Hengersberg in alten Ansichten Band 2

Hengersberg in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Georg Loibl
Gemeinde
:   Hengersberg
Bundesland
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5430-7
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Hengersberg in alten Ansichten Band 2'

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39. Am 27. Dezember 1904 hat der Gymnasiast Josef Streibl diese Ansichtskarte an seinen Lehrer, den Mettener Benediktiner Pater Viktor Eder, geschrieben. Josef Streibl ist im Ersten Weltkrieg gefallen. Auf dem Bild wird das Streiblsehe Besitztum in Hengersberg vorgestellt. Unten rechts der Gasthof am Marktplatz: links daneben, das Austraghaus in der Simon-Breu-Straße, das später Rektor Franz Streibl mit seiner Familie bewohnte. Unten links der längst verschwundene SommerkelIer, 'Zurn Süßen Löchl' genannt. Im kühlen Keller lagerte das Bier, welches man im Sommer in der Kellerwirtschaft ausschenkte. üben sieht man den mächtigen Komplex der Brauerei in Leebbergheim mit der Gartenterrasse an der rechten Seite. Diese war im Sommer an schönen Sonntagnachmittagen für die Hengersberger ein beliebtes Ausflugsziel.

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40. Diese Ansichtskarte mit der Streibl-Brauerei in Leebbergheim trägt den Poststempel vom 14. April 1898. Damals führte die Straße nach Auerbach noch direkt am Hauptgebäude vorbei. 1890 haben die Brüder Georg und Josef Streibl das große Besitztum erworben. 1929 wurde Lcebbergheim an das Benediktinerkloster Niedera!taich verkauft. Der Name Leebbergheim weist auf Franz Xaver Leeb 1., der von 1859 bis 1862 den großen Gebäudekomplex errichten ließ. Am 7. August 1868 erteilte König Ludwig Il. persönlich die Erlaubnis den Ort Leebbergheim nennen zu dürfen.

41. Vor dem Sudhaus in Leebbergheim hat sich die Belegschaft der Streibl-Brauerei versammelt. Am Klapptisch sitzt selbstbewußt Braumeister Ernst Gassner: seine Ehefrau und die beiden Kinder haben es sich auf Bierfässern bequem gemacht. Der junge Bursche mit der Malzschaufel ist Anton Knabenbauer aus Schwarzach, genannt Mühl Dani. Rechts daneben Anton Stiglmeier aus Schwarzach. Im Führerhaus des Lastwagens sitzt Josef Staudinger, der Vater des bekarmten Zithervirtuosen Sepp Staudinger. Der vierte von rechts ist Alois Bernauer, Großvater unseres Bürgermeisters Werner Bachmeier. Dritter von rechts ist Josef Binder. Zweiter von rechts ist der Faßbinder Ludwig Brocher und ganz rechts der Muggenthaler Hans, genannt Onkel Hans. Er war der Wirt in Leebbergheim und hat später das Gasthaus Streiblbräu am Marktplatz geführt. Wegen seinen Sprüchen nannte man ihn den größten Lügner aller Zeiten.

42. Der neuerbaute Bahnhof ist zur Eröffnung der Bahnlinie Deggendorf-Kalteneck am 13. Juni 1913, rnit Fahnen und Girlanden geschmückt. Man sieht viele festlich gekleidete Mensenen. Die Kinder hatten schulfrei und durften zur nächsten Station eine Freifahrt machen. Man setzte in die Bahn große Hoffnungen und es dachte sicher niemand daran, daß kaum siebzig Jahre später der Personenzugverkehr eingestellt wird, Das Wohnhaus der Familie Schwaiger im Hintergrund stellt sich noch ohne Erkertürmchen dar.

43. Im Jahre 1931 wurde in Niederalteich die 1 200jährige Gründung des Klosters gefeiert. Der Hengersberger Marktrat war vollzählig zum Festgottesdienst erschienen. Die Herren trugen den dunklen Überzieher, weiße Handschuhe und Zylinder. Zu sehen sind von links: Bürgermeister Franz Xaver Würf, Landrat (heute Bezirksrat) Josef Streibl, 2. Burgermeister Michael Beer. 2. Reihe: Justizinspektor Kleiner, Eisenhändler Josef Weidenbeek. Postmeister Donatus Feilerer. 3. Reihe: Wagnermeister Josef Weber, Bürgermeister von 1952 bis 1954; Hauptmann Sepp, Viehhändler, Franz Bösl approb Bader. 4. Reihe: Franz Xaver Schlegl, Bankier, Burgermeister von 1946 bis 1952; der Landwirt Quirin Eisner, Gastwin Glashauser. 5. Reihe: Landwirt Kapfinger, Konditorrneister Ludwig Brummer. Alois Schwaiger vom Frauenberg. Ganz hinten kann man noch den Marktobersekretär Franz Eckl und dahinter Oberamtsrichter Eberle erkennen.

