Nortorf in alten Ansichten

Nortorf in alten Ansichten

Autor
:   Hans Jürgen Schönwandt
Gemeinde
:   Nortorf
Bundesland
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5175-7
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Nortorf in alten Ansichten'

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7. Nach dem im Jahre 1904 erfolgten Abbruch der Lohgerberei von Detlev Schönwandt, der das gegenüberliegende Haus von Scheppmann kaufte (heute Druckerei Richter), wurde der Anblick auf das neuerstandene, im gotischen Stil gehaltene Kirchenschiff freigegeben. Der Kircheneingang irn Turm wurde dem neuen Stil angepaßt. Links das Kaufhaus Lernbke, später Witthinrich, heute Kaufring, das Pastorat und schon die neue Marktpumpe .

8. Ein Bliek in den Innenraum der Kirch durch den Mittelgang auf den Altar mit dem 1857 geschaffenen Bild von Schuback 'Christus in Garten Gethsemane'. Links und rechts davon die Büsten von Kaiser Wilhelm 1. und von Kaiser Friedrich Ill. Die beiden, noch mit Kerzen bestückten Leuchter, sind eine Spende der Sparkasse und der Kirchenkasse. Die drei großen bleieingefaßten Fenster wurden 1876 eingebaut. Von der 1872 geschaffenen Kanzel an dem vorderen, rechten Pfeiler sprechen noch heute die Pastorinnen und Pastoren zur Gemeinde.

9. Ein weiterer Bliek in das Gotteshaus von der jetzt nicht mehr vorhandenen Empore, durch die mächtigen Säulen hindurch, auf den Eingang mit der darüberliegenden, 1875 angeschafften, 100. Orgel des Apenrader Orgelbauers Marcussen und Sohn. An der südlichen Wand umrahmen die Büste des Herzog Friedrichs die damals noch dort angebrachten beiden gußeisernen Gedenktafeln der 1848-1851 in dem Kampf gegen Dänemark gefallenen Krieger. Diese Tafeln befinden sich heute beiderseits des Einganges im Inneren des Turmes. Die sechs holzgeschnitzten Tafeln unserer Gefallenen des Ersten Weltkrieges befanden sich damals noch zu beiden Seiten des Altars, heute an den beiden Längsseiten des Raumes.

10. Allen Wirren der Zeit hat der schwere Taufkessel überstanden. Es trägt die Jahreszahl 1589. Ihr werdet Wasser schöpfen aus dem Brunnen des Erlösers. M. Samuel MeigerolPastor Tho Nortorp, lautet die Übersetzung der lateinisch gohaltenen Inschrift.

11. Hier eine Aufnahme des 1872 neu geschaffenen Kirchenportals. Der Zahn der Zeit nagte daran , und man mußte es einer Reparatur unterziehen. Mittels großer Steinquader wurde 1962 durch die Fa. Butenschön und Kolbe der ursprüngliche römische Stil wieder hergestellt. Die großen Steinanker wurden 1885 und 1912 angebracht. Diese Aufnahme wurde 1934 anläßlich eines Familientages der Wittmaacks gemacht.

Das Malheur der Pröpstin

In den ersten Apriltagen 1864 war im Konfirmandensaal des Hauptpastorates ein Treffen mit dem damaligen Kronprinz von Preußen, Friedrich Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm 111., dem Prinzen Friedrich Carl und dem österreichischen Feldmarschall von Gablenz. Diese diente der Beratung und Vorbereitung der Erstürmung der Düppeler Schanzen, die am 18. April 1864 erfolgte.

Die Verhandlungen müssen ziemlich stürmisch verlaufen sein, denn bei all den Beratungen muß jemand das Malheur gehabt haben auf dem, in Anbetracht des hochherrschaftlichen Besuches mit bestem DamastTischtuch bedeekten Tisch, einige Tintenkleckse gemacht zu haben.

Der Pröpstin von der Heyde geborene Molitor , eine von Reinlichkeit besessene Frau, ging, auf den Missetäter schimpfend, sofort daran dieses Malheur wieder herauszuwaschen, damit die Flecken nicht erst eintrocknen. Nachdem sie aber über den Erfolg dieses wichtigen Besuches erfuhr, dem Sieg der preußischen Truppen über die Dänen und damit die Loslösung von der dänischen Herrschaft, hätte sie dem Täter verziehen und die Flecken gerne als Erinnerung drin behalten.

