Mahlow in alten Ansichten

Mahlow in alten Ansichten

Autor
:   Christlieb Ludwig
Gemeinde
:   Mahlow
Bundesland
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5724-7
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Mahlow in alten Ansichten'

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29. Der Glasow-Pfuhl wurde auch von Gänsen, Enten und sogar Schwänen aufgesucht. Links im Bild sieht man das Wohnhaus Glasower Straße 1, auf dessen Hof die Dorfschmiede untergebracht war. Späterwurde in einem Teil des Wohnhauses ein Lebensmittelgeschäft eingerichtet. In der oberen Mitte der Fotografie ist der Turm der Schule in der Berliner Straße mit einer Fahne zu sehen.

30. Die zur Ziegelei gehörende Tongrube war mit Wasser vollgelaufen. 1923 wurde die Umgestaltung dieser Tongrube in eine Badeanstalt in Angriff genommen. Der Pächter und Bademeister Alfred Grasnick, 22 Jahre alt, faßte selbst kräftig mit zu. Er hatte in Marienfelde Maschinenbauer gelernt und pachtete die Tongrube mit dem umliegenden Land vom Gutsbesitzer Richter. Das Bild aus dem Jahr 1925 zeigt ihn vorn in der Mitte und seine Frau auf der Kipplore. Freunde und Verwandte halfen ebenfalls mit. Herr Grasnick sorgte dafür, daß eine Lichtleitung zum Seebad und ins Ziegeleigebäude gelegt wurde. Auch für den Telefonanschluß im Seebad sorgte er. Um im Winter einen Verdienst zu haben, schlug er Eisblöcke aus dem See und ließ sie mit Bauemfuhrwerken zu einer Brauerei nach Berlin fahren.

31. Eine 'süße Badenixe' war seine Tochter Griseldis. Die Familie Grasnick wohnte zuerst in der Siedlung Waldblick. Sie bauten sich im Jahr 1927 eine kleine Wohnbaracke auf dem Gelände am Seebad, um dort immer anwesend zu sein. Alfred Grasnicks Hobbys waren eine Dackelzucht und die Jagd. Elf Jahre wohnte die Familie - es kam noch ein Sohn dazu - im Seebad.

32. Das Seebad Mahlow war ein beliebtes Ausf1ugsziel. Neben den Mahlowern und Einwohnern der umliegenden Orte waren auch Berliner gern zu Gast. Alfred Grasnick vermittelte sein Wissen und Können über fünfzig Jahre an alle, die Schwimmen lernen oder ihren Rettungsschwimmerschein erwerben wollten. Viele Lehrgänge zur ersten Hilfe hielt er ab. Wie bekannt das Seebad war, geht aus einer Notiz der Berliner Börsenzeitung vom 19. Mai 1939 hervor. Dort wurde berichtet, daß an einem einzigen schönen Sonntag 10 000 Besucher in Mahlow gezählt wurden, von denen die meisten das Seebad aufgesucht haben.

33. Die Luftaufnahme aus dem Jahr 1931/32 zeigt, was aus der alten Tongrube wurde. Eine gepflegte Anlage, die allen Besuchern ein erfrischendes Bad, Sonnenbaden und auch schattige Plätze zum Verweilen bot. Für Erfrischungen und einen kleinen Imbiß sorgte die Familie Grasnick. Unten rechts im Bild ist ein Teil des Gebäudes der ehemaligen Ziegelei zu sehen. Es befinden sich Wohnungen darin. Im Hintergrund ist die Siedlung Waldblick erkennbar und die ersten Häuser von Lichtenrade.

