Dingolfing in alten Ansichten Band 2

Dingolfing in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Fritz Markmiller
Gemeinde
:   Dingolfing
Bundesland
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6128-2
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Dingolfing in alten Ansichten Band 2'

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29 Hinter der Herzagsburg stand

der] 892 zum Knabenschulhause umgebaute herzogliche Getreidekasten. Vis a vis der Herzogsburg steht das ehemalige Rentmeistergebäude (Hs.Nr. 29), an desen nördlicher Giebelseite noch die Spuren der ehem. Malerei (Rauten) ersich tlich sind.

Die heutige Hausnummer 50 entstammt der späten Gotik, enthält ein repräsentatives Treppenhaus und läßt noch heute mit den erwähnten Rauten die ehemalige Fassadenbemalung erkennen. Im Erdgeschoß ist ein Netzrippengewölbe erhalten.

30 Die Südseite des Stadtplatzes war bis zum Jabre 1901 durch das obere Stadttor abgeschlossen. Dieses ehem.Wachttor wurde nach dem Verkauf des herzogl. Schlosses zu Gefängnissen eingerichtet, enthielt später den Bürgerarrest, die Müllerin genannt, und untern Orts die Extra Bierstuben der bei der Stadt zu Verhaft kommenund zu hiesigen Landgericht extradiert werdenden Personen. Später ging das Tor in Privatbesitz über.

Durch unvorsichtiges Arbeiten beim Kanalbau erlitt das Gebäude 1901 irreparable Schäden und mußte abgebrochen werden.

3 1 Vor der Hochbrûcke befand sich

ehedem wieder ein Tor, welches mit dem noch vorhandenen halbkreisfórmigen Turm- (Gast- )zimmer des dermaligen kath. Gesellenhauses in Verbindung mit dem gegenüberliegenden Hügel steht.

Die Befestigungsanlage hier an der Südspitze des Bergsporns erwies sich einst als besonders mächtig. Das erwähnte Tor verschwand um die Mitte des 19. Jahrhunderts wie mit ihm auch anschließende Mauerteile abgebrochen worden sind. Das Gebäude des Kolpinghauses erfuhr 1899 Umbau undAufstockung.

32 Bei der Hochbrûcke ist der Hiige1fÜcken durchschnitten, wohl ein der Befestigungsanlage dienliches künstli ches Wérk. Unter der Brücke erblicken wir das Bett des Asenbaches, eines Wildbaches, der gewöhnlich sehr wasserarm erscheint, aber schon öfters große Wassennassen brachte, daß er großen Schaden verursachte. Am Asenbache entlang glaubt man noch den ehem, Befestigungswall zu erkennen.

Das Wasser des Asenbaches umfJoß früher nicht bloß wie heute den Oberstadtberg im Westen, sondern speiste auch den sogenannten Herrenweiher am Gries und dann den östlichen Stadtgraben.

Di gohmg

Hochbriicke

33 Die Hochbrücke ist ein stolzes

Wahrzeichen der Stadt. Sie hat fünf Bogen und ruht auf sechs Pfeilern, ist 64 m lang, 19 m hoch,5 ,5 m breit. Die Pleiler, über welche sich die 5 Bogen wölben, haben eine Dicke von 1,2 m, Schon mancher, der diesen Bau zum erstenmale gesehen, hat ihn,lebhaft an die hie und da noch in Trümmern ragenden Aquädukten erinnert, für rêmisches Werk gehalten.

Wie durch schriftliche Belege erwiesen ist, wurde die Brûkke erst 1612 erbaut. Der damals herrschende Renaissancestil orientierte sich allerdings allgemein an antiken Vorbildern.

34 Bis um das Jahr 1850 war unten an dem mirtleren Pfeiler gerade über dem Bette des Baches ein Manerstein mit der Jahreszahl 1592, welches Jahr man als VollendungSjahr des Brückenbaues annimmt, eingemauert. Jetzt ist daselbst ein Stein mit dem Stadtwappen und der Jahreszahl 1 750 angebracht. In demjahre 1750 wurden wohl die Beschädigungen ausgebessen, die durch die Belagerung im Jahre 1743 verursacht worden sind.

Erstgenannter Stein dürfte an eine Reparatur des zweifellos gemauerten Fundaments der vorhergehenden Holzbrücke erinnert haben.

3 5 Nahe der in der Mi tte der

Brücke erbauten Johannes v. Nepomuk Kapelle bezeichnen ein Hufeisen und die Jahreszahl 1862 jene Stelle, von der im genannten jnhre ein Pferd, ohne sich zu verletzen. in die Tiefe sprang. Die Schutzmauer wurde damufhin höher gebaut.An der Außenseite der Hochbrücke befindet sich der Hochbrückenbogen, welcher die Jahreszahl

1612 als Erbauungsjahr zeigt und 0 i n go I fj n g

1903 erhöht wurde.

An diesem Bogen hat sich

also die zutreffende Datierung

für Errichtung der Hochbrük-

kenanlage erhalten. Er ist

dann anläßlich einer Gesarritinstandsetzung 1966 abgebrochen und proportional vergrößert neu erbaut worden.

36 Ueber die GeiBlungsstraße fortschreitend. kommen wir wieder zu einer aber kleinen steinernen Brücke.An derselben stand bis zum jrhre 1785

an der Westseite die SchieBhütte der Bürgerwehr. Die SchieBübungen erfolgten über das Tal, heute noch die Kugelweite benennr, zu den am Buchberge angelegten SchieBständen.Auch hier war daselbst bis zum Jahre 1860 ein kleiner Torbogen gestanden.

Zu letzterem besteht keine weitere Kenntnis; ein Bildbeleg ist nicht erhalten.

37 Wenige Schritte weiter steht das Pmnzosen-Denkmal zur Erinnerung an die Belagerung des jihres 1743 und das in der Nähe befindliche Massengrab. Die Pietät unsererVorfahren hatte den verbûndeten Franzosen schon früher ein hölzernes Marterl gewidmet, welches über 100 johre die Stelle kennzeichnete, an welcher die Franzosen haufenweise in die Grube geworfen worden sind. 1850 wurde der Grabhügel abgetragen und die gesanrme1ten Gebeine in geweihter Erde beiqesetzt.

Das jetzige Denkmal hat die Stadtgemeinde im Iahr 1902 aufstel1en lassen.

38 Der GeiBlungsstraße weiter folgend, gelangen wir zum neuen Fmnziskaner -Kloster. Immer gerne gedachten die Bewohner der Stadt Dingolfing's und der Umqebunq der Franziskaner, die zu den harten Kriegszeiten so viel des Guten getan und das sehnsüchtige Verlangen bald wieder Franziskaner in Dingolfing zu bekommen. wurde bald zurTat.

Das alte Kloster auf der Oberen Stadt bestand seit 1640 und war 1802 aufgehoben worden. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts setzten intensive Bestrebungen zur Wiederer richtung ein.

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