Brunnenstadt Gerolstein alte und neue Bilder

Brunnenstadt Gerolstein alte und neue Bilder

Autor
:   Josef P. Böffgen
Gemeinde
:   Gerolstein, Brunnenstadt
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1707-4
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Brunnenstadt Gerolstein alte und neue Bilder'

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39. Im Jahre 1955 wurde durch den 'Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge' (dessen Zeitschrift diese Angaben entnommen sind) die heutige Anlage geschaffen und am 19. Oktober 1958 unter großer Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht. Landrat Urbanus hielt die Weiherede; Dechant Thomé und Pfarrer Köhler nahmen die kirchliche Segnung vor. Hier in der Stille des Waldes ruhen 385 Tote; 81 des Ersten Weltkrieges, 64 Zivilpersonen (Kriegsopfer), 240 Gefallene des Zweiten Weltkrieges, unter ihnen ein Belgier. ein Holländer und eine Polin. Jedes Jahr am Buß- und Bettag ist hier eine ökumenische Gedenkstunde mit Beteiligung der Bundeswehr aus der Eifel-Kaserne bei Gerolstein-Lissingen,

40. Die Volksschule in Gerolstein hat eine abwechslungsreiche Geschichte. Der Parkplatz an der Normaluhr war der Standort der alten St.-Annaschule, in der viele Generationen in die Anfangsgründe der Wissenschaft eingeführt wurden. Der Zweite Weltkrieg bereitete dem Gebäude ein totales Ende. Seit 1921 war das heutige Arbeitsamt die St-Josefsschule, bis das neue Gebäude an Bouché's Anlagen (später Hindenburgplatz, heute Brunnenplatz) diesen Namen erhielt. Beim Bombenabwurf auf Gerolstein am 24. Dezember 1944 wurden auch die Sr-Josefsschule und der Kindergarten getroffen. Viele verwundete Soldaten, für die gerade eine Weihnachtsfeier vorbereitet wurde, und 26 Personen aus Gerolstein fanden hier den Tod.

Foto: Simon

41. Schon 1961 hatte der Stadtrat den Neubau einer 18klassigen Volksschule beschlossen. Im Stadtzentrum, irn Tal war kein Platz zu finden, der Raum genug bot für ein Schulgebäude mit großem Spielplatz und allern, was man heute bei einer modernen Schule oder wenigstens in unmittelbarer Nähe erwartet. Man mußte also ausweichen auf die Höhe, Das führte zu einer großzügigen Planung in der Nähe des Schwimmbades zwischen Raderstraße und Lissingerstraße. Dort war Platz genug, nicht nur für eine Schule, sondern auch für ein Sportzentrum in unmittelbarer Nähe mit Hallen- und Freibad, Sport-Arena und Tennisplätzen, Anlagen, die im Laufe der Jahre Schritt um Schritt verwirklicht wurden.

42. 'Am 8.11.1945, genau ein halbes Jahr nach dem Kriegsende, konnte der Unterricht notdürftig in Behelfsräumen, in Baracken und in Hotel-Salen wieder aufgenommen werden. Am 29.9.1947 begann der Wiederaufbau der St.Josef-Schule. Am 1.4.1948 waren die Unterrichtsräurne bezugfertig ... Die Einwohnerzahl {von Gerolstein} stieg auf weit über 4 000 an. Gleichzeitig wuchs die Zahl der schulpflichtigen Kinder von 350 irn Jahre 1946 auf 500 im Jahre 1964', so erzählt die Urkunde, die in den Grundstein der neuen Schule eingemauert wurde. 1964 konnte der Grundstein der neuen Hauptschule gelegt werden. Dem folgte 1977 ein weiteres großes Gebäude für die Grundschule und eines für die Sonderschule.

Foto: Schend

43. Das Gebäude der berufsbildenden Schulen wurde unter Direktor Julius Kiefer schon 1950 errichtet - als auf Sarresdorf Privathäuser noch in Trümmern lagen; als in der Straße 'Am Auberg' nur ein Haus stand, das von Totengräber Schmitz; als im Kylltal noch eine Dampflok mit viel Qualm die Eisenbahngeleise befuhr; als ... als ... als ... Du wirst auf diesem Bild, das den Bliek von der Munterley in das Kylltal bietet, noch vieles finden, was heute ganz anders aussieht als damals. Nur die Felsen, auf denen du dann stehst, sind '12000 und fünf Jahre alt'. So war die Antwort eines schlichen Gemütes an einen Gast, der nach dem Alter der Dolomiten fragte. Als dieser meinte: 'Na, Sie wissen es aber genau!' gab er die eindeutige Erklärung: 'Vor genau fünf Jahren war ein Gelehrter hier, der sagte, unsere Felsen seien 12 000 Jahre alt. Wie gesagt, das war vor fünf Jahren, also ... !'

