Wangerland in alten Ansichten

Wangerland in alten Ansichten

Autor
:   Geschichtswerkstatt Wangerland
Gemeinde
:   Wangerland
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6585-3
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Wangerland in alten Ansichten'

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Ziallerns

49 Ziallerns ist ein in seiner alten Form erhaltenes Wurtendorf. Es hat noch das ursprüngliche Aussehen einer Warfsiedlung bewahrt. Es ist sozusagen

eine 'Vorzeige- Wurt'. Sie ist fast kreisrund und hat bei einem Durchmesser von 200 bis 230 meine Höhe von fast 5 m und bedeckt eine Fläche von etwa 3,2 ha. Der Kubikinhalt des künstlich aufgebrachten Marschbodens beträgt etwa 60 000 Kubikmeter. Die Hofgebäude gruppieren sich radial um die Wurtmitte. Eine Straße umgibt ringförmig die gesamte Wurt. Bei Baumaßnahmen wurden wiederholt Keramikscherben und sonstige Funde der römischen Kaiserzeit und des Mittelalters geborgen. Im Iahre

1958 wurde eine Probegrabung vorgenommen. Man entdeckte einen Wohnplatz aus der Zeit um Christi Geburt und etwas früher eine Hausstelle mit behauenen pfählen und Resten von Flechtwerk in einer dicken Mistschicht, die zahlreiche Topfscherben und Tierknochen enthielt. Form und Verzierung der Gefäße zeigen deutlich, daß dieser Wohnplatz schon in vorchristlicher Zeit bestanden hat. Es wurde erstmals die sogenannte geometrische Keramik gefunden, die holländische Forscher schon in die Zeit um 200 vor Christi Geburt ansetzen.

St. Joost

50 Die 1497 erstmalig urkundlich erwähnte Kirche St. Joost war einst eine Privatkapelle der adligen Güter von Maisidden und Hodens. Geweiht war sie dem Heiligen Jodokus, dem Beschützer der Seefahrer, Fischer und Reisenden; daher ihr Name 'to sante Ioest' . Erst mit der Eindeichung des St. Jooster Grodens (1542) wurde diese Kapelle zur pfarrkirche erhoben. Dennoch blieb sie die kleinste Kirche, aber auch ein Kleinod im Wangerland; das Einkommen der Pastoren war auch dementsprechend gering. Es standen ihnen 8

Hektar Pastorenland und durch die geringe Seelenzahl ihrer Gemeine nur wenig Einkommen aus theologischen Amtshandlungen zur Verfügung. Fazit war, daß ein Pastor mit

einem Stoßseufzer am Iahresende in das Kirchenbuch schrieb: 'Gestorben: keins. Geboren: meins. Getraut ein einzig Paar, darunter des Küsters Tochter war.' 1909 wurden die Kir-

chengemeinden St. Joost und Wüppels miteinander vereint.

51 Das DorfSt. Joost blieb bis ins 20. Jahrhundert auf wenige Häuser beschränkt. Außer Kirche, Pastorei und

Schule gab es eine Gastwirtschaft, einen Bauernhof und ein Häuslingshaus. Die aft erwähnte St. Jooster

Windmühle in unmittelbarer Nähe war nie Bestandteil des Ortes, sie gehörte zum Kirchspiel Wüppels.

Wiarden

mens Claaßen schriftlich darum bittet, die Wirtschaft übernehmen zu dürfen. Ihm folgten weitere Besitzer, der Bogen spannt sich überTjarks und

52 ImAugust 1821 wird das Gasthaus 'Wiarder Hof' in Wiarden urkundlich erwähnt, als ein Mann na-

Lückens bis hin zum Ehepaar Peters, die die Wirtschaft mit Kolonialwarenhandlung und Landwirtschaft von 19 10 bis 1 956 betrieben. Im Zweiten

Weltkrieg waren im Saal mehrere Flüchtlinge untergebracht. Nach Peters folgte der Gastwirt und Kaufmann]. Decker.

