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Auszüge aus dem Buch ''

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9. Dies ist der alte Theater-Vcrhang auf der Bühne des Sulinger Ratskellers. Er hat einige Generationen von Alt-Sulingern begleitet und den Sulinger Vereinen, insbesondere dem Männergesangverein 'Liedertafel Sulingen von 1863', jahrzehntelang für Theateraufführungen gedient. Heute hängt dieser Theater-Vcrhang nicht mehr. Er war gemalt worden vom alten Sulinger Rektor Adolf Seegers, der vielseitig und hochbegabt war. Das Motiv des Vorhangs stellt Sulingen in germanischer Zeit dar, und zwar die Straßenkreuzung Lange StraßejLindenstraße mit dem Kirchenhügel und der grofsen (Opfer-) Steinplatte. Letztere steht noch heute auf dem Kirchenhügel an der Westseite neben dem Kirchturm und trägt als Erinnerung und zum Gedenken an die Befreiungskriege gegen Napoleon folgende Inschrift: '18. Oktob. 1813 - 1913.'

10. Allgemeines Transportmittel war zu Beginn dieses Jahrhunderts und noch einige Jahrzehnte danach der pferdebespannte 'Rollwagen'. Den Stückgutverkehr, den die im Jahre 1900 neueröffnete Sulinger Bahn mit ihren Anschlüssen nach Bremen über Bassum und nach dem rheinisch-westfälischen Industriegebiet über Rahden mit sich brachte, bewältigte Jahrzehnte hindurch die Spedition Wünneker, Südstraße. Dieses Bild zeigt links den mit Planen verhängbaren Wünnekerschen Wagen, wie er täglich vorn Bahnhof aus durch die Straßen Sulingens fuhr und die Stückgutfrachten ablieferte. Auf diesem Bild transportiert die Spedition Wünneker zwei Glocken für den Sulinger Kirchturrn, die im Jahre 1908 eingeholt wurden. Für diese beide neuen, großen Glocken war durch die Errichtung des hohen Kirchturmes - anstelle des alten niedrigen Turmes - Platz geschaffen worden. Die Glocken auf dem Bild sind festlich mit Girlanden geschrnückt.

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11. Die Lindenstraße gehört zu Alt-Sulingen, sowohl in ihrem nördlichen als auch in ihrem südlichen Teil. Die Gaststätte 'Der Lindenhof' (nacheinander im Besitz der Familien Donnerberg, H. Nienaber, H. Hinz-Prinz, Stuckenborg und Truckenbrodt) und die Gastwirtschaft von Nordmeier (später als Gasthof 'Zum schwarzen Ross' im Besitz der Familie Heim. Meyer) gehören seit 100 Jahren und mehr zu den Alt-Sulinger Gaststätten. Im Gebäude der Meyerschen Gastwirtschaft befand sich im 19. Jahrhundert auch eine Kegelbahn, die aus einer Betonbahn mit Überdachung bestand. Neben der 'Gastwirtschaft v. Nordmeier' stand ein Stallgebäude, das früher der mit der Meyerschen Gastwirtschaft verbundenen Pferdehandlung diente, dann in den dreißiger Jahren für Parteizwecke umgebaut worden war und spater die Kreishandwerkerschaft aufgenommen hatte. Heute steht an der Stelle dieses Stallgebäudes ein Bungalow. In beiden Gaststätten befanden sich früher im ersten Stock Säle, in denen Versammlungen und Tanzveranstaltungen abgehalten wurden. An Markttagen und Festtagen war meistens öffentlicher Tanz. Die Musiker saßen dann oben auf den Emporen oberhalb der Saal-Schanktheken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Saal im Lindenhof ausgebaut zu einem Kino, den 'Lindenhof-Lichtspielen', und der im Gasthof 'Zum schwarzen Ross' zu Hotelzimmern. Das rechte Nachbarhaus des Lindenhofes, heute Lindenstraße 12, war Fabrikations- und Wohngebäude der Zigarrenfabrik Hinz, deren Produkte bekannt waren wie die der Zigarrenfabrik J.H. Melloh, die sich früher in der Schmiedestraße befand und danach in der westlichen Lange Straße 80 und die heute als Tabakwarengroßhandlung noch besteht.

