Die Insel Poel in alten Ansichten Band 1

Die Insel Poel in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Jürgen Pump
Gemeinde
:   Poel, Die Insel
Bundesland
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5563-2
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Die Insel Poel in alten Ansichten Band 1'

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59. Oft sollen die PoeIer Fischer auf ihr Lieblingsbank am Kirchdorfer Hafen bei einem 'lütten Kloensnack' oder 'tau 'ne lütte Piepenpaus' gesessen habe. Sie stand vor der Hecke des Völterschen Gartenlokals. Auf diesem Foto sind es, von links: Bernhard Rust, Schuster Thegler, Hans Wilken (genannt Maat), Walter Wilken (Bruder von Hans), Gustav Gössel, Heinrich Nausch, Otto Wilken (genannt Schorsch) und Alex Senkpiel.

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60. Der Dampfer 'Poel', im Verkehr zwischen der Insel Poel und Wismar. Geführt wurde das Schiff von Gustav und Peter Steinhagen, die den Dampfer bei der Werft von Carl Barmann in Wismar Ende 1899 in Auftrag gaben. Der hölzerne Dampfer, ein Nachbau der Wismarer Dampfer 'Paul' und 'Alice', wurde im Frühjahr 1900 als 'Poel' in Dienst gestellt. Diese Aufnahme entstand etwa um 1915.

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61. Die 'Insel Poel' in voller Fahrt, über die Toppen geflaggt, in der 'Kirchsee' im Jahre 1925. Der Dampfer wurde am 23. Februar 1910 als 'Graf von Zieten-Schwerin' für die Neu-Ruppiner Darnpfschiffahrt-Gesellschaft von Otto Jenge vom Stapel gelassen. Die Gebrüder Steinhagen aus Kirchdorf kauften dieses Schiff 1920 und nannten es 'Insel Poel'.

62. Ein kleines Meisterstück des Fotografen im Jahre 1927. Der Dampfer 'Insel Poel' mit seinern Spiegelbild bei seiner Ankunft im Kirchdorfer Hafen. Das Wasserfahrzeug im Hintergrund ist ein kleiner Prahm, der, mit Feldfrüchten beladen, of! vom Dampfer in Schlepp genommen wurde. Kurz vor dem Anlegen löste man, laut Aussage von Gewährsleuten, die Leinen, und der Prahm mußte mit viel Geschick an das Bollwerk manövriert werden. Gesteuert wurde so ein Prahm mit einer Ruderpinne.

Ostseebad lnsel Poel - Hafen.

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63. Festlich gekleidete Menschen an der Anlegestelle des Poeier Dampfers beweisen, daß dieser Tag sicher ein Sonntag oder Feiertag war. Grund genug also , das beliebte Ausflugsziel, die Insel Poel, zu besuchen. Es soll bereits im Jahre 1910 sehr turbulent zugegangen sein. Der erste Anlaufpunkt der Gäste war das Völtersche Gartenlokal. Hatte man Durst oder Hunger gestillt, strebte alles zum 'Schwarzen Busch' hinein in das Badevergnügen. Am Bollwerk, im Vordergrund liegend. sehen wir einen Prahm, dessen Ladegeschirr links im Bild deutlich erkennbar ist.

64. Im Jahre 1648 wird die Insel Poel bis auf die vier lübischen Dörfer durch den Frieden von Osnabrück und Münster, der den Dreißigjährigen Krieg beendet, zusammen mit Wismar und dem Amt Neuloster schwedischer Besitz. Vorübergehende Besetzungen von Brandenburgern, Dänen, Schweden, Russen, Hannoveranern und Preußen brachten den Inselbewohnern schwere Zeiten. 1803 verpfändet Schweden Poel im Malmöer Pfandvertrag mit Wismar und Neukloster an das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin für 100 bzw. 200 Jahre. 1903 verzichtet Schweden auf die Einlösung des Pfandvertrages. Poel gehört wieder zu Mecklenburg. Ein freudiges Ereignis für alle Poeier. Sogar der Großherzog besuchte die Insel aus diesem Anlaß. Mecklenburgische Flaggen wurden an die Fischer verteilt. Und für das leibliche Wohl gab es 'suer Äten' (weiße Bohnen, süßsauer). Dieser Gruß wurde am 19. August 1903 verschickt.

65. Eine Vielzahl von Ansichten ist in dieser interessanten Karte vereint. Beginnend mit einer Totalansicht des Hauptortes Kirchdorf im oberen Bildteil, versuchte man, möglichst die attraktivsten Dinge bildlich darzustellen. Vom Völterschen Gartenlokal, einer Partie vom 'Schwarzen Busch', der Kirche und der Hauptstraße in Kirchdorf bis hin zum Feuerwerkerhaus in Timmendorf. Ein Gruß aus dem Jahre 1909.

66. Betagte Poeier müssen schon ihr Erinnerungsvermögen bemühen, denn dieser Weg, vom Kickelberg kommend, existiert heute nicht mehr. Er endete an der sogenannten Leihmskuhl (dem späteren Müllplatz am Ende der Kickelbergstraße). Interessant ist die mittlere Darstellung der Kirchdorfer Hauptstraße (V orstraße). Hier ist bereits eine elektrische Leitung zu erkennen. Unten sehen wir den Timmendorfer Leuchtturm noch in seiner ursprünglichen Form. Eine schöne Karte aus den zwanziger Jahren.

67. An die Poeier Schloßwälle knüpfen sich reiche Erinnerungen. Vor allem, daß diese künstlich aufgeworfenen Schutzwälle von den Poeier Einwohnern in damaliger Zeit in schwerer Fronarbeit verrichtet werden mußten. Daß die erlauchten Herren dann dort in Saus und Braus unbekümmert lebten, wurmte die Poeier schon. Später allerdings verblaßte der Groll, und Spaßvögel meinten, wenn man sie nach dieser historischen Anlage befragte: 'Dar hett mal ein Slott stahn, domp hebbens bannig väl sapen!' (Da hat einmal ein Schloß gestanden, dort wurde immer tüchtig getrunken.) Manche reden irrigerweise von 'Schwedenwällen' . Doch weit vor der Schwedenzeit ist die Anlage geschaffen worden. Der mecklenburgische Herzog Adolf Friedrich ließ sie aufschütten. Seine Pläne waren, Mecklenburg sollte eine Seemacht, die Insel Poel der Flottenstützpunkt werden. Der Bliek geht auf dieser Darstellung über den Festungswall weit in die 'Kirchsee'. Die Aufnahme wurde vom Kirchturm im Jahre 1908 gemacht.

Ostseebad Insel Poel - Wa\anlagen einer im 30jährioen Kriege zerstörten Burg

68. Ist auch das stolze Poeier Schloß vergangen. die hohen Wälle sind dennoch geblieben und haben an Reiz noch gewonnen. Wo einst Palisaden und Zugbrücken existierten, führte um die Jahrhundertwende ein Steg von der Kirche aus zu den Schloßwällen, die das von dem Holländer Gerhard Piloot erbaute zweistöckige Schloß schützen sollten.

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