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Auszüge aus dem Buch ''

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49. Das hier abgebildete Hotel Koopmann wurde in dieser Gestalt kurz nach 1897 erbaut. Am 15. Juli 1897 war der Vorgängerbau Opfer eines Feuers geworden. Lucie Rakers schreibt in ihren Erinnerungen an Alt-Nerdhom über den Besitzer: He" Koopmann war eines jener Originale, die in unserer hektischen Zeit immer seltener werden. Ihm ging es nicht so sehr um seinen eigenen Vorteil als um das Wohlbefinden seiner Gäste. So konnte es geschehen, daß er einem Gast, der dem Alkohol schon reichlich zugesprochen hatte, auf dessen Verlangen nach einem weiteren Glas Bier oder Wein den Rat gab: 'Trinken Sie lieber keins mehr, morgen tut's Ihnen leid!'

50. Bliek in die Bahnhofstraße in Richtung Hauptzollamt. Auf der linken Seite sehen wir die Veranda des Hotels Koopmann, dahinter das Daeh des Hopfeldschen Hauses. Die Familie Hopfeld gehörte zur jüdisehen Gemeinde. Frau Hopfeld betrieb einen Textilladen. Auf dem Foto sehen wir Busse, die auf der Linie Nordhorn-Denekarnp verkehrten. Ob es sich damals auf den holperigen Straßen auch so bequem fuhr wie heute? Und wie lange mag damals wohl eine Fahrt Nordhorn-Denekarnp gedauert haben?

51. Im Jahre 1855 wurde das Gebäude des Hauptzollamtes errichtet. Damals lag es weit draußen vor dem Bentheimer Tor. Das Gelände auf dem es steht, ist vom damaligen Sebrinkschen Bauernhof abparzelliert worden. Etwas weiter an der Bahnhofstraße, etwa dem heutigen Rathaus gegenüber, befand sich der Bauernhof Sebrink. Als er wegen der Ausdehnung der Stadt ausgesiedelt werden mußte, wurde er am Ootmarsumer Weg dem Richterskamp gegenüber neu erstellt. Inzwischen mußte er auch hier der Stadtausdehnung weichen. Das Hauptzollamt sollte zunächst in der Innenstadt gebaut werden. Da aber der Vechtehandel damals noch eine Bedeutung hatte, wählte man den Platz in der Nähe der Vechte und an der Durchgangsstraße zu den Niederlanden.

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Haus Schlieper

52. An der Ecke Bahnhofstraße-Völlinkhoff stadteinwärts stand das Haus Schlieper. Die Ansicht ist aus dem Garten, dem heutigen Schlieperpark, aufgenommen worden. Die Familie Schlieper kam aus Elberfeld. Kurt Schlieper war Mitinhaber der im Jahre 1890 gegründeten Spinnerei Kistemaker, Rawe und Schlieper. Die Produktionsräume befanden sich auf dem Hangkamp. Die drei Unternehmer waren bei der Firmengründung 23, 25 und 22 Jahre alt. Kurt Schlieper war auch in der Kommunalpolitik tätig. Von 1897 bis 1914 bekleidete er das Amt eines Senatoren beziehungsweise Ratsherrn der Stadt Nordhorn.

53. In diesem Haus ist heute die Musikschule untergebracht, Gebaut wurde das Haus von der Familie Willem Stroink jr. Die Familie Stroink gilt als eine. der Gründerfamilien der Nordhorner Textilindustrie. Wie die Familie Povel hat auch die Familie Stroink schon im 17. Jahrhundert ihre Ahnen in Nordhorn. Joan Stroink aus Enschede heiratete am 4. September 1770 die Tochter des Nordhorner Bürgermeisters Willem Gryp, Gesiena, Beider Enkel Willem gründete 1839 in Nordhorn in dem leerstehenden Pferdestall der Gastwirtschaft van Bentheim eine Weberei. Von der Familie Stroink erwarb die Familie Bernhard Niehues das Haus. Frau Maria Niehues bewohnte es bis zu ihrem Tod im Jahr 1962.