Garms

53 Neugarmssie1 (Garms), ein Sielhafenort zwischen 1640 und 1700. Durch weitere Landgewinnung verschlickten Siel und Hafen. Es entstand ein Dorf für die von der Landwirtschaft geprägte Umgebung. Neben einer Schule waren Einrichtungen wie Schmiede, Kaufmann, Wirtshaus und Schuster vorhanden. Das Bild links oben zeigt die Gastwirtschaft und Handlung Albers an der Landstraße Jever-Caralinensiel. Im Vordergrund links der frühere Hafen, jetzt das Garmser Tief Auf der Postkarte links unten sieht man ein altes

Handelshaus am früheren Hafen. Auf dem Bild rechts oben ist die Sophienmühle mitten im neugewonnenen Graden an der Harlebucht, nördlich von N eugarmssiel, zu sehen. Rechts unten

ist das Bahnhofsgebäude der Eisenbahnstrecke JeverCaralinensiel. Die Strecke wurde stillgelegt, am 26. September 1987 fuhr der letzte Tidezug.

54 Altgarmssie1 - Der Garmsersiel war der älteste Siel und Hafen der östlichen Harlebucht und bestand (etwa) von 1535 bis 1637. Altgarmssiel war ein lebhafter Handelsort mit einem regen Schiffsverkehr auch auf dem Tief nach lever. Die weiteren Eindeichungen ließen den Siel eingehen. Später war es ein Schul- und Einkaufsort mit großem Landhandel, auch für die nähere Umgebung. So gab es dort die Gastwirtschaft und Handlung Albers. Um 1884 war hier die Weggeldhebeste11e '011sieler Kroag' . Die Molkerei Gebr. Groh in Altgarmssiel ist 1881 als erste Genossenschaftsmolkerei im Land Oldenburg gegründet worden.

Mederns

wurde Anfang des 16. Jahrhunderts bei einer Sturmflut zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Steine

der Mauerreste wurden auf Anordnung der Herrschaft Jever zum Bau des dortigen St.-Annen- Tors verwendet.

Auf dem alten Friedhof werden heute noch die verstorbenen Medernser beigesetzt.

55 Es ist ein altes Warfdorf. Die Kirche des Dorfes

Grimmens

mens. Es bot Platz für eine Familie mit acht Personen, und im Stall standen zwei Kühe. Der Besitzer hieß im Volksmund Hinderk 'Ulan', weiler 1870/71

56 Dieses Haus sowie Hausstelle heißt Gnurrei. Es liegt an der Straße zwischen Gottels und Grim-

im Krieg bei den Ulanen gedient hatte. Es war sicher schon 250 Iahre alt, als es

1 968 zum Teil abgerissen wurde. Ein Abstellraum und Unterkunft für Klein-

vieh entstanden. Ein neuerbautes Haus steht heute daneben.

Friederikensiel

57 In dem 1721 eingedeichten Friederikengroden entstand der Sielhafenort Friederikensiel. Der Landesherr Iohann August, Fürst zu Anhalt-Zerbst, förderte die Ansiedlung von Schiffahrt, Fischerei und Handwerk. Außentief und Siel verschlickten jedoch zusehends, so daß der Siel 1758 aufgegeben werden mußte. Die Landwirtschaft wurde die wichtigste Erwerbsquelle. Heute gewinnt der Fremdenverkehr an Bedeutung.

Das Bild zeigt links oben: die frühere Gastwirtschaft und Handlung von Gerd Gronewold, rechts oben: die Bauunternehmung Landskron und rechts unten: den heutigen Ferienhof van Emil Janßen.

58 Die Molkerei Friederikensiel stand auf dem Deich und war bis 1 937 in Betrieb. Das Einzugsgebiet umfaßte Bauernhöfe bis nach Hohenkirchen.

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