Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 1

Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Paul Metzger
Gemeinde
:   Bonn am Rhein
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3043-1
Seiten
:   160
Preis
:   EUR 19.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 1'

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29. Der erste Bahnhof der am 13. Februar 1844 eröffneten Köln-Bonner Eisenbahn stand südlich des heutigen: ein einfaches, zweistöckiges Hauptgebäude, das auf dem aufgeschütteten Flußarm, der Gumme, stand. Die Stelle des heutigen Hauptgebäudes nahmen die Wagenhallen ein, aus denen die Wagen über Drehscheiben auf die Schienen gefahren wurden. Eine weitere Drehscheibe befand sich an der Poppelsdorfer Allee, denn bis 1855, als die Eisenbahn nach Rolandseek weitergeführt wurde, war Bonn Endbahnhof. 1844 verkehrten täglich drei Züge nach Köln, die Fahrzeit betrug 45 Minuten.

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30. Die Fassade des Empfangsgebäudes des heutigen, 1883/84 erbauten Bonner Hauptbahnhofes ist im Stil der italienischen Renaissance ausgeführt, die Flächen in gelben Ziegelsteinen, die architektonische Gliederung in rotem Sandstein. Während die Seitenflügel einfacher gehalten sind, erscheint der Mittelbau in reicher Gestaltung. Dem Hauptportal ist eine große Freitreppe vorgelegt. Die Bahnsteige sind durch eine Halle gedeckt, die auf runden, gußeisernen Säulen ruht. Zwischen der Halle und dem Empfangsgebäude ist ein Pultdach angebracht. Schon 1884 bei der Eröffnung war der Bahnhof mit einer elektrischen Anlage ausgestattet, im Gegensatz dazu brannten auf den Straßen Gaslaternen.

31. Als man 1883 mit dem Neubau des Bahnhofs begann, machte die Bahnhofstraße, die damals noch Eisenbahnstraße hieß, einen öden und verwahrlosten Eindruck: nur wenige Häuser standen hier, zwischen dem holprigen Pflaster wucherte Unkraut. Erst nach dem Bau des Bahnhofs nahm die Bebauung zu: die meisten Häuser entstanden in der Gründerzeit, sie nahmen Hotels, Gaststätten und Cafés auf. Mit dem Bau der Poststraße, nach 1883, fiel der 'Knabengarten' , eine in Studentenkreisen sehr beliebte Wirtschaft, in der auch Mensuren ausgefochten wurden. Mit dem Bau der U-Bahn zwischen Kaiserplatz und Meckenheimer Straße begann 1969 der Abbruch eines Teiles der Bahnhofstraße, der im Juli 1976 mit dem Abriß des Hotels 'Continental' seinen Abschluß fand.

32. Vom Bahnhof blieken WIT In die bis zum Zweiten Weltkrieg noch geschlossen erhaltene Poststraße, eine typische Straße des 19. Jahrhunderts, die durch den derzeitigen Neubau des Bahnhofsviertels zunehmend ihren Charakter verändert. Die Häuser auf der linken Straßenseite fielen zum Teil bereits 1965 für ein Kaufhaus und nach 1972 für die Cassius-Bastei der Spitzhacke zum Opfer. Im Hintergrund erkennen wir das Gebäude der Hauptpost. Die rechte Seite wurde durch Kriegszerstörung, Abbrüche und Neubauten ebenfalls stark verändert.

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Neues Gesellschaftshaus des Bonner Bürgervereins

33. In dem Bonner Bürgerverein, wegen der konfessionellen und politischen Auseinandersetzungen 1862 gegründet, fanden die katholische Geistlichkeit, die sich immer mehr aus der Lese- und Erholungsgesellschaft zurückgezogen hatte, die Bonner Handwerker und Angehörige des Mittelstandes eine Heimstatt; der Verein breitete sich schnell aus, Er diente der geselligen Unterhaltung und gerneinnützigen Belehrung, Aus dem Jahre 1910 stammt das stattliche Vereinshaus an der Poppelsdorfer Allee, das von dem Architekten Karl Thoma errichtet wurde. Von 1949 bis 1965 beherbergte das Gebäude das Bonner Stadttheater. Am 22. März 1969 wurde es gesprengt, an seiner Stelle steht heute ein hochragender, kompakter Hotelneubau. Der Bürgerverein löste sich 1969 auf.