12. Carl Magnus V.d. Heyde, am 9. März 1806 geboren, studierte in Kiel, war seit dem Jahre 1837 ordinierter Prädikant in Brügge, Neuenbrock, Pellworn, Itzehoe und Nortorf, wurde am 5. August 1849 in Nortorf gewählt, wurde Propst der Propstei Rendsburg 1861 und wardann Propst, Hauptpastor, Kreisschulinspektor, Schulinspektor bis zum 1. Oktober 1892 und starb am 26. November 1895. Verheiratet war er mit Blandine Henriette Dorothea geborene Molitor, geboren in Kiel 1815, gestorben in Nortorf 1887. V.d. Heyde war ein kleiner, dürrer Mann, aber von äußerst lebendigem Geist und großer Arbeitskraft, stets voller neuer Pläne zum Besten der Gemeinde, die stets zur Ausführung kamen.

13. In der Zeit des Pastors Samuel Meigerius brannte das Pastorat in der Niedernstraße ab, rnit dem Feuer (1570) wurden leider auch alle bis dahin geführten Aufzeichnungen, auch aus der katholischen Zeit, ein Raub der Flammen. Nach einem erfolgten Neubau entschloß man sich gut sechzig Jahre später dieses durch ein neues zu ersetzen. Bis man 1826 ein größeres mit einern Konfirmandensaal neben dem alten Pastorat errichtete. Obiges Bild zeigt dieses, nachdem 1880 das Obergeschoß ausgebaut wurde. Nach Erbauung des neuen Markushauses im rückwärtigen Garten war dieses historische Haus zum Abbruch geplant, was jedoch unterblieb.

14. Bis zur Errichtung der abgebildeten Kapelle fanden die Trauerfeiern in der Kirche statt. Die Leichzüge mußten sich zur Bestattung auf einen der beiden Friedhöfe durch die Straßen bewegen, was nicht nur einen langen Weg für das Gefolge darsteltte, sondern auch für den Straßenverkehr hinderlich war. Der erste größere und dringlichere Bau nach 1945 war deshalb diese, 1949 von der Fa. Harms in Feldsteinen erbaute Kapelle; ein Meisterstück des Steinsetzers Robert Suchowitz. Dieses, aus Sparsamkeit erbaute Gotteshaus, erwies sich aber bald als zu klein und mußte 1975 durch ein größeres ersetzt werden.

15. Während im Krieg 1848-1851 durch das schnelle Ende die damaligen Glocken vor dem Einschmelzen verschont blieben , konnte es im Ersten und Zweiten Weltkrieg nicht verhindert werden, daß die beiden größten Glocken und auch zinneme Orgelpfeifen zum Einschmelzen abgeliefert werden mußten. Für die Anschaffung eines neuen Geläuts hatte sich besonders Pastor Hegerfeld eingesetzt. Leider konnte er jedoch die Einweihung am 1. Advent 1961 nicht mehr miterleben. Das obige Bild zeigt den Empfang der neuen Glocken im Oktober 1961, begleitet unter den Klängen des Posaunenchors. Der kleine schwarzhaarige Junge auf dem Wagen ist der heutige Friedhofswart Heinz-Jürgen Schafranzki.

16. Vor dem 1874 eingeweihten Denkmal der Gefallenen von 1870/71 stellen sich nach fünfzig Jahren die noch lebenden Veteranen und Mitstreiter: Jürgen Schleuß, Nortorf; Christian Dierks, Nortorf; C.F. Ingwersen, Gr. Vollstedt; Claus Göttsche, Bargstedt; Friedr. Rathjen, Homfeld; H.H. Arpe, Bokel; H.H. Sachau, Langwede!; Claus Schlüter, Langwedel; C.H. Harder, Langwedel; Chr.Fr. Lensch, Schülp; J. Kliehs, Schülp; Joh. Schwartz, Nortorf; Chr. Rohwer, Brammer; J.F. Matthießen, Nortorf; P.Aug. David, Schü!p; und Adolf Kuttert, Nortorf.

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