Die Insel Poel in alten Ansichten Band 1

Die Insel Poel in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Jürgen Pump
Gemeinde
:   Poel, Die Insel
Bundesland
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5563-2
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

Lieferzeit: 2 - 3 Arbeitstage (unverbindlich). Der gezeigte Umschlag kann abweichen.

   


Auszüge aus dem Buch 'Die Insel Poel in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

69. Wenn wir uns der Insel Poel nähern, so ist die Kirche für das Auge der beherrschende Mittelpunkt. Auch der kunstgeschichtlich ungeübte Bliek fühlt sich von diesem imposanten Bauwerk angezogen. Die Kirche liegt inmitten der ehemaligen Festungsanlage, deren Wälle noch heute sehr gut erhalten sind. Erbaut wurde das Gotteshaus etwa zwischen 1210 und 1258. Es ist ein gotisches Bauwerk. Das Kirchenschiff wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erhöht und verlängert; gotische Fenster, ein steileres Dach, neue Eingänge und Strebepfeiler wurden gebaut. Die im Vordergrund frisch gepflanzten Linden an der Westseite belegen, daß diese Aufnahme etwa um die Jahrhundertwende entstanden sein muß.

van der

70. Diese Darstellung zeigt die Innenansicht der Inselkirche im Jahre 1907. Das heutige Gestühl im Vordergrund stammt aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Im Hintergrund ist der aus dem 15. Jahrhundert stammende große Altar zu sehen. Auch der kleine Altar hatte dort seinen Platz, darüber angeordnet. Erst in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts versetzte man ihn an die Südwand, direkt gegenüber dem Haupteingang. Im linken Bildteil oberhalb der Bankreihe ist der letzte eiserne Ofen zu sehen, der noch bis 1936 benutzt wurde. Pastor Lewerenz ließ die ersten zehn Bankreihen mit elektrischer Heizung ausstatten. Die Gesamtansicht der Kirche läßt bei aufmerksamer Betrachtung den Schornstein im Mittelteil des Kirchenschiffes erkennen.

Ostseebad Insel Poel - Kirche

71. Diese Aufnahme entstand im Jahre 1927. Deutlich ist die Einfriedung, die künstlich aufgeschütteten Kirchwälle, zu erkennen. Im Hintergrund sehen wir einen Teil der 'Kirchsee' mit der Niendorfer Mühle. Ganz rechts deuten sich die Schloßwälle an.

72. Spielende Jungen im Kirchdorfer Hafen, doch mit Sicherheit der künftige Fischernachwuchs. Eine Darstellung von 1907. Am Bollwerk und vor Anker liegend, sehen wir im Hintergrund Frachtewer. Ewer waren seegehende Mehrzwecksschiffe. Sie fuhren einmastig, mit einem feststehenden Mast, einem großen Rahsegeloder Gaffelsegel. Neuere Ewer wurden in größerer Zahl als anderthalbmastige Besanewer mit Gaffelsegel an beiden Masten gefahren. Nach der Heckbauweise unterschied man Rund- oder Spiegelgattewer. Nach der Takelungsart bezeichnete man die einzelnen Ewervarianten als Rah-, Sprit- oder Kniepewer , nach dem Verwendungszweck als Fähr-, Torf- oder Fischewer. Die Bezeichnung dieses Schiffstyps ist wahrscheinlich friesischen Ursprungs.

73. Hier sind es drei Frachtewer am Bollwerk im Kirchdorfer Hafen. Belegt ist, daß der rechts liegende hölzerne Ewer 'Auguste' das Boot des Kirchdorfer Schiffers und Seegrashändlers Ernst Beyer ist. Er kaufte ihn im Jahre 1910, und neun Jahre später ging dieses Schiff in den Besitz des Wismarer Sandböters Johannes Baustian über. Auch Reisen mit Stückgut wurden mit diesem Ewer gemacht, nachdem ein Motor eingebaut worden war. Im Jahre 1930 gelangte dieser Frachtewer zum Abwracken. Majestätisch erhebt sich im Hintergrund das Wahrzeichen der Insel, die gotische Kirche.

Gruß aus Ostseeoad Kircnaoff i. MacKI.

74. Wer im Jahre 1914, von Niendorf komrnend, den kürzeren Weg zum Kirchdorfer Hafen wählte, mußte notgedrungen den sogenannten Steinstieg benutzen. Ein Weg, der Geschicklichkeit forderte, denn man balanzierte über im seichten Wasser liegende Steine. Später baute man hier eine Brücke, die heute noch existiert.

75. Ein Foto aus dem Jahre 1906. Während der obere Teil dieser Karte einen schönen Bliek über die 'Kirchsee' zur Niendorfer Mühle bietet, muß unbedingt zum Haus im linken unteren Bildteil einiges gesagt werden:

Noch bis zur Jahrhundertwende gab es auf der Insel keinen Arzt. Und wenn die guten alten Hausmittel nicht mehr Wirkung zeigten, mußte Hilfe vom Festland herbeigerufen werden. Ende des vorigen Jahrhunderts erkrankte ein Poeier Kind an Diphterie, und es verstarb, noch bevor der Arzt aus Wismar eingetroffen war. Den Pächter Heinrich Vieth von Oertzenhof bewegte dieses Schicksal sehr, und er überließ sein 1898 gebautes Wohnhaus im heutigen Möwenweg in Kirchdorf der Gemeinde zur Nutzung für einen Arzt als die 'Andreas- Viethsche-Stiftung'. Somit endete für die Poeier ein düsteres Kapitel der medizinischen Betreuung.

76. Hier schließt sich der Kreis unserer Inselwanderung. Und hat der Gast zu Beginn dieses Jahrhunderts die Insel Poel über die altehrwürdige Holzbrücke betreten, sollte er die Gelegenheit nutzen, sie mit dem Luftschiff 'Viktoria Luise' am 13. Juli 1912 wieder zu verlassen. Nicht aber ohne Wehrnut, wenn der Schriftzug an Hans Waack's Gasthof auffordert 'Kehrwieder'.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Kolophon | Privacy | Haftungsausschluss | Lieferbedingungen | © 2009 - 2019 Europäische Bibliothek Verlag