Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 2

Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Paul Metzger
Gemeinde
:   Bonn am Rhein
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1635-0
Seiten
:   144
Preis
:   EUR 19.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 2'

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69. Diese Luftaufnahme des heutigen Regierungsviertels entstand 1918. Links erkennen wir in der Mitte das Palais Schaurnburg, von 1949 bis 1976 Amtssitz des Bundeskanzlers, und unten, mitten im Park unweit des Rheins die Villa Hammerschmidt, die seit 1950 Residenz des Bundespräsidenten ist. Der langgestreckte Bau schräg darüber ist das Zoologische Forschungsinstitut Museum Alexander Koenig an der Adenauerallee. Hier fand am 1. September 1948 die Eröffnungssitzung des Parlarnentarischen Rates statt. Am oberen Bildrand verlaufen längs der Baumreihe die Geleise der Eisenbahn.

70. So sah die 'Steingut-Fabrik und Kunsttöpferei Franz Anton Mehlem', die seine Söhne Paul und Everhard wegen der besseren Verkehrslage von Poppelsdorf hier an den Rhein verlegt hatten, im Jahre 1902 aus. Das hohe, burgartige Gebäude in der Mitte, an der Ecke 2. Fährgasse/Wilhelm-Spiritus-Ufer, war das Wohnhaus der Inhaber. Die übrigen Gebäude, die zwischen 1883 und 1896 errichtet wurden, dienten der Fabrikation des Steinguts, das weltweit Absatz fand. 1920 wurde die Fabrik an das saarländische Unternehmen Villeroy und Boch verkauft, 1931 aber bereits wegen des schlechten Absatzes geschlossen. An ihrer Stelle steht seit 1950 das Postministerium.

71. Ernst Moritz Arndt (1769-1860), dessen Haus an der Adenauerallee 79 wir hier 1928 von der Rheinseite sehen, gehörte zu den ersten Professoren der 1818 gegründeten Universität. Der Universitätsbaumeister Friedrich Waesemann baute es 1818/19 im Stile norddeutscher Gutshäuser. 1933 richtete man hier eine Gedenkstätte für den großen Patrioten und streitbaren Publizisten ein, die nach dem Wiederaufbau des Hauses am 2. Mai 1951 neueröffnet wurde. Erst nach grundlegender Restaurierung konnte das Haus 1956 in der heutigen Form den Besuchern zugänglich gemacht werden.

BONN a. Rhein

Collee:ium Albertinum

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72. Nach Plänen des Baumeisters Franz Langenberg entstand 1892 der Bau des Collegiums Albertinum in Anlehnung an Klosterbauten; in seiner ersten Anlage zeigt er alle Stilmerkmale der Neugotik in ihrer Spätphase. Gebaut wurde zunächst ein U-förmige Anlage mit einem innen umlaufenden Kreuzgang. Franz Statz erweiterte sie 1895/96 an den Seitenflügeln um je vier Achsen. Diese Postkarte der Jahrhundertwende zeigt das Theologenkonvikt von der Rheinseite mit den Bauten auf der Sockelmauer, die ebenfalls noch vor 1900 errichtet worden waren; nach dem Kriege wurden diese nicht wiederaufgebaut. Die übrigen Kriegsschäden waren erst 1963 beseitigt.

73. In der Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnete Jakob Kley vor dem Koblenzer Tor ein Hotel, das später mit mehreren Häusern vom Alten Zoll bis zum Königshof reichte. Wegen seiner hervorragenden Lage am Rhein mit seiner herrlichen Aussicht auf das Siebengebirge und der gepflegten Gartenanlage des Innenhofes, die diese Ansicht der Jahrhundertwende zeigt, hatte das Hotel weithin einen guten Ruf. 1905 wurde esjedoch geschlossen und abgerissen, Der Rentner Carl Ebbinghaus, erster Vorsitzender des Vereins Beethovenhaus, errichtete damals im Park eine großzügige Villa, die nach 1926 zu dem Restaurant 'Stadtgarten' gehörte.

74. Dieses Foto aus dem Jahre 1880 zeigt den Rheinkran am Alten Zoll, wo er bereits im Mittelalter, damals jedoch auf einem Rheinschiff, stand. 1808 ging der dem Staate gehörende Kran in städtischen Besitz über. Da der hölzerne seit langem baufàllig war, wurde er 1856 durch einen aus Eisen ersetzt. Gleichzeitig wurde die Böschung beseitigt und eine senkrechte Ufermauer gebaut. Im Zuge des weiteren Ausbaus der Rheinpromenade mußten Kran und die beliebte 'Restauration Zum Rheinkrahnen' 1894 den Gartenanlagen weichen, die auch heute noch diese Uferpartie schmücken.

75. Das Fachwerkhaus des 'Gasthofs und Restauration Zum alten Keller' in der Rheingasse - dieses Foto entstand vor dem Ersten Weltkrieg - trägt im Giebel die Jahreszahl 1553, das Jahr seiner Erbauung. Johann Wolfgang von Goethe war im Mai 1793 hier zu Gast. Seit dem Mittelalter bestimmte der mit dem Schiffsverkehr verbundene Warentransport zur Stadtwaage am Rathaus das Bild dieser Gasse mit ihren zahlreichen Gaststätten und Hotels. Auch dieser Teil der Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg zerbombt. Mit Triimmerschutt höhergelegt, verbreitert und mit modernen Neubauten präsentiert sie sich heute mit völlig neuem Gesicht.

76. Das Hotel 'Rheineck', ein anderes, beliebtes Hotel mit Restaurant am Rhein, hier auf einem Foto von 1930, wurde nach 1840 von Johann Drammer erbaut. Beim Ausbau der Rheinanlagen verbreiterte man 1864 das Ufer, so daß man nunmehr auch von der Rheinseite Zugang zu dem Hotel hatte. Hier war auch die Anlegestelle der Köln-Düsseldorfer Rheinschiffe. Bomben legten am 18. Oktober 1944 das repräsentative Haus vollständig in Schutt und Asche. Es wurde nicht wiederaufgebaut, das Grundstück in die Rheinanlagen und das heutige Brassertufer miteinbezogen.

77. Die Kirche des ehemaligen Kapuzinerklosters, ein zweischiffiges Gebäude mit großem Satteldach an der Ecke Kapuzinerstraße{Hundsgasse (seit 1975 Belderberg), hier mit dem davorgebauten Haus des Direktors des städtischen Gymnasiums, wurde 1897, im Jahr ihres Abbruchs, fotografiert. Kirche und Klostergebäude mußten dem Erweiterungsbau des Gymnasiums und dem Neubau der Turnhallen weichen. Bereits seit 1880 diente die Kirche, die 1765 geweiht worden war, als Turnhalle, nachdem das Kloster 1802 säkularisiert und seitdem unterschiedlich genutzt worden war.

78. Die Remigiusschule, deren Giebeluhr auf der vorigen Ansicht das Kapuzinerkloster überragt, wurde 1897 errichtet. In ihrer Architektur paßte sie sich stilvoll den benachbarten Schulen und der Doppelturnhalle an (siehe Abbildung 79). Aus ihren Trümmern - sie wurde arn 18. Oktober 1944 ausgebombt - entstand 1959 ein neues Schulgebäude, in dem das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und die Clara-Schumann-Schule untergebracht waren, bis deren Neu- und Wiederaufbau fertig waren. 1967 wurde das Gebäude, in dem sich zuletzt die Freiherr-vorn-Stein-Schule befand, abgerissen; das Terrain harrt der städtebaulichen Neugestaltung.

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