Die Insel Poel in alten Ansichten Band 5

Die Insel Poel in alten Ansichten Band 5

Autor
:   Jürgen Pump
Gemeinde
:   Die Insel Poel
Bundesland
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6601-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Die Insel Poel in alten Ansichten Band 5'

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19 Rechts neben der Bäckerei Wilken auf der Büdnerei 18 befand sich das Kolonialwarengeschäft des Kaufmanns Konrad Wilken (s. 'Die Insel Poel in alten Ansichten' Band 1, Bilder 40, 41). Der Namenszug über der Tür verkündete, wer hier der Inhaber war. Zuvor aber besaß diesen Laden Gustav Steinhagen, der auch in Wismar 'Am Schilde' ein Geschäft führte (heute Zoogeschäft). Die Eingangstür des Ladens war vom Bauherren nach innen versetzt, so daß ein kleiner offener Schutzraum entstanden war. Hierin befand sich seitlich eine hölzerne Bank, auf der nachts gern die Nachtwächter eine Pause einlegten oder am Tage die Kundschaft zu einem Schwätzchen Platz nahmen. Auch Jugendliche trafen sich hier gern. Das Bild von 1905 zeigt u.a. vor dem Geschäft, von links 1. Konrad Wilken und Gustav Steinhagen. Wie sich AltpoeIer erinnern, wohnte oben am Giebel der Sattlermeister Kröger mit seiner Familie. Auch ist den Einwohnern noch sehr lebhaft in Erinnerung, daß der Verkauf von Petroleum aus einer großen Kanne erfolgte ader das Abfüllen van Schnaps

(Korn) in mitgebrachte Kruken geschah. Wenn Konrad Wilken mit seinem Planwagen, gezogen durch Hans und Latte, über die PoeIer Dörfer zuckelte, lag alles für den Kunden bereit. Mit Bestellzettel hatte Konrad bereits zuvor die Wünsche der Kunden erfragt und diese Waren dann peinlichst genau auf seinem

Wagen geordnet. Der Laden existierte noch bis zum Jahre 1952 und wurde bis dahin von Gertrud und Konrad Wilken geführt. In diesem Geschäft wirkte nach den Wilkens dann Herbert Laatz (Ho Industriewaren) , später dann Gerda Kläve für den Konsum. Dieses Geschäft schloß zur Eröffnung des Landwarenhauses

im Jahre 1955 in der Mittelstraße. Danach zog dann die Gemeindebiblothek in dieses Haus, die viele Jahre Gisela Baumann und Hannelore Schwarz betreuten. Konrad Wilken lebte vom 18.Juni 1897 undstarbam 29.Dezember 1960.

20 Wir können dem Fotografen danken, der sich etwa im Jahre 1915 mit seinem Fotoapparat auf den Boden des Hauses vom Kaufmann Emil Jacobsohn bemühte (s. 'Die Insel Poel in alten Ansichten' Band 1, Bilder 42, 43). Ihm gelang mit dieser Aufnahme wirklich ein stimmungsvolles Bild, das den größten Teil der Vorstraße mit Blick auf die Kirchsee und der Kirche wunderbar wiedergibt. Unmittelbar links neben der Kirche entdecken wir ein Stück Kirchwall, der noch gänzlich frei von Bäumen und Buschwerk ist. Das war auch im Sinne der Festungsbauer vor dem Dreißigjährigen Krieg, denn schließlich sollte der herannahende Feind durch gute Fernsicht rechtzeitig bemerkt werden. Die Lindenbäume in der Vorstraße mögen zum Zeitpunkt der Aufnahme etwa fünf]ahre alt sein. Denn wir wissen, daß die Gemeindeväter im Jahre 1910 Lin-

den zum Schwarzen Busch und am alten Friedhof in Richtung Markt bis hin zum Hafen und den Kirchwällen pflanzten.

