Bensheim in alten Ansichten Band 1

Bensheim in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Martin Hellriegel
Gemeinde
:   Bensheim
Bundesland
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4783-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bensheim in alten Ansichten Band 1'

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69. Hotel 'Deutsches Haus'. Um die Jahrhundertwende war Franz van Gries Besitzer des Hotels, in dem alle bedeutenden Veranstaltungen, patriotischen Feiern und Theaterspiele stattfanden. Franz van Gries warb mit: 'Hótel zum Deutschen Haus, in der Nähe des Bahnhofes, schöne Zimmer, Wagen und Bäder im Hause, große Gesellschaftssäle 500 Personen fassend.' Als wenige Jahre später Kar! Heimberger Inhaber des Hotels wurde, annoncierte er: 'Hotel Deutsches Haus, Bensheim - Vollständig renoviert durch Prof. Metzendorf - Schöne Zimmer mit und ohne Pension - Großer schattiger Garten Größere und kleinere Säle für Vereine, Hochzeiten, Konferenzen usw. - Vorzügliche Küche - Prima Weine - Ausschank von Münchener und einheimischen Bieren - Aufmerksame Bedienung - Tel. Nr.3.'

Bensheim a. d.

70. Die Germania. Die Bensheimer Germania war gleichzeitig auch Denkmal für die im Krieg 1870/71 Gefallenen. Das Denkmal stand ursprünglich an der nördlichen Seite der Bahnhofstraße am heutigen Beauner Platz. Hinter der Germania bis fast zum Dalberger Hof erstreckte sich ein Wäldchen, das in den dreißiger Jahren abgeholzt wurde. Anstelle des Wäldchens bekam Bensheim eine Grünanlage. Die Germania versetzte man damals an das nördliche Ende der Anlage. Am 27. März 1945 wurde das Denkmal zerstört.

71. Der Vorstand des Kriegervereins im Jahre 1897. Zum 25jährigen Jubiläum ließ sich der Vorstand fotografieren. In der vorderen Reihe ist der Zweite von links der Stadtbaumeister Philipp Merck, der sich um die Stadtgeschichtsforschung, vor allem, was den Verlauf der Stadtmauer betrifft, große Verdienste erworben hat. Ganz rechts in der vorderen Reihe sitzt der Bankier Daniel Reiling. Reiling war ein typischer Vertreter der aufgeschlossenen und emanzipierten Judenschaft um die Jahrhundertwende. Er betätigte sich in verschiedenen Bensheimer Vereinen. In der letzten Reihe überragt alle der Zimmermeister und Feuerwehrkommandant Franz Schuhman Hl., der von 1908 bis 1919 2. Beigeordneter war. Die einzelnen Personen, soweit bekannt, von links nach rechts, hinten: ?, Kolb, Schuhmann, Auler, Dosch und Claeß; vorn Eichler, Merck, Hering, ? und Reiling.

72. Der Bahnhofsvorplatz. Damals gab es in Bensheim noch keinen Bahndamm. Nach mehreren Unfällen an den schienengleichen Bahnübergängen wurde der Damm in den Jahren 1908 bis 1912 gebaut. Auf dem Bahnhofsvorplatz stand nur eine Granitbank mit der Bismarckplakette und der Büste von Kaiser Wilhelm 1. Diese Büste wurde in einer besonderen Feier im September 1900 enthüllt. Am 27. Juli 1846 fuhr zum ersten Mal ein Zug der Main-Neckar-Bahn. Die offizielle Eröffnung der Linie war am 1. August. Die Ludwigsbahn von Bensheim nach Worms wurde am 1. November 1869 eröffnet. Zunächst hatte jede Bahnlinie ihren eigenen Bahnhof. Ab 1872 konnte die Ludwigsbahn den Bahnhof der Main-Neckar-Bahn benutzen. Die Ludwigsbahn gehörte einer privaten Gesellschaft, 1890 wurde sie vom Staat übernommen.

