Trier in alten Ansichten

Trier in alten Ansichten

Autor
:   A. van Stipelen-Kintzinger und R. Laufner
Gemeinde
:   Trier
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1033-4
Seiten
:   144
Preis
:   EUR 19.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Trier in alten Ansichten'

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39. Der Vorhof des ehemaligen Friedrich-Wilhelm-Gyrnnasiums in der Jesuitenstrafse wirkte mit seinen Bäumchen und dem groben Kopfsteinplaster wie ein kleiner Marktplatz. Dieser idyllische Ort wurde gerne von spielenden Kindern aufgesucht. Schule, ehemals Jesuitenkolleg, und Giebel der Jesuitenkirche werfen ihre Schatten über den Platz. In diesern Gebäudekomplex war auch viele Jahre die Stadtbibliothek untergebracht, bevor sie in die Weberbach umzog. Auf der rechten Seite der Jesuitenstraße sehen wir die Seitenansicht des Hotels 'Trierischer Hof.

40. Eng verknüpft mit der Erforschung der Geschichte Triers ist die Person Gottfried Kentenichs (1873-1939). In seiner Eigenschaft als Stadtbibliothekar und Archivar bemühte er sich um die publizistische Auswertung der gesammelten Erkenntnisse. Eine Liste seiner eigenen Veröffentlichungen umfaßt über vierhundert Titel. Sein bekanntestes Buch, die 'Geschichte der Stadt Trier', erschienen 1915, ist bis heute ein Standardwerk geblieben. Nach Universitätsstudien in seiner Heimatstadt Bonn und einer anschließenden kurzfristigen Lehrtätigkeit an Gymnaaien wurde er 1902 an die Stadtbibliothek Trier berufen. Veranlaßt durch die politische Situation in Deutschland trat er 1934 freiwillig von seinern Amt zurück und starb in seiner Geburtsstadt.

41. Im letzten Teil der Brotstraße zur Fahrstraße sehen wir rechts das Haus Lintz, 1832 erbaut, anstelle des spätmittelalterlichen Hauses 'Zur Geiß'. Hier befand sich eine angesehene Verlags- und Sortimentenbuchhandlung. Daneben ein Kerzen- und Wachswarengeschäft. Die diesem Barockbau 1810 vorbeblendete Fassade verwandte die alte Türbekrönung, einen Steinlöwen, wieder. Im nächsten Haus NI. 30 war die Zigarrenhandlung und Tabakfabrik Berhald Neumann untergebracht. Ganz im Hintergrund das alte Konfektionshaus Haas. Abwässer liefen noch durch den 'Kullang', da es noch keine Kanalisation gab.

42. Das Haus Nr. 30, 1797 erbaut, zeigt in seinen Bauformen noch barocke Züge, In der Mitte der Fassade erinnert eine St-Michaelsfigur an den alten Hausnamen. Hohe Fenster mit tief heruntergezogenen Brüstungen und schmiedeeisernen Gitterehen lassen die Front des Hauses zur Straße hin transparent erscheinen, im Gegensatz zu den verschlossenen mittelalterlichen Fassaden,

43. Das jetzige Textilhaus Insel, Ecke Fahr- und Neustraße, hat eine bewegte Vergangenheit. Auf diesem Foto von 1896 sehen wir das alte Eckhaus 'Zum Creuz'. 1869 eröffnete hier die jüdische Kaufrnannsfarnilie Haas ein Putz- und Modewarengeschäft. Vor der Jahrhundertwende wurde das Gebäude samt einiger angekaufter Nachbarhäuser abgerissen, um ein grofses Textilwarenhaus im 'Zuckerbäckerstil' errichten zu können (siehe nächstes Bild),

44. Im Jahre 1912 schon erwies sich das vierzehn Jahre vorher errichtete fünfgeschossige Textilhaus Haas als zu klein. Es wurde abermals abgebrochen und als Triers erstes Kaufhaus in der heute noch bestehenden Form wieder erbaut. In damaligen Fremdenführem wurde es als 'modernes Zweckgebäude' erwähnt. Zur Zeit des Nationalsozialismus erhielt das Haus seinen Namen Insel. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Kaufhaus fast unbeschädigt.

45. Gegenüber dem Kaufhaus Haas in der Neustraße befand sich das angesehene Lokal 'Kufs Weinstube', Stammlokal des populären Oberbürgermeisters Kar! de Nys, der von 1862 bis 1904 die Stadtverwaltung leitete. Jeden Tag kehrte der joviale Gesellschafter dort ein, und es vollzog sich hier ein großer Teil der Kommunalpolitik. Zu der Zeit inserierte Heinrich Kufs: 'Specialität: echter Trierischer Weinpunsch, prämiert auf der Pariser Weltausstellung, grosser Versand.' Damit kein weinseliger Gast beim Verlassen seines Lokals in die Rinne stürzen sollte, hatte er den 'Kullang' mit einer Platte überdecken lassen.

46. In der Neustraße stehen heute noch einige sehr alte Giebelhäuser. Zum Beispiel die Drogerie Kutzbach mit dem typisch trierischen Kamin auf unserem Foto. In dieser regen Geschäftsstraße waren Läden aller Art vertreten. 'Beim Heil' bekam man alles für Haushalt und Landwirtschaft, gegenüber bei Mützenmacher Saur Kopfbedeckungen aller Art, 'beirn Schmelzer' Farben, Pinsel und Tapeten, 'beim Blumenau' Kaffee und 'beim Schaeidt Tuback', Hier wurde oft der einem Ring Blutwurst gleichende 'Strolles' verlangt, ein Strangtabak, den man mit dem Messer schneiden und dann 'riewelen' mußte, ehe er in die Pfeife kam. 'Beim Kasel' kauften die Landleute Gummizeug, Treibriernen und ähnliches und 'beim Thomas Koch en tördich Box', wie die Arbeiter sie damals trugen.

47. Eingang in die Biographien eines weltberühmten Trierer Bürgers erlangte die Neustraße durch ein Liebesverhältnis. Karl Marx ging, wie man zu sagen pflegte, in die Neugasse Nr. 389 freien. Die Aufnahme zeigt diesen 1770 errichteten Barockbau, den man heute noch als Haus NI. 83 wiederfindet. Karl Marx' Braut und spätere Frau, Jenny von Westphalen, stammte aus einer angesehenen, kinderreichen Beamtenfamilie. Ihr Vater war der Erste Rat der Regierung, Ludwig von Westphalen. Am 19. Juni 1843 wurde die Eheschließung beurkundet. Außerdem ist dieses Haus das Geburtshaus von Friedrich Zell, der 1848 der Frankfurter Nationalversammlung angehörte.

48. Der Bliek auf die Ostseite der Neustraße zeigt in der Bildmitte das bekannte Haus 'Zum Mohren', vor dem eine Kindergruppe für den Fotografen posiert. Erbaut um 1810, präsentiert es sich in reinem klassizistischen Stil mit klarer Pilastergliederung. Das Mansarddach wird geprägt durch zwei große Dachhäuser und einem Dreieckgiebel mit Steinvase. Da die französische Regierung seinerzeit eine Fenstersteuer erhob, baute man das Haus mit wenigen, aber großen Fenstern. Aus dem Jahre 1620 stammte das Haus oberhalb, bekannt unter dem Namen 'Drei Reichskronen',

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