Doch zurück zum Standort des Fotografen. Emil]acobsohn führte einst das Kaufhaus in der Vorstraße in der Nähe des Marktes, das dann später Hermann Trost

weiter betrieb. Kapitän Peter Steinhagen hatte zu Beginn des

2 o. Jahrhunderts dieses Haus gebaut und bewohnte es auch in der oberen Etage. Heute wird dieses Gebäude als Wohnung und Arztpraxis genutzt.

Die Wohnbebauung in der jetzigen Wismarschen Straße finden

wir nach über achtzig Jahren immer noch fast unverändert vor. Nur das GartenrestaurantVölter (links hinten/helle Dächer) wurde im Iahre 1997 abgetragen und das Gelände neu bebaut.

Kirchdorf Meckl.

21 Der'FreieVerkaufvonGebrauchsgütern und Lebensmitteln' war in den erstenjahren nach 1945 äußerst beschränkt. Mit der Gründung der Handelsorganisation (HO) konnte man dann aber auch ohne Lebensmittelkarten und Bezugscheinen einkaufen. Dies wurde möglich durch den Erlaß der Wirtschaftskommission in der 'Sowjetischen Besatzungszone' (SBZ) am 20. Oktober 1948. Der Beschluß betraf Kaufläden und Gaststätten. Auch auf der Insel Poel betrieb die HO Läden wie Gaststätten. So führte Peter Steinhagen am Markt in Kirchdorf seit 1950/5 1 das erste HO-Geschäft, in dem er zu Beginn Industriewaren und Lebensmittel anbot. Sein Großvater Carl Steinhagen hatte 1879 dieses Haus gebaut und sein Sohn Gustav (Gusch Schiet, der spätere Bademeister) betrieb hier kurze Zeit eine Bäckerei. Wilhelm Steinhagen, ein Bruder von Gustav, richtete nach ihm in diesem Haus dann einen Kaufmannsladen ein, den er bis zum Jahre 1950 etwa führte. Das strikte Ausschankverbot von AIkoholitäten wußte Wilhelm und

seine Kundschaft in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts elegant zu umgehen. So erschien der Schmied Ludwig Hafften von gegenüber hin und wieder, um aufWilhelm's Waage 'Eisen zu wiegen'. Ein lustiger Vorwand, seinen Durst illegal zu löschen. Auch das Kaufhaus von Hermann Trost wurde nicht mehr privat betrieben und zu einer HO-Einrichtung, dem der Wismarer Karl Moll vorstand. Bereits im Bild

39, Band 1 wurde das Geschäft von Wilhelm Steinhagen dargestellt. Wir sehen hier aber auf diesem Foto um 1927 etwa aus einer besseren Perspektive auch die rechte Straßenseite der Vorstraße, auch 'Bradenstrat' (Bratenstraße) genannt. Rechts ist die Vorderfront des Wohnhauses von Ludwig Hafften mit der TanksäuIe zu erkennen. Ein wenig dahinter betrieb der Kaufmann Stange sein Geschäft. Links hinter Stein-

hagens Ladengeschäft erkennen wir am Giebel unter dem Fenster eine Inschrift, die im folgenden Bild behandelt wird. Ganz hinten unterhalb des Kirchturms ist halb verdeckt das Gebäude der Bäckerei von Louis Wikken zu sehen, der nicht zur Linie derWilken's am Markt gehört und seinen Namen mit 'ck' schrieb (s. Band 4, Bild 42).

22 Neben dem Kolonialwarenladen Steinhagen schloß sich umittelbar hinter dem 'Dampfer steig' das Haus des Schneiders Paul Schwarz an. Seine Frau Betty, eine geboreneTeutz, führte hier einen Papierwarenladen und handelte auch mit Lebensmitteln. Aus dieser Ehe gingen die Töchter Resi und Paula hervor. Nach ihnen verdiente sich hier der Frisör Hermann seinen Unterhalt. Er ließ am Giebel folgende Inschrift anbringen: 'Damen und Herren Haarpflegesalon.' Aber auch dieses Geschäft schien nicht sehr lukrativ gewesen zu sein, und nach Hermanns Geschäftsaufgabe richtete sich hier Foto Heinrich ausWismar (Hei-Wi) mit einer Zweigstelle ein. Fotografenmeisterin Gertrud Heinrich hatte 192 7 eine Lehre bei dem Wismarer Fotografen Hahn begonnen und eröffnete am 1. Oktober 1933 gemeinsam mit ihrem Mann Gustaf Adolf ein eigenes Geschäft. Und bereits ein Iahr später kam die Zweigstelle auf der Insel Poel hinzu. Diese Zweigstelle existierte dann etwa bis 1970 und wurde später dann nur noch als Annahmestelle ge-