73. Ein Festzug auf dem Ritterplatz. Schon seit 1870 waren Bestrebungen im Gange, auch Lindenfels durch eine Bahnlinie mit Bensheim zu verbinden. Auch nachdem bereits seit 1900 der Bensheimer Mechaniker Katz fahrplanmäßig dreimal täglich mit einem 'Motorwagen' die Verbindung herstellte , ruhten die Pläne nicht. Es gab kurz nach der Jahrhundertwende Landkarten. in die die Bahntrasse eingetragen war. Die Postkarte zeigt irgend einen Festzug (vielleicht Fastnacht) im Jahre 1914, bei dem der Eisenbahnzug Bensheim-Lindenfels karikiert wurde. Der Schreiber der Postkarte meinte: 'Wenn Ihr wieder kommt, nehmt direkte Fahrkarte München-Wilmshausen.' Im Hintergrund der machtige Bau des Instituts der Englischen Fräulein, vorn mit der Fahne die Weinwirtschaft, Brot- und Feinbäckerei von Heinrich Voß.

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74. Das Kaiserliche Postamt. Das Thurn- und Thaxissche Postregal war zunächst an Preußen übergegangen. Im Jahre 1871 kam es zur Gründung der Reichspost. Bensheim bekam ein Postamt. Amtsvorsteher war Postmeister Ernst Hallwachs, seit 1868 Ehrenbürger der Stadt Bensheim. Bensheirn wurde an das Telegrafennetz angeschlossen und bekam 1899 eine Fernsprechvermittlungsanlage. Zunächst gab es in der Stadt fünfzehn Teilnehmer. Für den ständig wachsenden Postverkehr war das alte Postamt gegenüber dem Bahnhof in der Rodensteinstraße zu klein. 1908 wurde mit dem Bau eines neuen Postamtes begonnen. Der Neubau konnte am 1. April 1909 bezogen werden (nach Hans Bitsch, '150 Jahre Post in Bensheirn' in 'Post in Bensheim' , 1987).

75. Die Odenwaldstube im städtischen Museum. Das städtische Museum wurde am 5. Dezember 1908 in der ehemaligen Domkapitelfaktorei eröffnet. Am 30. September 1908 trafen sich im Saal des Gasthauses 'Zum Deutschen Kaiser' dreißig Herren zur konstituierenden Sitzung des Museumsvereins. Zwölf Herren wurden in den Vorstand gewählt; außerdem war der Bürgermeister kraft seines Amtes Vorstandsmitglied. In der ersten Vorstandssitzung am 9. November wählten die Vorstandsmitglieder per Akklamation den engeren Vorstand. Vorsitzender: Bürgermeister DI. Ignaz Frenay; Stellvertreter: Professor Kar! Henkelmann; Rechner: Daniel Reiling; und Schriftführer: Stadtsekretär Peter Krenkel.

Villa Amalia.

Bensheim a d. B. Partie irn Schonbergertal.

Schloss Falkenhof

76. Schloß Falkenhofund die Villa Amalia. Das Schloß des Ritters von Marx - es ist das hintere Gebäude - (die Bezeichnungen der beiden Bauten auf der Postkarte sind vertauscht) wurde 1894 gebaut. Heute ist darin die 'Klinik Schloß Falkenhof' untergebracht. In die Gründerzeitvilla 'Amalia' zog später das Katharinenstift ein. Mit diesem Bild vom Schönberger Tal beenden wir unseren Spaziergang durch Bensheim. Manches, was sich frühere Generationen nicht aus dem Stadtbild wegdenken konnten, ist dem Krieg, dem Unverständnis derjenigen, die gerade die Macht hatten, oder auch dem 'Zahn der Zeit' zum Opfer gefallen. Ein wenig soll diese Bändchen dazu mahnen, mit wertvollem Kulturgut sorgfältig urnzugehen und es für künftige Generationen zu erhalten.

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