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Auszüge aus dem Buch ''

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21. Die Freiwillige Feuerwehr Eppingen besteht seit 1847 und ist somit die zweitälteste Wehr des ehemaligen Landes Baden. Auf dem ältesten Foto steht die Mannschaft der Schlauchführer unter Obmann Franz Barth, Stellvertreter Philipp Häffner, Franz Auchter, Franz Kuhmann, Jakob Michel, Andreas Kautzmann, Wilhelm Wölfle, Johannes Rüdinger, Franz Häfner, Heinrich Benz, Wilhelm Hecker, August Barth, Karl Ebert, August Preusch, Wilhelm Beek, Leonhard Michel, Wilhelm Frank und die Tamboure (=Trommler) Johann Edel und Konrad Heinzmann (einige fehlen auf dem Bild).

Als Feuerwehrsymbole halten sie Feuerpatscher und Schöpfer, noch altes einfaches Gerät, das für die großen Brände dieses Jahrhunderts nicht sonderlich geeignet war. 1897, im 50. Jubiläumsjahr , führte Andreas Zimmermann die Arbeitsmannschaft, Leonhard Hassinger die Rettungsmannschaft, Jakob Karg die Spritze 1, Karl Stroh die Spritze 2 und Theodor Linck die Wassermannschaft. Die Adjutanten waren zugleich Schriftführer (Franz Ihle) und Rechner (August Wirth). Kommandanten waren Stadtrat und (Feuerwehr-]Major Jakob Förnsel und Hauptmann August Engelhardt. Auf dem nächsten Bild der Wehr, in dunkelblauer Uniform (vgl.1,63), ist nur Zimmermann Andreas Zimmermann (rechts mit Mütze) zu erkennen, der 1899-1910 Kommandant der Feuerwehr war.

Die Wehr ehrte ihre 93 Teilnehmer am Krieg 1870/71 durch ein Gedenkblatt, in dem peinlich genau erreichte Dienstgrade, Verwundungen, Auszeichnungen und wer einjährig Freiwilliger war, verzeichnet wurde. Als gestandener Mann galt damals nur, wer bei der Armee gedient hatte. Die Kriegsteilnehmer hatten alle Glück bis Wilhelm Holdermann, der in Heidelberg an Typhus starb.

Die letzten Veteranen hatten sich auf dem Ludwigsplatz (vgl.I,68) zusammen gefunden, von links Jakob Förnsel (geboren 1847), Heinrich Frey (1847), Konrad Geiger (1849) und Bernhard Auchter (1850).

Die andere alte Hilfsorganisation war die Freiwillige Sanitätskolonne, gegründet 1897. 1914 führten sie Bezirksarzt Dr. Bruch und Kolonnenführer Wilhelm Schwitz, Als Sanitäter der dreißiger Jahre sind bekannt von links nach rechts: Mechanikermeister und Kinovorführer Ludwig Bossert (sen.), Justizinspektor Karl Künzle, Friseur Jakob Höge, Schneidermeister und Tanzlehrer Hermann Weigel, Lagerhausarbeiter Emil Grau, Dentist Okar Demme (Schwiegersohn des o.g. Wil helm Schwitz, Zahntechniker), Brauereikaufmann Otto Henninger , Landwirt Jakob Geier und Eisenbahner Eugen Petri, Fahrer Fritz Weiss (vgl.I,66).

22. Die Stadtkapelle ließ sich im Jahre 1880 unter Kapellmeister R. Weippert als 22 Mann starkes Stadtorchester auf die Platte bannen. Oben: K. Diefenbacher, J. Baumann, J. Karg, A. Schmitt und J. Welde. Zweite Reihe: J. Schmitt, W. Kögel, C. Gilliard, Ph. Rügner und G. Kolb. Dritte Reihe: A. Ihle, A. Stroh, H. Zimmermann, G. Zaiss, K. Häffner und A. Werner. Unterste Reihe: J. Zimmermann, F. Vogel, F. Gern, R. Weippert, A. Zimmermann und J. Vollweiler.

Der Name Pfeifenthurm oder Pfeifferturm deutet an, daß der Wächter auf dem wichtigsten Turm der Reichsstadt zugleich Stadtpfeifer war. Im Jahre 1587 besoldete die Stadt einen Turmbläser. 1833 bestand die Bürger-Militär-Musik Eppingen aus 12 Mann, unter Kapellmeister Fink spielten 1835 bereits 19 Musiker mit. Nach der Gründung der Feuerwehr, wohl Stadt- und Feuerwehrkapelle genannt, leitete sie der von Stadt angestellte Kapellmeister Nepomuck Küchle, der in den Revolutionswirren flüchtete. 1849 mußten die Musiker Säbel, Tschako, Uniform und Musikinstrumente auf dem Rathaus abliefern. Zur Kärwe (Kirchweih) durften sechs Musiker bereits wieder aufspielen.