genüber der alten Feuerwehr, der heutigen Insel-Apotheke, weitergeführt. Auf diesem Foto sehen wir vor den Auslagen des HeiWi-Geschäftes Hans Kühl mit seiner Frau Luise bei einer Verschnaufpause. Hans Kühl war beim Gastwirt Hans V ölter als Kutscher beschäftigt. Nach der Schließung der Gaststätte verdingte er sich auch als Gemeindebote und rief sogar noch mit der Handglocke aus. Zuvor

brachte Paul Schmidt mit der Gemeindeglocke die neuesten Nachrichten 'an den Mann'. Bei beiden hörte man stets den gleichen Wortlaut. Mit 'Bekanntmachung!' begann es und es endete mit dem gewichtigen Satz 'Der Bürgermeister!'. Bürgermeister waren zu jener Zeit Bruno Großmann (1950-1952), KurtWinkIer (1952-1953), Ernst Thegler (1953-1958), Kar! Heinz Krambaer (1958-1960) und Hans Ne-

chels (196 0-1964). Luise galt als 'eine treue Seele' für das Fotogeschäft in Kirchdorf und war auch sonst sehr ver!äßlich bei ihren Botengängen für die Gemeinde. Siewurdeam 21.2.1898 geboren und starb am 26.3.1987. Ihr Mann Hans Kühl erblickte das Licht der Welt am 23.10.1893. Sein Leben endete am

19.2.1963.

23 Der Tag unserer Anreise war glücklich gewählt, denn wir treffen bei unserer Ankunft im Kirchdorfer Hafen um die Jahrhundertwende einen hohen Gast. Und wir erfahren von Einheimischen hierzu folgendes: Die Gemeindevertreter der Insel hatten am 25. Juni 1900 den Empfang des Herzog-Regenten Johann Albrecht, der seinen Besuch mit seiner Gemahlin zum 3. Juli angesetzt hatte, zu beraten. Ein nicht alltäglicher Tagesordnungspunkt und man war sich einig, daß dies für die Insel Poel ein besondererTag werden sollte. Zuerst wurde die Ausbesserung des Weges von der Dampferbrücke bis zum Kirchhofstor beschlossen. Da aber dies auch mit finanziellen Mitteln verbunden war, legte man zur Deckung der entstehenden Kosten für die Ausschmückung der Insel und die Bewirtung der Hoheit fest, eine Sammlung freiwilliger Gaben durchzuführen. Und man beschloß weiterhin, wenn die erbrachten Mittel nicht ausreichen sollten, den fehlenden Betrag aus der Gemeindekasse beizusteuern. Eine Kommission zur Errichtung

einer Ehrenpforte in Kirchdorf wurde gebildtet. Ihr gehörten die Herren Beyer, Teutz und Westphal an. Wie wir auf diesem Foto gut erkennen können, hatte man sich große Mühe gegeben mit der Errichtung der Ehrenpforte im Hafen. Der hohe Gast war per Automobil von Heiligendamm nach Wismar angereist. Nach der Begrüßung dort bestieg er den Dampfer 'Poel', fuhr nach Kirchdorf zur Rundfahrt mit einer Kutsche über die Güter sowie zum Schwarzen Busch, um im

Anschluß die Timmendorfer Lotsenstation, die Lotsenbrücke und den Leuchtturm zu besichtigen. Die Anlandung des Gastes mit dem Dampfer 'Poel' war in Kirchdorf allerdings nicht ganz unkompliziert. Noch war der Hafen recht unbefestigt und der Herzog mußte wohloder übel die Ehrenpforte mit einem Segelboot ansteuern.

