Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 2

Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Paul Metzger
Gemeinde
:   Bonn am Rhein
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1635-0
Seiten
:   144
Preis
:   EUR 19.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 2'

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9. Wir sehen vor 1900 das Druckhaus der 'Deutschen Reichszeitung' 'In der Sürst' und vorne links deren Besitzer Carl Hauptmann (1852-1933). Nach den kirchenpolitischen Ereignissen des Ersten Vatikanischen Konzils und wegen der politischen Entwicklung in Preußen, die zum Kulturkampf führte, gründeten katholische Rheinländer 1871 diese Zeitung; nach 1887 verlor sie rasch an Bedeutung, 1941 mußte das Blatt, das seit 1934 'Mittelrheinische Landeszeitung' hieß, sein Erscheinen einstellen. Die hier abgebildeten Häuser 5 und 7 der Sürst wurden nach der lahrhundertwende durch Neubauten ersetzt.

10. Erst nach dem Durchbruch der Wesselstraße im Jahre 1881 wurde dieser Platz, der seit dem Mittelalter im Gegensatz zu dem größeren Münsterplatz 'Kleinhöfchen' hieß, neu bebaut; seit 1863 heißt er nach der 1812 abgebrochenen Martinskirche 'Martinsplatz'. Das stattliche Haus in der Mitte, früher NI. 2a, ließ der wohlhabende Rentner Josef Henrion 1886 errichten; aus dieser Zeit stammt auch das hier abgebildete Foto. 1944 wurde die Straßenecke durch Fliegerbomben niedergelegt; Wiederaufbau und Neugestaltung waren erst 1979 abgeschlossen.

11. Die gärtnerische Anlage des Martinsplatzes und der Ostchor des Münsters bestimmen diese Ansicht von 1907. Die 'Niederlage der Wessel'schen Porzellan-Manufaktur, Filiale der Actien-Gesellschaft Ludwig Wessel in Poppelsdorf', die ihren Ursprung in der von Kurfürst Clemens August 1755 eingerichteten 'Poppelsdorfer Fayence Manufaktur' hat, bezog 1883 den Neubau in der Wesselstraße. Unter wechselnden Inhabern bestand die Filiale bis zu ihrer Zerstörung am 18. Oktober 1944. Ein Neubau beherbergt seit 1952 den 'General-Anzeiger für Bonn und Umgegend'.

12. Von der Gangolfstraße aus hat der Fotograf 1913 diese Aufnahme durch die Gerhard-von-Are-Straße auf den Martinsplatz mit dem 'barocken' Brunnen (siehe Abbildung 13) und den Südwestturm der Universität gemacht. Im Vordergrund fällt die reiche Verzierung des Eckhauses an der Gangolfstraße aus der Zeit des Jugendstils auf, die rechte Seite bietet heute mit Ausnahme des Modehauses 'Kronprinz ', das fast in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten blieb, ein ganz anderes Bild: Neubauten mit glatten Fassaden sind dort nach dem Kriege entstanden.

13. Den Vordergrund dieser Postkarte von 1928 bildet der Brunnen am Martinsplatz, den man 1911 bei der gärtnerischen Neugestaltung an der Gerhard-von-AreStraße gegenüber dem Ostchor des Münsters errichtete. Er erhielt seine besondere Gestalt durch Verwendung von Teilen des 1908 abgebrochenen Hauptportals des Welschnonnenklosters (siehe Abbildung 99): seitlich der Hausteinumrahmung je ein Pilaster und eine Säule, die einen geschweiften verschnittenen Giebel tragen. Die Anlage wurde im Kriege zerstört und 1950 beseitigt; seitdem ziert eine einfache Brunnenschale diese Stelle - die Quelle ist allerdings seit Jahren versiegt.

14. Dieser Bliek durch die Gangolïstraise stammt aus dem Jahre 1927, nachdem der Vierungsturm des Münsters 1926/27 ein neues Dach erhalten hatte. Wie andere Straßendurchbrüche entstand auch die Gangelfstraße nach der Jahrhundertwende; die meisten Häuser wurden im Jugendstil errichtet. Kriegszerstörungen 1944/45 und moderne Neubauten der Nachkriegszeit haben jedoch den hier gezeigten Gesamteindruck der Straße verändert; die rechte Straßenseite und das Eekhaus in der Bildmitte konntenjedoch erhalten bleiben.

15. Im Jahre 1913, als die in barockem Stil errichtete Kaplanei der Münsterkirche auf der linken Seite der Gangolfstraße fertig war, wurde diese Aufnahme gemacht; der Regierungsbaumeister Kar! Thoma (1857-1923) hatte den Bau entworfen. Der Martinsbrunnen wurde 1902 von dem Bildhauer Heinrich Goetschrnann und Gladenbecks Eisengießerei in Friedrichshagen geschaffen; er erinnert an die Martinszüge der Kinder und Jugendlichen, die am Vorabend des Martinstages durch Städte und Dörfer ziehen. 1942 wurden die Brunnenfiguren eingeschmolzen. Von den damals angefertigten Gipsformen wurden 1958 die neuen Figuren gegossen.

16. Dieses Kanonikerhaus am Münsterplatz - hier auf einem Foto von 1909 - hatte der Landrentmeister Ferdinand Flörken 1713 für seinen Neffen errichten lassen. 1911 wurde das Gebäude, in dem die damalige Rheinisch-westfälische Diskontobank seit 1903 ihre Bonner Filiale unterhielt, abgebrochen. Die romanische Prangersäule aus rotem Sandstein mit bekrönender Kugel soll seit dem 13. Jahrhundert hier stehen; sie weist auf die alte Gerichtsvorhalle vor dem Haupteingang des Münsters hin, deren Grundriß 1980 im neuen Pflaster des Münsterplatzes sichtbar gemacht wurde.

17. Rechts neben dem platzbeherrschenden romanischen Münster - diese Aufnahme von Norden entstand 1914 - steht das heute noch erhaltene Jugendstilhaus von 1912, das auf dem Grundstück eines Kanonikerhauses errichtet wurde (siehe Abbildung 16). In den Jahren 1977-1980 wurde dieses Haus, das seit 1917 der Dresdner Bank gehört, im lnnern neu ausgebaut. Zur gleichen Zeit wurden zwei danebenstehende Häuser 'In der SÜIst' und am Münsterplatz nach Plänen der Architekten Hans Kammerer (geboren 1922) und Walter Belz (geboren 1927) stilverwandt neuerrichtet.

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18. Dieser Rundbau aus der Jugendstilzeit 'In der SÜIst', das 'Münster-Haus', wie es in der Fassade zu lesen ist, wurde 1912 auf dem Grundstück der niedergelegten alten Kaplanei errichtet; die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1915. Der Bau des Regierungsbaumeisters Karl Thoma (siehe Abbildung 15) setzte damals einen neuen Akzent im Münsterviertel. als die neuangelegten Straßen bebaut wurden. Das Modehaus Paul Kemp & Sohn, einst Hoflieferant, hatte seit der Fertigstellung des Hauses bis 1978 hier seine Geschäftsräume; nach seinem Auszug bezog es die Dresdner Bank.

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