Gruss aus Bonn.

Der Kal ser-pf etz.

34. Von der Poppelsdorfer Allee geht der Bliek über den Kaiserplatz, einen der schönsten Plätze Bonns. Der Brunnen mit dem 'Heringsmädchen' , vom Verschönerungsverein Bonn gestiftet, wurde nach dem Entwurf des Nürnberger Professors Eberhard ausgeführt und 1936 beim Bau der Fußgängerunterführung entfernt. Heute ziert diese Stelle ein einfacher Springbrunnen. Die alte Brunnenschale wurde 1976 für den Brunnen der drei Grazien von dem Bonner Bildhauer Ernemann Sander wiederverwendet. Die Häuser der Gründerzeit fielen weitgehend den Bomben des Zweiten Weltkrieges oder der Spitzhacke zum Opfer. Im Hintergrund sehen wir die Universität, rechts erhebt sich der Turm der Kreuzkirche. 1974 wurde der Kaiserplatz neugestaltet und ein zweiter Brunnen aufgestellt.

35. Das Denkmal Kaiser Wilheims 1. (1797-1888), von Harro Magnusson geschaffen, wurde am 16. Oktober 1906 von seinem Enkel, Kaiser Wilhelm 11., feierlich enthüllt. Vor dem Westflügel der Universität aufgestellt, ist das Denkmal Ausdruck der Verehrung des Kaisers, den man in Deutschland 'den Großen' nannte. Vom kurfürstlichen Stadtschloß zum Lustschloß Clemensruhe über Kaiserplatz und Poppelsdorfer Allee schuf Clemens August eine großzügige, breite Achse; in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert zog die ka1kweiße Kaiser-Statue alle Blicke auf sich, das Schloß wurde quasi zur Staffage des Denkmals, das 1945 die einrückenden Amerikaner stark beschädigten; seitdem steht es auf dem Bauhof.

Gruß von der Kalserhalle . BO I

36. Der erste Bau der Kaiserhalle, eine bei Bürgern und Studenten beliebte Gaststätte mit großer Terrasse zwischen der Martinstraße, die damals noch beiderseitig bebaut war, und der Bahnhofstraße, stammte aus der Gründerzeit. Das Restaurant, dem man wohl in Erinnerung an den Kaiserbesuch des Jahres 1906, als man für Wilhelm Il. auf dem Kaiserplatz ein Zelt errichtet hatte, den Namen 'Kaiserhalle' gab, wurde am 18. Oktober 1944 zerstört. Der Neubau, am 27. Mai 1955 eingeweiht, mußte am 2. November 1970 der U-Bahn weichen. Der vollkommen neugestaltete und mit einer Ladenzeile versehene Platz dient heute als Zentraler Omnibusbahnhof.

37. Durch das Neutor sehen wir vom KaiserWilhelm-Denkmal auf das spätrornanische Ostchor des Münsters. Ein in das Straßenpflaster vor dem Münster eingelassener Grundriß der bis 1812 hier stehenden Martinskirche erinnert heute noch an den kleineren romanischen Zentralbau, der trotz Einspruch des französischen Präfekten Lezay Marnesia abgebrochen wurde. Vor der Parkanlage sehen wir links eine Wettersäule mit Normaluhr, während der Durchblick nach rechts über den Münsterplatz zum Postgebäude reicht.

Bonn. - Müos!'erkirche.

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'" V'/w-' I':' Bonn, Kaiserplatz, Poppelsdorfer Allee und Kreuzberg.

38. Die Anlage der Poppelsdorfer Allee, einer prachtvollen barocken Achse, zwischen dem Stadtschloß und dem kurfürstlichen Lustschloß Clemensruhe in Poppelsdorf und dem hoch darüberliegenden Servitenkloster auf dem Kreuzberg stammt aus der Zeit des Kurfürsten Clemens August, der so seine beiden Schlösser verband und sogar eine ähnliche Allee zum Schloß Augustusburg in Brühl ausführen lassen wollte. Großzügige Bürgerhäuser wurden in der Gründerzeit an der Poppelsdorfer Allee errichtet, deren Gesamtanlage seit 1855 durch die Eisenbahn zerschnitten, deren Gesamtbild heute durch den Neubau des Hotels 'Bristol' auf dem Gelände des Bonner Bürgervereins beeinträchtigt wird.

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