Flensburg in alten Ansichten Band 1

Flensburg in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Gert Uwe Detlefsen
Gemeinde
:   Flensburg
Bundesland
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2718-9
Seiten
:   112
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

Lieferzeit: 2-3 Wochen (unverbindlich). Der gezeigte Umschlag kann abweichen.

   


Auszüge aus dem Buch 'Flensburg in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  10  |  >  |  >>

47. Der Güterbahnhof blieb für den Stückgutverkehr noch bis 1934 in der Stadtmitte geöffnet. Am 31. August 1934 wurden sie zum letzten Mal benutzt, das neue großzügige Güterabfertigungsgebäude am neuen Bahnhof war fertig geworden. Es blieb noch der zu einer Güterabfertigung umgebaute frühereKieler Bahnhof, der nach der Einweihung des Reichsbahnhofes ebenfalls für den Personenverkehr geschlossen wurde. Der Mühlenstrom wurde auch in diesem Bereich übertunnelt, aber erst nach dem die Güterabfertigung geschlossen wurde. Dieses Bild entstand Anfang der dreißiger Jahre.

48. Und noch einmal der alte Staatsbahnhof, diesmal von Osten gesehen. Deutlich ist zu erkennen, daß die Lage für den in den zwanziger Jahren aasteigenden Autoverkehr zwischen der Hafen-West- und Ostseite ein Hindernis war. Er steht genau in der Flucht zwischen Rathausstraße und Hafendamm. Über der Rathausstraße thront das Städtische Museum. In der rechten Bildmitte das Hauptpostamt und rechts das Hotel 'Flensburger Hof'.

FLENSBURG

Rathausslraße

49. Flensburg 'wuchs' ausgehend von dem langen Straßenzug Holm/Große Straße/Norderstraße und der Angelburger Straße. Die Rathausstraße gewann erst nach dem Bau des Bahnhofes an Bedeutung. Sowohl das Bahnhofshotel (links) als auch das Hauptpostgebäude entstanden erst in den letzten Jahren vor der Jahrhundertwende. Dieses Bild entstand etwa 1908/09 und zeigt schon einen 'regen' Autoverkehr. Ganz links ist das Gitter der steinernen Mühlenstrombrücke zu erkennen.

50. Flensburgs vornehmstes Hotel war bis nach dem Ersten Weltkrieg der 'Elensburger Hof'. Am 10. Januar 1920 mußte das Hotel geräumt werden, das Gebäude wurde nun Sitz der 'Internationalen Kommission' (CIS). Von hier aus sollte der immer heftiger werdende Abstimmungswahlkampf überwacht werden. Im März 1920 wurde das Gebäude wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben, Im Jahre 1934 wurde das Polizeipräsidium, das bislang in der Waldstraße/Duburger Straße residierte, hierher verlegt. Im Mai 1945 standen auf dem Hof des Polizeipräsidiums die Mitglieder der letzten deutschen Reichsregierung Dönitz mit erhobenen Händen vor ihren Bewachern.

51. Der gleiche Ort: Vor der internationalen Kommission paradieren britische Truppen. Die Alliierten hatten das Gebäude zu ihrem Sitz umfunktioniert. Die Geschafte im Tiefpaterre wurde später aufgegeben. In dem flacheren, hölzernen Gebäude in der rechten Bildhälfte das 'Kolloseum', seit dem 19. Jahrhundert ein Tanzlokal, in das man nur 'anständig gekleidet' hineingelassen wurde. Spater war es Flensburgs erstes Kino. Im Vordergrund wieder der Mühlenstrom. Im flachen Gebäude unmittelbar neben dem Flensburger Hof domizilierte das exclusive 'Wiener Café'.

52. Durch die Schloßstraße, links im Bild, fuhren einst die Könige nach Schloß Duburg. Bevor Königin Margarethe um 1410 auf dem Marienberg die Duburg bauen ließ, lag dort bereits der Herrenhof Flenstoft. Zur Nordseite dieses Edelsitzes führte eine Straße mit einer scharfen Kurve vom Gelände eines Fischerhafens aus, an derem unteren Abschnitt sich Kaufleute und Handwerker niederließen. Es war ein Hohlweg (heute untere Schloßstraße und Königstraße). Um 1600 dürfte sich die Bezeichnung Schloßweg eingebürgert haben, 1654 hatte eine Beschwerde des Königs Friedrich lIl. über die 'zu enge Straße' eine Verbreiterung zur Folge. Die südliche Häuserfront der Schloßstraße wurde zurückverlegt, wodurch der eigentümliche Knick entstand. Die Fischfrau links im Bild gehört genauso der Vergangenheit an wie die Kaffeerösterei und Kolonialwarenhandlung von Fritz Martensen an der rechten Ecke.

,.

FLENSBURG Nord~r9rab~n mit frelmaurerloqe

53. Der Nordergraben führt von der oberen Rathausstraße an der westlichen Anhöhe entlang in die Straßen im Flensburger Westen. Die vor der Jahrhundertwende erbaute Freimaurerloge war einst eine Selbstverständlichkeit. Die braunen Machthaber beschlagnahmten das Gebäude 1933.

Flensburg - St.-Marienknabenschule

54. Vor der Jahrhundertwende entstand auf dem Gelände eines früheren Sommerhauses des Kopenhagener Schiffbaumeisters Halkier und späteren Gartenlokals auf der Rückseite des sogenannten 'Collundparkes' die Christian-Voigt-Schule, Sie galt zur Jahrhundertwende als die größte und modernste Flensburgs. Die Straßenfassade des Gebäudes hat ihr Gesicht im Laufe der Zeit kaum gewandelt; noch heute steht das Jahr der Einweihung über dem Eingang: 1882. Damals hieß sie noch St-Marien-Knabenschule. Sie wurde später nach ihrem dritten Rektor Christian Voigt benannt. Der wohl berühmteste Schüler war Dr. Hugo Eckener, er besuchte die Schule von 1874-1880 und wechselte dann zum Gymnasium.

55. Der Südermarkt ist im Laufe der Zeit mehrfach in seinem Aussehen verändert worden. Ursprünglich war er kleiner als heute. 1925 wurde neben dem linken Haus ein Durchbruch für die Bahnhofstraße (heute Dr.-Todsen-Straße) zum neuen Bahnhof geschaffen. Das große Haus steht noch, die beiden kleinen Häuser mußten einem gesichtslosen Neubau weichen. Herrenausstatter J.C. Heesch beliefert schon seit Jahrzehnten Stammkunden mit Ober- und Arbeitsbekleidung. Auch hier wurde früher schon Markt abgehalten. Zudem stand in der Mitte des Platzes der Schandpfahl, auch 'Kaak' genannt.

56. Den Abschluß der zur Nikolaikirche fûhrenden Treppe auf dem Südermarkt bildete jahrzehntelang das GermaniaDenkmal. Im Zweiten Weltkrieg wurde es im Zuge der 'allgemeinen Rohstofferfassung' eingeschmolzen.

<<  |  <  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  10  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Kolophon | Privacy | Haftungsausschluss | Lieferbedingungen | © 2009 - 2018 Europäische Bibliothek Verlag