Bensheim in alten Ansichten Band 1

Bensheim in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Martin Hellriegel
Gemeinde
:   Bensheim
Bundesland
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4783-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

Lieferzeit: 2 - 3 Arbeitstage (unverbindlich). Der gezeigte Umschlag kann abweichen.

   


Auszüge aus dem Buch 'Bensheim in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

59. Villa Eulennest, 1906. Die Euler-Villa in der Heidelberger Straße ist heute kaum zu sehen. Die Bäume sind inzwischen so groß geworden, daß sie fast den ganzen Bau verdekken. 1875 übernahm Wilhelm Euler die 1860 gegründete Papierfabrik. Euler war seit 1871 kaufmännischer Angestellter in dem Betrieb. Es gelang ihm, die kleine Fabrik mit zwanzig Beschäftigten zu einem bedeutenden Bensheimer Wirschaftsbetrieb zu entwickeln. Euler engagierte sich in vielen Bensheimer Vereinen; er war auch Stadtverordneter. Im Jahre 1896 wurde er Ehrenbürger der Stadt Bensheim und 1899 Kommerzienrat.

:S'lIs~.lm a. b. :Srrqjlr. tliaenoi.~ttl am 'Hirc!lbrrg.

60. Das Villenviertel am Kirchberg. In 'Darmstadt, eine Stätte moderner Kunst' schrieb Victor Zobel im Jahre 1905: 'Ehe ich nun zu den vorwiegend persönlich schaffenden Architekten übergehe, werde ich von einigen Bauten eines Baumeisters sprechen, der zwar auch bewußt in den Wegen der Überlieferung geht, der aber nebenher soviel rein Persönliches hat, daß er hier als ein Mittler genannt werden muß. Es ist Professor Metzendorf in Bensheim an der Bergstraße. Dort, an seinem Wohnort und überhaupt an der ganzen 'hessischen Bergstraße' ist seine Tätigkeit besonders erfreulich zu merken: er hat in stillem Wirken außerordentlich viel getan, den baulichen Geschmack zu heben, den Handwerker zu erziehen und das freudige Verständnis für den Wert der guten Form und der guten Farbe allgemein zu verbreiten.'

61. Das Haus Metzendorf, 1906. Im Villenviertel am Kirchberg hat Metzendorf für sich und seine Familie eine Villa gebaut. Zobel schreibt weiter: 'Das Bild der Bensheimer Ansiedlung zeigt in sehr guter Weise , mit wie feinem Geschick die einzelnen Bauten in die Landschaft hineingestellt sind, wie sie mit ihren UmriBlinien dem Zug der Höhen folgen oder reicheren Rhythmus hinzubringen .. .' In den folgenden Ausführungen schreibt Zobel, die Bauten seien 'durchaus von behaglicher klein-städtischer Art'. Vielfach lägen 'die Anregungen, die der Architekt mit großer Liebe aus dem heimisehen Odenwald geholt hat, zutage; so in der reizenden Dach- und Giebelausbildung, im Holzwerk, im Material der Wand- und Dachbedeckung '.

62. Das Haus Knodt im Villenviertel. 1906. Kar! Ernst Knodt ist am 6. Juli 1856 in Eppelsheim bei Alzey geboren. Er entstammte einer alten hessischen Pfarrersfamilie. Knodt bereitete sich in Straßburg, Utrecht und Tübingen auf seinen Beruf vor. An der Straßburger Universität unterzog er sich der theologischen Prüfung. Knodt kam zunächst als Pfarrer nach Gernsheim, 1882 wurde er dann in Oberklingen am Otzberg angestellt. Als ihn ein Herzleiden zwang, seine berufliche Tätigkeit einzustellen, zog Pfarrer Knodt nach Bensheim. Der 'Waldpfarrer' mit seinern grauen Vollbart und dem Schlapphut war damals eine markante Erscheinung in den Straßen der Stadt. Er starb am 29. September 1917 (nach Professor Dr. Glaser, 'Kar! Ernst Knodt' in 'Bensheirner Geschichtblätter', 1925).

63. Pfarrer Kar! Ernst Knodt, 1916. Die Fürstin Marie von Erbach-Schönberg schildert die Feier des 60. Geburtstags von Pfarrer Knodt im Schönberger Schloß, und sie schließt ihre Betrachtungen mit den Worten: 'Der Waldpfarrer war ein glücklicher und lebensfroher Mann an jenem unvergeßlichen Abend. Im nächsten Spätsommer schloß sich 'leise hinter ihm die laute Tür des Lebens zu', und von ihm heißt es, wie er einst gesungen:

Nun bin ich durchgedrungen, durch alle Nacht und Not. Es hat sich heimgesungen das Lied im Abendrot.