Dies sollte sich erst 1931 gründlich ändern, nachdem Steg- und Kaianlagen wie Baggerarbeiten und die Herstellung einer Slipan-

lage vorgenommen wurden. Den Baumeister Hoch kennen wir bereits und wir werden auf den kommenden Seiten einen Einblick erhalten vom damaligen Baugeschehen.

In der Ehrenpforte erkennen wir oberhalb der Personengruppe die kunstvoll gebundenen Initialen des Herzogs J A und links den PoeIer Gendarmeriemeister Cröplin, der über den ordnungsgemäßen Ablauf dieses Ereignisses wacht.

24 Das Foto vom Kirchdorfer Hafen muß mindestens 93 Jahre alt sein und wurde am 4. Dezember 1905 aus Fährdorf verschickt. Wir sehen hier den noch unbefestigten Hafen ohne Kaianlage. Nur ein Steg für den Dampferverkehr ist bereits vorhanden, an dem gerade der hölzerne Dampfer 'Poel' festgemacht hat. Seit wann hier eine Steganlage existiert, konnte aus den Protokollen nicht herausgefunden werden. Nur eines ist gewiß, man befaßte sich im Jahre 1911 mit einer 'Bohlenwerksanlage' . Eine erhalten gebliebene Skizze zeigt ein geplantes Bollwerk sowie zwei Stege für 'Bóter ' und Dampfer im 'Amtsreservat Kirchdorf'. Verzeichnet sind auch handschriftlich die Liegeplätze der Fischer.

Später, im Jahre 1929, erfahren wir vom Bau eines Fischereihafens. Ein Vermerk im Protokoll vom 26. September 192 9 sagt:

'Der von Herrn Amtsbaumeister Hoch in Wismar eingereichte Plan wird bekannt gegeben. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 68.000 RM. Die Gemeinde ist bereit, sich mit 10.000 RM zu beteiligen.'

25 Noch bevor Amtsbaumeister Hoch im Iahre 1931 den Kirchdorfer Hafen modernisierte, entstand im Jahre 1911 die erste hölzerne Kaianlage. Hier ein Riß des Lageplans, der schön das Bauvorhaben verdeutlicht.

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26 Eine recht frühe Fotografie zeigt hier den Kirchdorfer Hafen mit Lastenseglern und den kleinen Fahrzeugen der Böter. Es wird etwa um das Iahr 1915 gewesen sein, denn schon ist die 'Bohlenwerksanlage' mit dem schlichten Bollwerk vorhanden. Diese Anlage entstand im Jahre 1911, wie aus einem 'Lageplan betreffend Bohlenwerksanlage zu Kirchdorf, Poel' hervorgeht. In diesem Plan sind zwei Stege verzeichnet. Man muß dieses Foto allerdings schon sehr genau betrachten, will man den zweiten Steg im linken Bildrand erkennen, an dem ein Lastensegler vertäut liegt.

Etwas ganz besonderes aber sind die fünf aufgeschichteten Haufen im Uferbereich. Es ist der nur noch bei alteingessenen Poelern bekannte Wollschlick, der den Büdnern und Häuslern als Düngung für ihre kleine Landwirt schaft diente. Sie fischten an war-

men Sommertagen diese im seichten Uferbereich der Kirchsee wachsende pflanze auf, wenn sie sich vom Grund gelöst hatte und aufschwamm. Oliv bis grünbraun soll es wie ein Wollknäul ausgesehen haben. Die Bergung desWollschlicks ging mit Harken und Forken vor sich, das dann

Kirchdorf i. Mecklbg.

mit einem Boot ans Ufer gebracht wurde. Der Weitertransport geschah dann mit einem Pferdewagen auf die Äcker (Hausstücke ).

Die Baumallee links im Bild ist noch recht klein, die den Landweg von Kirchdorfkommend über Niendorfin Richtung Fähr-

dorfmarkieren (heute Landesstraße 12 1). Sehr schön zeichnen sich das DorfNiendorf, der Hof und die Mühle ab.