44. Dieses Bild wurde um 1910 beieinern Ausflug nach Kerschbaumaufgenommen. Von links: Professor Simon Breu, Oberamtsrichter Hermann Kraernrner, ein Schulfreund von Ludwig Thoma, der ihn in seinen Lausbubengeschichten verewigt hat. Kraemmer (1867-1929) war ein leidenschaftlicher Jäger und konnte fürchterlich fluchen, wenn er das Ziel verfehlte. Rechts daneben der Altphilologe Professor Neudecker aus Würzburg und ganz rechts Oberamtsrichter Georg Matthias Lucas, Vater der Lucas Damen.

45. Die Viehmärkte in Hengersberg waren im ganzen Land bekannt. Der bedeutendste war der Magdalenenmarkt am 22. Juli. 1430 hat Herzog Heinrich von Bayern-Landshut den Hengersbergern das Recht zur Abhaltung dieses Marktes verliehen. Es wurden oft über eintausend Stück Vieh aufgetrieben, sodaß der Marktplatz zu klein wurde und man in die Zufahrtsstraßen ausweichen mußte. Vom ganzen Bayerischen Wald haben die Bauern und Händler ihre Tiere hergebracht. Das Foto zeigt den Marktbetrieb im Jahre 1930. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Auftrieb immer mehr zurückgegangen. Um 1955 herum wurde der Magdalenenmarkt als letzter von einst sechs Märkten eingestellt.

46. Zu den schönsten Häusern im Ort gehört das ehemalige Müller-Salegg-Haus an der Ostseite vom Marktplatz. Das Gebäude wurde beim großen Brand im Jahre 1794 stark mitgenommen. Der damalige Besitzer Nikolaus Pesamoska (zu deutsch Fliegenwäger) har es wiederherstellen lassen. Damals sind das elegante Mansard-Walmdach und die klassizistische Stuckfassade entstanden. Die mit geschnitztem Muschelwerk geschmückte Fassade des Erdgeschosses wurde um 1900 von einem Mitglied der Bildhauerfamilie Seywald geschaffen. Vor der Ladentüre stehen links Herr und Frau Hirt und rechts Marianne Holzapfel. heute Frau Feig. Das denkmalgeschützte Gebäude wird in den nächsten Jahren saniert und rcnoviert, um künftig als Rathaus Verwendung zu finden.

47. Im Mai J 942 gab es im Hause Ammerer eine große Hochzeit. Lisl Ammerer heiratete den Apother und Bürgermeister von Viechtach Karl Gareis. Das Erinnerungsfoto wurde vor dem prächtigen Portal des Gasthofs Müllerbräu, heute 'Zur Schrei berin " aufgenommen. In der ersten Reihe unten sind dargestellt, von links: Kar! Gareis senior, Lenzerl Arnmerer , das Brautpaar, Wolfi Ammerer, der Ammerer Vater. Zweite Reihe: Reserl Ammerer, Wilhelmine Ammerer geb. Eberle , Anna Ammerer, Hannerl von Grafenstein gcb. Gareis und Erna Müller. Dritte Reihe: Dr. Stein, Johanna Müller, Metzgerrneister Lorenz Amrnerer, Hedwig Burger geb. Gareis, loser Ammerer. Oberste Reihe: Pater Laurentius Steger vom Kloster Niederaltaich, Frau Eberle , Oberarntsrichtersgattin, Rosa Fellerer, Postmeistersgattin und der Landrat von Beilngries Dr. Burger.

48. Im Jahre 1934 wurde der Marienbrunnen abgetragen. Die Muttergottes hat an der Giebelseite vom Haus des Kaufmanns Franz Bauer einen neuen Platz erhalten an dem sie sich immer noch befindet. Das Bild zeigt die Aufstellung des neuen Kriegerdenkmals. Am 15. Juni 1934 wurde es enthüllt, auf eine kirchliche Weihe hatte man verzichtet.

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