12. Dieses Bild zeigt die alten Meierhofsche Wassermühle mit dem großen Wasserrad. Diese Wassermühle hat in früheren Jahrhunderten immer zum Meierhof gehört. Das Wasserrad wurde angetrieben durch das Wasser der Sule, das im daverliegenden 'Meierteich' gespcichert wurde. Wasserrad und Meierteich wurden getrennt durch ein Stauwerk, 'Wehr' genannt. Das Wehr wurde hochgezogen, wenn das Sulewasser mit Gefälle abströmen sollte, entweder um das Wasserrad anzutreiben oder um - wenn die Mühle gerade nicht in Betrieb gesetzt werden sollte - einen zu hohen Wasserspiegel des Meiertciches und der Sule abzusenken. Die Sule setzte nach dem Sturz vom Wehr dann an dieser Stelle ihren weiteren Lauf im alten Flußbett in den Mühlenteich in leicht gewundener Linie fort. Sulelauf und Brücke sind im Zuge der Entwässerungsarbeiten für das Suletal in den fünfziger Jahren etwa 100 Meter weiter westlich verlegt worden, wobei der Sulelauf 'begradigt' wurde. Der Meierteich wurde gänzlich zugeschüttet bedauerlicherweise, wie Naturfreunde heute meinen,

Gruss aus $u1ingen

13. Dieser Bliek auf die Gebäude des Meierhofes (linke und mittlere Bildhälfte) und des Gemeindehauses der evangelisch-Iutherischen Kirche (rechts im Bild) kann über die Meierhofsehen Weiden hinweg heute noch vorn Ufer der Sule her genossen werden. Die Aufnahme zu diesem Kartengruß entstand in der Zeit, als die Sule noch ihr altes Flußbett hatte, das an die Wassermühle des Meierhofes anschloß und das 'Sulewasser' in gewundenem Lauf weiterführte, nachdem es das Wasserrad (ganz links am Bildrand erkennbar) angetrieben hatte. In der Bildmitte, verdeckt hinter der hohen Kastanie, ist das alte Hofgebäude des Meierhofes sichtbar, das im Jahre 1915 abbrannte und 1917-1920 durch Neubauten ersetzt wurde.

14. So wurde ehedem in der 'Badeanstalt im Meierteieh' gebadet. Seit 1907 getragen durch einen freiwilligen Zusammenschluß von Sulinger Bürgern, war sie die erste öffentliche Badeanstalt Sulingens, Besonders der alte Kantor Rörner nahm sich ihrer an und hat die älteren Knaben seiner Volksschule oftmals zu Säuberungsarbeiten herangezogen. Hier hat die Sulinger Jugend damals das Tauchen, Schwimmen und Springen vom Sprungbett gelernt. Die Badeanstalt befand sieh am Ufer der an dieser Stelle zum 'Meierteich' ausgebaggerten Sule. Der Meierteich war durch ein Stauwerk vor der Wassermühle des Meierhofes autgestaut, damit das Wasserrad der Mühle stets ausreichend mit Wasser versorgt war. Die Aufbauten der Badeanstalt (linker Bildrand) bestanden aus einfachen Bretter-Kabinen. Bei der Sprungan1age war ein tieferes Loch gebaggert, damit Sprünge ausgeführt werden konnten. Sonst war die eigentliche Badefläche nur ein bis eineinhalb Meter tief. Da die Sule an dieser Stelle schon durch die Moorlandschaft des Suletales geflossen war, lag auf dem Grund des Badeteiches stets ein Schicht Moorsch1amm, 'Motten' genannt. Von Zeit zu Zeit wurden die Motten im Meierteich - wie auch im Mühlenteich - ausgebaggert, damit die Wasserfläche nicht zuwuchs.

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15. Der seit der Sule-Begradigung in den fünfziger Jahren verschwundene 'Meierteich' ist aus dem Erlebnisbereich früherer Generationen Sulingens nicht wegzudenken. In den Sommermonaten wurde er in einem nördlich gelegenen und ausgebaggerten Teilstück als Badeanstalt benutzt. Diese war die einzige öffentliche Badeanstalt Sulingens, getragen von einem freiwilligen Zusammenschluß Sulinger Bürger unter Leitung des Kantors Römer, Im Winter bot der Meierteich eine ideale Eisdecke für Schlittschuhläufer. Man konnte vom Meierteich aus auf der Sule, die vor ihrer Begradigung noch nicht die Strömung von heute hatte und daher bei entsprechendem Frostwetter immer zufror, bis zum Mühlenteich laufen. Das war ein ständiges Hin und Her von Schlittschuhlaufen und Schlitten. Nach Einsetzen des Tauwetters wurde dann von der Alt-Sulinger Jugend, auf Eisschollen stehend, durch den Teich gestakt, von der Jugend damals 'schippern' genannt.