1869 waren den Stadträten 300 Gulden Jahresgehalt für den Dirigenten zu teuer. 1880 Stadtorchester, hieß die Kapelle 1902 Musikverein. Der Vorsitzende war J.St. Frey und Malermeister K. Specht dirigierte. Aus mehreren erwählte die Feuerwehr 1909 die Kapelle Specht zur Feuerwehrkapelle.

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Musiklehrer Kirchgessner sie als Feuerwehrkapelle, danach der pensionierte Militärmusikzugführer August Strohmeyer. Daneben bestand ein Feuerwehr-Spielmannszug unter Landwirt August Petri als Tambourmajor.

Als Kapellmeister Kar! Specht später eine Jugendkapelle aufgebaut hatte, fragte ein sachverständiger Zuhörer, warum er keine Notenblätter bei sich habe. 'Noten, mein Herr , das brauch'ich nicht,' war seine Antwort 'die Musik hab'ich im Aug und im Ohr.'

Schon 1565 hatte die Stadtgemeinde eine 'Armee' in Stärke von 21 Mann angestellt. Die Bürgerwehr wurde 1819 unter Bürgermeister Joh. Ludw. Lother gegründet, bestand aus 31 Garde-Grenadieren, vier HilfsKanonieren und 155 Gemeinen, gegliedert in drei Abteilungen. Zum Offizier wurde Philipp Antes, zu Unteroffizieren Johann Grupp und Paul Schulz gewählt. Nach der Revolution von 1848/49 zog der Staat die Waffen wieder ein.

23. Links: Kegeln erfreute sich schon immer als sportlich-geselliger, oft auch heiterer Zeitvertreib großer Beliebtheit in der Amtsstadt. Wie auf dem Foto von 1908 erkennbar, stellten die ältesten Kegelbahnen in Zotn's 'Palmengarten' , hinter der 'Krone-Post' und beim 'Badischen Hof eine sehr luftige Angelegenheit dar. Auf dem Foto Brauerbesitzer 'Papa' Ludwig Zorn (1869-1934), Küfermeister Alexander Hettinger, Stiftungsrat und Steinhauermeister Josef Gern, die andern Zorn's Karl, Franz und Hermann und Gäste. Nach getanem Sport üben sie gerade das, was Johannes Kleinheins später im Jubiläumsgedicht besang: Trinke manchen Humpen Bier, Trinke nicht zu wenig, Mundet dann noch mancher dir, Fühlst du dich als König.

Hettingers Alex, von fülliger Gestalt und neben der unteren Mühle wohnhaft, die eine zeitlang einen hohen Fabrikschornstein besaß (Nudelfabrik Mann), kam sonntags mit einem Reisenden ins Gespräch. Ob des unerwarteten Hochdeutsch (das Hettinger nur bei bestimmten Anläßen benutzte) fragte er ihn, was er denn von Beruf sei. Wie aus der Pistole geschossen erhielt er die Antwort, unterstrichen vom ausgestrecken Arm in Richtung untere Mühle: 'Sehen Sie da unten, wo der große Schornstein steht, das ist meine Faßfabrik!'

Rechts: Das Kegelfoto aus 1931 im 'Ratskeller' zeigt überwiegend andere und jüngere Gesichter, hintere Reihe, von links: Oberlehrer Hitz, Bankdirektor Philipp Vielhauer, Dentist askar Demme, Kaufmann Johannes Peter (Fa. L. Hochstetter), Konditormeister Hermann Schäfer (Café), Textilkaufmann Hermann Bergdolt (1884-1959), Hermann Dörr (Zigarrenfabrik Kurzenberger & Kirsch), Reg.-Vermessungsassesor Keek, Friseurmeister Karl Lang, Kaufmann Arthur Frank (Landesprodukte, 1936 nach USA), Gewerbelehrer Mannewitz, ein junger Kollege von ihm. Vorn Kegelpräsident Ludwig Zorn ('Papa'), Uhrmachermeister Otto Hofmann, Professor Dr. Velten und praktischer Arzt Dr. med. Hermann Reimold.

Nun müssen die Mittwochs-Kegler des Jahres 1930 genannt werden (vgl.I,69) Heinrich Dieffenbacher, Hermann Faller, Otto Wieser; Karl Doll (später Bürgermeister), Hermann Weigel, Adolf Dieffenbacher sen., Hermann Bieringer, Heinrich Gern; Wilhelm Geier, Friedrich Hohl, Reinhold Zorn (1901-1959, Clubpräsident), Karl Maurer, Alexander Wieser, Theodor Wieser. Otto Maier, Fritz Dieffenbacher, 'Ratskeller-Bedienung', Franz Wieser und Fritz Luz ('Eppinger Zeitung'). Es fehlten Hermann Dörr, Richard Wieser und Emil Zorn.

