Nordholz in alten Ansichten

Nordholz in alten Ansichten

Autor
:   Sylvia Thees
Gemeinde
:   Nordholz
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5310-2
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Nordholz in alten Ansichten'

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40. Sehr imposant wirkt der erste Lanz-Bulldog, der auf der Aufnahme mit einem Anhängepflug eingesetzt wird. 1927 schon begarmen die drei Brüder Pieker, die aus Oldenburg nach Wursterhcide gekommen waren, mit Maschinen die großen Heideflächen zu bearbeiten. Hafer wurde als erstes Getreide in der ehemaligen Heide angepflanzt. Bald schon entstand in der südlichen Wurster Heide eine Siedlung mit sieben BauernsteJlen (heute Nordholz-Süd). 1928 wurde der durch das Siedlungsgebiet führende Weg von Wursterheide nach Wanhöden zum öffentlichen Weg erklärt (heute Pickerstraße ).

41. Ein neuerer Lanz-Bulldog, hier mit einem Mähbinder, beweist die große Aufgeschlossenheit der Gebrüder Pieker gegenüber der Technik. Die Pickers, von denen einer fünf Söhne hatte, bearbeiteten neben dem eigenen Land auch das Land für die anderen Siedler, denn die großen Maschinen wurden schon damals für Lohnarbeit eingesetzt. So wurde einerseits der teure Maschinenpark optimal genutzt und andererseits Arbeit für die ganze Familie beschafft. Sie leisteten Pionierarbeit auch dadurch, daß sie in unserer Gegend erstmals die Moore kultivierten, die bis dahin fast nur zur Torfgewinnung genutzt wurden. Nun dienten die Moore auch als Weide und 1933 konnte auf den urbar gemachten Moorflächen schon das erste Gras gemäht werden.

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42. Um die Jahrhundertwende ist diese Aufnahme von der 'Gastwirtschaft von W. Horeis' in Wanhöden entstanden. die [edoch, wie zu der Zeit üblich, nur einen Raum des Bauernhauses ausmachte. Wilhelm Horeis hat 1908 etwas weiter zur Ortsmitte gelegen ein neues Haus gebaut und die Gastwirtschaft dorthin mitgenommen. Das alte Gebäude wurde weiterhin landwirtschaftlich genutzt und blieb in Familienbesitz bis es 1962 abgebrochen wurde. Im Vordergrund ist der Vater von Wilhelm Horeis zu sehen, der in Wanhöden auch als Waldhüter tätig war.

43. Die 'Ludenhütte' stand am Ortsausgang von Wanhöden in Richtung Krempel. Zu dem Namen kam das Haus, weil sich ein Professor Luden in einer runden Hütte in unmittelbarer Nähe des Gebäudes vor Napoleons Soldaten versteekt hielt. Der Besitzer Amandus Schwetje und vorher dessen Mutter betrieben hier eine Gastwirtschaft, in der die Wurster übernachteten, wenn sie nach der Jagd nicht nach Hause zurückkehrten. Die Heide um Wanhöden gehörte zum Land Wursten und jeder Wurster harte. wenn er mindestens drei 'Jück' (1 Jück = 60 Ar) Land besaß das Jagdrecht im gesamten Land Wursten.

44. Das Schulfoto aus den zwanziger Jahren zeigt alle Schüler der einklassigen Volksschule Wanhöden und den Lehrer Richard Stahncke. Von den neunzehn Kindern leben heute nur noch sechs und die werden sich beim Anblick dieses Fotos wohl mit Wehmut an die 'gute alte Zeir' erinnern. Der Schulunterricht in Wanhöden fand anfangs auf der Diele eines Privathauses statt, bis 1895 dann ein Klassenraum errichtet wurde , in dem alle acht Jahrgänge gemeinsam Unterricht hatten. Fünf Jahre später, 1900 also, wurde an den Klassenraum ein Wohngebäude angebaut, in dem die Lehrerwohnung untergebracht war.

45. Im Ortsteil Scharnstedt, der 1973 der Gemeinde Nordholz angegliedert wurde, liegt die Fischzuchtanstalt der Familie Holzapfel. Die Aufnahme von 1898 zeigt uns einen Teil der 120 rechteckigen Teiche , die eine Größe von 200 bis 2 000 qm haben. Nach vierjähriger Bauzeit wurde am 1. Mai 1884 die Einweihung gefeiert. Seit 1908 ist der noch heute bestehende Betrieb in Besitz der Familie Holzapfel.

46. Auf dem Foto von 1898 ist im Vordergrund der 'Inselteich' , dahinter das 1880 erbaute Wohnhaus und Nebengebäude zu sehen. Die Teiche sind 1,40 m tief und durch ein Kanalsystem von etwa 10 km Länge miteinander verbunden. Diese Rohrleitungen dienen sowohl zum Füllen der Teiche als auch zur Trokkenlegung. Die Anlage der Fischzuchtanstalt befindet sich in einem muldenartigen, ehemaligen HeideMoor-Gebiet, in dem es zahlreiche Quellen gibt. Diese Quellen flossen zum Scharnstedter Bach zusammen und liefern noch heute das Wasser für die Teiche.

47. Den Menschen aus der Umgebung wurde es gestattet im Inselteich im Sommer zu baden und im Winter auf der gefrorenen Wasserfläche Schlittschuh zu laufen. Auf der Aufnahme aus den zwanziger Jahren haben sich einige der Badelustigen mit Seerosen und deren Blättern für den hier festgehaltenen Augenbliek geschmückt. Den nordamerikanischen Zwergbarschen, die Familie Holzapfel hier für die Aquariumfreunde züchtet, macht dieser 'Besuch' nicht viel aus.

48. Hier einmal ein ganz anderes Familienfoto: nicht wie sonst - schön aufgebaut vor dem eigenen Haus oder der Landstelle - sondern im eigenen Boot auf dem eigenen Teich. Familie Holzapfel um 1910 in einem 'Norwegerboot' auf dem Inselteich und noch einmal in der Wasserspiegelung. Kein Windzug bewegt die Wasseroberfläche - alles scheint für den Augenblick stillzuhalten.

49. Der Erfolg, den Wilhelm Holzapfel mit der Fischzuchtanstalt nach der Umstellung von der Forellenauf die Zierfischzucht hatte, spiegelt sich in dieser Aufnahme mit seiner Frau von 1913 wider. Denn sowohl das Haus, als auch die Kleidung und der 'offene Landauer', mit dem man sonntags häufig eine Ausfahrt machte, zeugen von Wohlstand.

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