Blick vom Hafen auf Niendorf

27 Diese Darstellung von Ingenieur Hoch aus dem Jahre 1928 läßt das geplante Bauvorhaben der Kaianlage, der Slipanlage und des Schlickwehrs sehr gut erkennen.

Hatten die PoeIer Fischer in den vorangegangenen Jahren bis

1931 sehr viel Mühe mit dem Aufslipen ihrer Fischereifahrzeuge (an Land setzen auf einer schiefen Ebene), ging es ab diesem Iahr ohne Kraftaufwand mit einer Winde über Schienen an der westlichen Seite des Hafens (Querkai). Zuvor quälte man sich an der Längskai so schlecht und recht über Rundhölzer und Muskelkraft ab. Da wurde jede Hand benötigt und wen wunderts also, daß am 17. Februar 192 8 der PoeIer Fischerverein den Bau einer Slipanlage mit einem Dringlichkeitsantrag forderte. So ohne weiteres ging dies aber nicht und die Gemeindeväter mußten erst Rücksprache mit demAmtshauptmann halten. Gottes Mühlen mahlen langsam und es vergingen noch drei

Jahre, bis diese Forderung verwirklicht wurde. Währenddessen genehmigte man dem Fischer

Gustav Schwarz einen Platz zum Bau eines Lagerschuppens für Fischereigerätschaften. Auch genehmigte man den Fährdorfer Fischern am 29. Ianuar 1930 eine Beihilfe von 300 RM zum Ausbau ihres Hafens.

Aber dann wurde es konkret. Im Protokoll vom 13 . Juni 1 93 1 legte man fest, daß für die Arbei-

ten an der Slipanlage in erster Linie hiesige Erwerbslose herangezogen werden, und am 1. Septem ber 1 93 2 beschloß man dann eine Ortssatzung über die Benutzung der Slipanlage im Fischereihafen Kirchdorf

Wie wir heute wissen, war der Bau der Slipanlage durchaus keine Fehlinvestition, denn im

Jahre 1933 beriet man sich über die Anschaffung eines zweiten Slipwagens.

Ein vomAmtsbaumeister Kar! Hoch gefertigter Lageplan zeigt hier deutlich oberhalb des querverlaufenden Schlickfangs die vorgesehene Slipanlage (s. Pfeil).

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28 Einen besonderen histori sehen Wert besitzt dieses Foto aus dem Jahre 193 1. Es demonstriert die Aktivitäten des damaligen Hafenbaus unter der Leitung des Amtsbaumeisters Kar! Hoch. Der Fotograf erfaßte mit seiner Kamera gleich zwei bedeutende Verrichtungen beimAusbau des Kirchdorfer Hafens. Im Vordergrund sindArbeiter mit dem Rammen des Schlickfangs beschäftigt, während im Hintergrund ein Eimerkettenbagger den Hafengrund vertieft.

18 Jahre später, im Herbst 1949, wird oberhalb der Slipanlage (links außerhalb des Bildes) die Bootswerft gebaut, dessen erster Bootsbaumeister Robert Pieper war. Ihn löste Paul Schmiedeberg später ab.

Nebenbei sei noch erwähnt, daß in der Gemeindeversammlung am 28. November 1934 der Bau eines Fischschuppens am Hafen zur Sprache kam. Der Kaufmann

Kitzerow hatte einen Antrag gestellt, um mit so einem Schuppen neben der Erfrischungshalle von Wilhelm Baumann die Fische direkt nach dem Fang dort unterbringen zu können und somit eine beschleunigte Ver!adung nach Wismar ermöglicht wäre. Wilhelm Baumann hatte bereits

am 25. Februar 1925 von der PoeIer Gemeindevertretung das Recht erhalten, für einen Standpreis von 10M für das laufende Iahr eine 'Bude' aufzustellen. Er nannte sie 'Erfrischungs-Halle'

(s. 'Die Insel Poel in alten Ansichten' Band 2, Bild 11; Band 3,

Bild 17).

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