24. Links: Nachher war Hermann Bergdolt Präsident (vorn links) des Kegelclubs im 'Deutschen Kaiser' (nach dem Zweiten Weltkrieg Donnerstags-Club). Neben ihm Kommissar Hermann Stein aus Sinsheim, der die gerade unbesetzte Eppinger Dienststelle mitversehen mußte. Rechts davon Gendarmerie-Kommissar i.R. Karl Lohner. In der Mitte Adolf Lang ('Chabeso') und Hermann Lang (mit Schnurrbart), Hermann Bieringer (mit 'Fliege'). Letzte Reihe die Gendarmerie-Wachtmeister Alois Kieser und EmU Pantle, Kaiserwirt Christian Frank (1883-1933), Gendarmerie-Wachtmeister Ludwig Goll (später Stadtpolizei), Hermann Ulmrich, Kegelbub (damals gab es noch keine automatischen Bahnen) und Schneider askar Gebert.

Man wußte, daß der Lesegesellschaft um 1850 DI. Niebergall, Diakon Rittmann, Kaufmann L. Hochstetter, Apotheker Lother, Hofrat Dr.med.Wilhelm, Pfarrer Walther, Herr Glöckler, Rechtsanwalt Moritz Eppinger, Amtsrichter Scholterer, Notar Käusler, Amtmann Messmer und Amtmann Dillinger angehörten und sie 1914 unter dem Vorsitz von Direktor Schulze stand. Seit dem Krieg 1914-1918 hatte man nicht mehr viel vonihrgehört.

Rechts: Die Zeit der Stammtische war gekommen. Der vornehmste und gewichtigste mit dem 'Dammhöfer' (J akob Gebhard) saß beim 'Lindewirts Karl', derweilen im 'Grünen Hof' gaben Fabrikanten Dieffenbacher den Ton an. Aber auch die Entfernung von der eigenen Wohnung spielte eine Rolle. Als die 'Linde' altershalber geschlossen wurde, wanderten ihre Stammtischbrüder überwiegend zu Karl Schmelcher in den 'Löwen'. Ein Bild steht uns nur von dem beim Franke 'Christl' im 'Kaiser' zur Verfügung. Hintere Reihe, von links beginnend: Schornsteinfeger Hermann Haarmann, als Stimmungskanone bei Vereinen, Stamrntisehen und Kegelclubs sehr beliebt, (Badenwerk-) Elektromonteur Josef Eberhardt und Metzgermeister Otto Hinkel. Vordere Reihe: Gustävle Siffring (Obere Mühle), Reinhold Zorn (Brauerei), Schreinermeister Franz Wieser, der vielseitige Adolf Dieffenbacher sen., JDS-Buchhalter Otto Schaad und (Badenwerk-) Elektromeister Otto Kiehnle. Gustav (geboren 1899) war der älteste von Siffrings, die aus Stetten a.H. 1913 auf die Obere Mühle kamen, zog 1928 nach Zaberfeld weiter und Bruder Karl betrieb die Mühle dann allein. Seit der 'Deutsche Kaiser' nicht mehr so heißt, verstehen die Jungen nicht mehr wohin die Alten wollen, wenn sie 'in d'Kaiser gehe' sagen.

25. Links: Zum Sonntagsausflug ins Grüne spazierte man auf dem Bachwegle entlang der Elsenz, die damals noch sehr breit und wasserreich war und von manchen in bestimmter Absicht Gewerbe- oder Mühlkanal genannt wurde. Frau Mina Schnabel geborene Ehehalt führt ihren Besuch und mit ihrem Sonntagskleid zugleich ihr Schneiderinnenmeisterstück spazieren; der Bub ist Kirchenwelzens Ältester. Seit der Flurbereinigung sind das viele Wasser und die richtigen Pappeln, die französische oder Spitzpappel, verschwunden. Links und im Hintergrund die hohe Stützmauer und die Zugbrücke (1) des Amtshausgartens. Lauhausgärten und Bachwegle, nur 150 m von der Hauptgeschäftsstraße entfernt, erfüllen eine wichtige grüne Ausgleichsfunktion für den dicht bebauten Stadtkern und sind zugleich Schutzstreifen gegenüber den Gewerbebetrieben in der 'Totenwäsche- Vorstädter Brücke'.

Rechts: Vom Jahr 1932 (oben) schalten wir zurück auf 1922, man sieht es außerdem an den Hüten und der Haartracht. Hierher lief man ebenfalls zu Fuß, 'Kurgäste' ließen sich mit der Kutsche abholen, Fahrräder und Autos wurden erst später Mode. Vor der Tanzfläche und einem der 'Pavillons' halten Einkehr vor der Rückwanderung, von links Johanna Hammler (Vater war Wagnermeister), Karoline Frey (Gerber-Frey), Kanzlei-Assistentin Elisabeth Hammler (freundschaftlich mit Johannes Kleinheins verbunden, sie dichtete ebenfalls), Lisette und Käthe Ehehalt, Drogist Philipp Gebhard ('Gegenüber', später in Karlsruhe) und Landwirt Jakob Sauter. Sie sitzen in der Gartenwirtschaft auf dem Ottilienberg, westlich des Kapellenhofes. Zur 'Jägersberger Kärwe' am Himmelfahrtstag strömte viel Volk, sie ist das früheste Kirchweihfest im Kraichgau (vgl.I,35).

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