34. Das Schulgebäude wurde 1913/14 gebaut und am 8. Oktober 1914 eingeweiht. Das Haus hatte zwei Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen. Der Unterricht begann mit dem Lehrer Herrn Wilhelm Meyer und achtzig Kindern. Es war zunächst eine Halbtagsschule. 1917 konnte eine zweite Lehrkraft, eine Lehrerin, eingestellt und nun in zwei Klassen unterrichtet werden. 1920 verließ die Lehrerin die Schule, und dafür kam der Lehrer Herr Schwarz nach Mahlow. 1921 wurde die Schule zu klein. Geld für einen Anbau hatte die Gemeinde nicht. So kaufte sie als Notbehelf eine ehemalige gut erhaltene Lazarettbaracke für 6 000 Mark und richtete darin zwei Klassenräume ein. Das Hauptgebäude der Schule hatte einen Turm, der begehbar war. Von dort hatte man einen wunderbaren Fernblick.

35. Diese 1932 entstandene Klassenaufnahme zeigt auch die Einrichtung der Klasse. Der Lehrer ist Herr Schwarz. Wenn die Kinder mal wieder auf den Turm wollten, schrieben sie ihm folgenden Vers an die Tafel: 'Herr Schwarz, der Himmel ist blau, das Wetter ist schön, wir möchten so gern auf den Turm hochgeh'n.' Oft stimmte der Lehrer zu, denn je nach Jahreszeit war immer etwas anderes vom Turm aus zu entdecken.

36. Die vom Lehrer Scheer 1896 begonnene Schulchronik, die von anderen Lehrern bis 1934 weitergeführt wurde, berichtet auch von dem Ausflug von 16 Kindern der ersten Klasse (5.-8. Schuljahr) im Juli 1929 ins Riesengebirge. Der Klassenlehrer Herr Gehrke hatte bei der Gemeindevertretung von Mahlow erreicht, daß die Gemeindekasse die gesarriten Kosten für fünf Kinder unbemittelter Eltern übernahm, damit diese auch mitfahren konnten. In den Folgejahren werden Mehrtagesfahrten in den Fläming, Spreewald, nach Hiddensee und in die Sächsische Schweiz erwähnt. Über Wanderungen in die Nachbarorte, Ausflüge zu den Müggelbergen, in den Berliner Zoo, nach Potsdam usw. wird berichtet. Wenn nötig, stellten die Bauern auch mal Fuhrwerke kostenlos zur Verfügung.

37. Zur Erteilung einer Apothekenkonzession für Mahlow stellte 1924 der Kreisarzt bei der Landesregierung einen Antrag. Die Apothekenbesitzer in Zessen, Groß Beeren und Lichtenrade hatten Existenzangst und erhoben Einspruch gegen die Eröffnung einer Apotheke in Mahlow. Deshalb zogen sich die Verhandlungen bis zum Jahr 1928 hin. Die Adlerapotheke wurde am 1. November 1928 im Gebäude Poststraße 10 vom Apotheker Bruno Caspari eröffnet. In den Räumen war vorher das Kolonialwarengeschäft von AdolfHöffIer. Der Umzug in das abgebildete Haus, Heimstättenstraße 6, das 1903 erbaut wurde, erfolgte 1934. Leiterin war damals Frau Apotheker Müller, die die Apotheke von der Witwe des 1932 plötzlich verstorbenen Bruno Caspari gepachtet hatte.

38. Im Jahre 1875 wurde das Bahnhofsgebäude der Berlin-Dresdener Eisenbahn gebaut. Mahlow war von Anfang an Bahnstation, die auch von der Bevölkerung der umliegenden Orte genutzt wurde. So wurden zum Beispiel bei 348 Einwohnern in Mahlow im Geschäftsjahr 1879/80 von der Eisenbahn 14619 Billetts verkauft. Auf dem Bahnhofsvorplatz, dessen Aussehen mehrmals geändert wurde, fällt besonders der dreiflammige Kandelaber auf. Das Gebäude wurde während des Zweiten Weltkrieges stark zerstört und später mit völlig anderem Aussehen wieder aufgebaut. Vorn Bahnhofsplatz fuhren nicht nur Taxen, sondern ab 1938 auch ein Bus im Linienverkehr nach Blankenfelde.

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