44. Das heutige Gymnasium hat eine vergleichsweise kurze Geschichte. 1911 wurde eine private höhere Schule in Gerolstein gegründet, zunächst mit 21 Schülern in drei Klassen. Das Gebäude ist heute noch jedem bekannt als 'Rektoratschule ', obwohl es längst die Sonderschule belierbergt. 1920 wurde die Schule erweitert auf fünf Klassen mit 47 Schülern, 1938 waren es 105 Schüler. Als am 15. Januar 1946 der Unterricht wieder aufgenommen wurde, fanden sich 208 Schüler ein; 1952 waren es 280. Dieses Ansteigen der Schülerzahl ging vor allem zurück auf das im früheren Hotel 'Dolomit ' gegründete Internat, das am 1. Dezember 1946 in den Besitz des Bischöflichen Stuhles von Trier übergegangen war. Im Juni 1952 wurde der Grundstein gelegt zu einern Neubau, dessen erster Trakt am Tage der Verleihung der Stadtrechte, am 7. Juni 1953, eingeweiht wurde.

45. Die Einweihung des neuen Progymnasiums (inzwischen Vollanstalt) bildete einen gewissen Abschluß einer imponierenden Aufbauleistung. In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Serwas, daß im öffentlichen Gerneinschafts- und Ehrendienst 140 000 Kubikmeter Schutt weggeräumt wurden. Gleichzeitig richtete er den Bliek in die Zukunft: was damals ehrgeizige Pläne waren, ist inzwischen verwirklicht. Die kirchliche Weihe nahm Dechant Alois Molter vor. Ein Jahr später hat er Gerolstein verlassen. Seit 1943 hatte er sich in unermüdlicher Arbeit um den äußeren und inneren Aufbau der Pfarrei Gerolstein mit ihren fünf Filialen bemüht. Unvergessen ist vor allem sein selbstloser Einsatz in den letzten Kriegsmonaten. Seit 1969 lebt er im Ruhestand in seiner Heimat Buweiler bei Wadern (Saar).

46. Zur seelischen Belastung, die der Nationalsozialismus für die meisten bedeutete, war die Last von Krieg und Zerstörung hinzugekommen. Wenigstens erstere war 1945 weggefallen. Nach der Währungsreform wurden langsam auch die Wunden der Zerstörung geheilt, es kam wieder Lebensfreude auf. So feierte denn auch der Sportverein 1949 sein 30jähriges Bestehen. Die Festschrift, auf schlechtem Papier gedruckt, berichtet aus der Erinnerung über die Gründung des Vereins, da alle schriftlichen Unterlagen wie auch alle Trophäen und Diplome vernichtet waren. Da 1919 noch jede Art von Versammlung verboten war (Nachkriegszeitl), fanden sich acht rnutige und sportbegeisterte Burschen in der Waschküche eines der Gründer zusammen. Außer der Sportbegeisterung war nichts da: kein Sportplatz, kein Sportdreß, kein Geld. Ein weiter Weg war zurückzulegen bis ein geordnetes Vereinsleben mit sportlicher Betätigung möglich war.

47. Sport in Gerolstein. Die Fußballmannschaft unseres 'SV Gerolstein' macht nicht gerade Schlagzeilen, und unser Tennisclub ist noch relativ jung. Aber er hat herrlich gelegene Übungsplätze im Sportzentrum der Stadt - und das ist schließlich eine wesentliche Voraussetzung für das, was hier angestrebt wird: Breitensport. Im übrigen: junge Mannschaft! Im Hintergrund des Bildes sehen wir das Hallenbad. Hier übt mit eisernem Fleiß unsere junge Mannschaft der DLRG (Deutsche LebcnsrettungsGesellschaft) und sie hat 1976 den Deutschen Meister gemacht. Auchdie Tischtennismannschaft des 'ESV Gerolstein' (Eisenbahner-Sportverein) hat schon manchen Sieg nach Hause gebracht. Wer den Hobby-Katalog der Vulkaneifel durchsieht, findet filr Gerolstein unter anderem noch folgende Sportarten: Angeln, Bogenschießen, Bootfahren, Kegeln, Klettern, Minigolf, Reiten, Rodeln, Schach, Schießen, Schwimmen und Tauchen. Ein reiches Programm für jeden Geschmack!

Foto: Michaelis

48. So sah der direkt unter der Burg gelegene Stadtkern 1933 aus. Wer die Stadt damals nicht aus eigener Anschauung gekannt hat, wird sich kaum zurechtfinden. Der einzige Orientierungspunkt wird flit ihn die Kirche sein. Die Hauptstraße hat Baulücken geschlossen. Einen Parkplatz an der Normaluhr gab es nicht; dort stand damals die alte Annaschule (rechter Bildrand Mitte). Die Sprudelwerke bieten heute ein ganz anderes Bild. 'Sprudel' und 'Flora' haben je ihre Kyllbrücke zum Gleisanschluß der Bahn. Eine Brunnenstraße gab es noch nicht, statt ihrer fruchtbare Gärten 'auf dem Haag', das ist das ganze Gelände an der Kyll von den Sprudelwerken bis zur Apotheke. Meines Wissens gibt es auch kein besseres Bild der 'Eselsbrückc'.

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