzienrat Euler förderte Heinrich Metzendorf, indem er ihm zu vielen Aufträgen verhalf. Metzendorf plante Fabrikbauten, Firmenwohnungen und private Gebäude des Kommerzienrats. Der Hemsberg mit dem Bismarckturm ist einer der Bensheimer Berge, an deren Hängen die Reben für den Bergsträßer Wein wachsen. Die Hessische Bergstraße ist Deutschlands kleinstes Weinbaugebiet.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Kolophon | Privacy | Haftungsausschluss | Lieferbedingungen | © 2009 - 2019 Europäische Bibliothek Verlag