16. Zu einem der schonsten Fachwerkgebäude Sulingens gehört das Gebäude der Ratsapotheke neben dem Ratskeller. Seine Eigentümer haben es verstanden, die alte Fachwerkfront zu erhalten und zu verbessern. Die beiden Lindenbäume.die wohl ein ganzes Jahrhundert vor dem Gebäude hoch emporwuchsen, und die alte Eingangstür mußten jedoch der Neuzeit weichen. In unseren Tagen ist das Gebäude der Ratsapotheke immer wieder eine Augenweide und eine ständige Erinnerung an Alt-Sulingen. Das Gebäude wurde 1737, also nach dem großen Brand (1719), erbaut. Erbauer war Rittmeister Schröder. Im Jahre 1788 verlegte Apotheker Jordan seine Apotheke von Barenburg nach Sulingen in dieses Gebäude, das von da an bis heute immer Apothekengebäude geblieben ist, Nach den Familien Boedeker und Küstermann ging das Haus, später 'Ratsapotheke' genannt, im Jahre 1932 in das Eigentum der Familie Dunker über, die heute die Apotheke in der zweiten Generation führt und das oft zitierte Sulinger Spezialgetränk 'Bullenschluck - Konzentriertes Restitutions-Fluid" herstellt.

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17. Dieser Bliek von der Kreuzung Lange Straße/Schmiede- und Kampstraße zeigt linker Hand die frühere AckerbürgersteIle Coldewey, die schon in den dreißiger Jahren ausgesiedelt wurde an den Ortsrand Sulingens (Barenburger Straße). Rechts ist die Eingangsfront des Amtsgebäudes ersichtlich, wie sie sich nach der Bildung des Kreises Sulingen im Jahre 1885 darbot. Vor dem Haupteingang befand sich ein beidseitig offener Treppenaufgang, der in früheren Zeiten von Kindern gern zum Training für Treppenlaufen benutzt wurde. Links und rechts oberhalb des Eingangs befinden sich die Amtsschilder mit dem preußischen Adler-Wappen, jeweils eines für das 'Königliche Landratsamt', das damals ebenfalls in diesem Gebäude untergebracht war, und eines für das 'Königliche Amtsgericht'. Die Treppe ist heute verschwunden. Im übrigen ist das alte Amtsgebäude nach geglückten Modernisierungsarbeiten heute noch immer in seinem ursprünglichen hannöversch-englischen Stil erhalten und nimmt weiterhin das Amtsgericht Sulingen in sich auf. Immer noch befinden sich oberhalb der Fensterreihe des ersten Stocks die in Sandstein gearbeiteten Anfangsbuchstaben des im Jahr der Erbauung regierenden hannoverschen Königs Georgs des Fünften mit dem Zusatz des Baujahres 1854. Die Markisen als Sonnenschutz stellten die Technik ihrer Zeit dar und sind, wie die Aufgangstreppe, längst nicht mehr vorhanden.

18. Diese Ansichtskarte läf~t an der Sulinger Kirche den früheren niedrigen Turm erkennen, der bis 1908 stand und dann durch den heutigen hohen Kirchturrn ersetzt wurde, sowie die stufenförmige Gestaltung der Ostseite der Kirche mit den dem gotischen Stil entlehnten Filial-Aufbauten, die bei den Restaurierungsarbeiten 1965 beseitigt wurden. Die Ostseite des Kirchengebäudes zeigt noch einen Teil der freien Fläche um die Kirche, auf dem sich ehedem der Friedhof des Kirchspiels erstreckte. Am linken Parterre-Fenster des Amtsgebäudes (rechts oberes Bild), in dem jahrzehntelang Landratsamt und Amtsgericht mit Gefängnis gemeinsam untergebracht waren, ist gerade eine der Außen-Markisen heruntergelassen, Derartige Markisen an Behördengebäuden wären heute nicht denkbar. Das linke obere Bild zeigt das alte Krankenhausgebäude gegenüber der Einmündung der Georgstraße in die Lange Straïse, das jahrzehntelang auch Schulgebäude der Sulinger Landwirtschaftsschule gewesen ist, deren Besucher grüne Mützen trugen und daher von Sulingens Schulkindern oftmals mit dem Reizwort 'Stäkreuben' (das heißt 'Steckrüben') herausgefordert wurden.

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