Mit goldgemaltem Flügel schwebt' s hier am Himmelsrand, fliegt's über Tal und Hügel zum fernsten Meeresstrand. Fliegt's ûber alle Meere und durch den Abendschein,

los aller Erdenschwere ins letzte Licht hinein. '

('Erklungenes und Verklungenes', Darmstadt, 1923.)

Kar! Ernst Knodt

Bensheirn an der Bergsrraße

~.~ ..

Bensheim i.andhaussied ung Schönberger ral

64. Die Landhaussiedlung im Schonberger Tal. In der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1908 vernichtete ein Großbrand die Holzwarenfabrik Heinrich E. Klein. Da die Baubehörde einen Wiederaufbau nicht genehmigte, entschloß sich Klein, das Gelände für eine Landhaussiedlung zur Verfügung zu stellen. Anregungen erhielt er von der Hessischen Landesausstellung in Darmstadt im Jahre 1908. Klein sicherte sich die Mitwirkung von Heinrich Metzendorf und Victor Zobel, Darmstadt. 'Sämtliche Häuser sind nach Projekten Heinrich Metzendorfs, eines der ersten deutschen Künstler im Landhausbau, die Gärten nach Plänen Victor Zobels, eines bekarmten Darmstädter Gartenarchitekten, ausgeführt' (nach 'Landhaussiedlung 'Schönbergertal' in Bensheim an der Bergstraße').

65. Zwei Bensheimer Handwerkerfamilien. Auf dem Bild sind die Familien von Schlossermeister Christian Schütz und Steinmetzmeister Peter Mayer festgehalten. Christian Schütz hatte seine Schlosserei in der Wambolterhofstraße. Durch Kriegseinwirkung wurde das Anwesen 1945 zerstört, dabei fand Christian Schütz den Tod. Peter Mayer hatte seinen Steinmetzbetrieb in der Friedhofstraße, nahe beim Friedhof. Er arbeitete oft mit Professor Metzendorf zusammen. Für damalige Verhältnisse machte er viele Fotoaufnahmen, nicht nur von Personen, sondern vor allem auch von vielen seiner Steinrnetzarbeiten.

66. Kirchberg und evangelische Kirche. Das Kirchberghäuschen ist eines der Wahrzeichen von Bensheim. Es wurde in einer Zeit gebaut, in der es in Bensheim mancherlei Unruhen gab. Deshalb hat man es nicht gleich nach der Fertigstellung am 25. Januar 1849, sondern erst am 2. Juni 1857 feierlich eingeweiht. Ursprünglich hatte das Häuschen nach dem Plan von Kreisbaurneister Mittermayer einen Turm erhalten sollen. Doch auf dem Plan ist vermerkt, daß der Turm 'vor der Hand' nicht gebaut wird. So blieb das Kirchberghäuschen bis heute ohne Turm. Am Süd- und Westhang des Kirchbergs wächst ein vorzüglicher Wein.

Bensheim

Darmstädter-Str.

67. Darmstädter Straße, Kirchberg, evangelische Kirche. Am 9. Juli 1859, 'als dem hohen Geburtsfeste Sr. Königlichen Hoheit unseres allergnädigsten Landesherren' (Ludwig lIl.) wurde der Grundstein für den Bau der evangelischen Kirche Bensheim gelegt. Doch am Sonntag, dem 14. Oktober 1860 zwischen 5 und 6 Uhr stürzte der Kuppelbau ein, 'wozu die Elemente viel beitrugen'. Danach ruhte der Bau längere Zeit; 1862 wurden die Arbeiten fortgesetzt. Das Bauwerk entstand nun nach Plänen des neuen Kreisbaumeisters Horst. Diese Planung war einfacher als die ursprüngliche des Kreisbaumeisters Mittermayer. Die Einweihung war am 10. November (Luthers Geburtstag) 1863. Evangelischer Pfarrer von Bensheim war damals Friedrich Simon, der später Leiter der Inneren Mission in Bielefeld und enger Mitarbeiter von Friedrich Bodelschwingh wurde.

Bensheim

Amtsgericht

68. Das Amtsgericht, Am 1. Mai 1902 wurde das neue Amtsgerichtsgebäude in Bensheim eingeweiht. Landgerichte in der Nähe von Bensheim befanden sich seit 1821 in Zwingenberg, Lorsch und Fürth. Im Jahre 1853 bekam auch Gernsheim ein Landgericht, dem mehrere ürte im Ried zugeteilt wurden. 1879 hat man die Landgerichte in Arntsgerichte umgewandelt. Ein Teil des Amtsgerichts Zwingenberg kam ]902 nach Bensheim. Durch Verordnung vom 11. April 1934 wurden die Amtsgerichte Zwingenberg, Gemsheim und Lorsch aufgehoben.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Kolophon | Privacy | Haftungsausschluss | Lieferbedingungen | © 2009 - 2019 Europäische Bibliothek Verlag