54. Von den hier abgebildeten Häusern an der Bahnhofstraße steht heute nur noch eins. Es ist das zweite Haus an der linken Straßenseite, das Ribbinksche Haus. Das Thooftsche Haus vorne ist erst vor kurzer Zeit abgebrochen worden, nachdem es längere Zeit eingekeilt durch einen Neubau ein Schattendasein führte, Die Familie Thooft betrieb einst an der Denekamper Straße eine Bierbrauerei. Noch vor einigen Jahren sah man die hochbetagte Frau Thooft, Tochter des Nordhorner Bürgermeisters Gerhard van Delden, am Stadtring oder an der Bahnhofstraße spazieren gehen, Sie war die letzte Nordhornerin, die zur mennonitischen Gemeinde gehörte. Hinter dem Haus Ribbink ist das Haus Diek zu sehen.

55. So sah einmal der Nordhorner Bahnhof aus. Der heutige hat nur noch wenig Ähnlichkeit mit ihm. Selbst die Personenbeförderung findet nicht mehr von dieser Seite des Gebäudes aus statt. Nur zu besonderen Gelegenheiten hält hier noch einmal ein Personenzug. Um die Linienftihrung der Eisenbahn hatte es in der Grafschaft lange Auseinandersetzungen gegeben, bevor man sich zur sogenannten Längsbahn entschloß. Nordhorn unter seinem Bürgermeister Derk van Delden setzte sich für die Querbahn ein, die dem alten Handelsweg Hamburg-Amsterdam über Lingen und Nordhorn folgen sollte. Da das damalige Deutsche Reich den von der übrigen Grafschaft favoritisierten Plan der Längsbahn ablehnte, kam es zur Gründung der privaten Bentheimer Eisenbahn,

56. Wer erkennt auf diesem Foto die Bentheimer Straße? Lediglich das Haus an der rechten Seite ist vielleicht noch einigen in Erinnerung. Es ist das Haus in dem sich später die Bäckerei und Gastwirtschaft Pauling befand. Im Hintergrund am Ende der Straße ist das Gitter der Bentheimer Torbrücke zu erkennen. Zwischen dem Buddenbergschen Haus, von dem auf der linken Seite noch eine Ecke zu sehen ist, und der Brücke befindet sich der HoIzplatz vor der Sägemühle. Unter dem dichten Laub der die Straße begrenzenden Bäume sind die lagernden Stämme nur schwer zu erkennen. Dem heutigen Verkehr wäre die Straße wohl nicht mehr gewachsen.

57. Welch eine Ruhe vermittelt dieses Bild von der Bentheimer Straße. An der linken Seite wird das Haus des Dr. Bracht fast vollständig von den Bäumen verdeckt. Heute befindet sich hier das Einwohnermeldeamt der Stadt Nordhorn. Das nächste Haus, in dem heute der Fotograf Heekeren sein Geschäft betreibt, ist noch durch einen breiten Vorgarten von der Straße getrennt. Weder ein Auto noch ein Fahrrad ist auf der mit Kopfsteinen gepflasterten Straße zu sehen.

58. Das 'Weiße Haus' an der Bentheimer Straße wurde um die Jahrhundertwende für das Ehepaar Bernhard Niehues und Frau Maria geborene Küster erbaut. Kurz vorher im Jahre 1897 hatten Bernhard Niehues und Friedrich Dütting die Firma Niehues & Dütting, die heutige NINO AG, gegründet. Die Familie Niehues lebte bis zum Jahre 1945 in diesem Haus, Nach dem Einmarsch der Alliierten im April 1945 beschlagnahmten die Besetzer dieses Haus und richteten hier die Stadtkommandantur ein. Später wurde das Haus noch als Bürogebäude genutzt und dann wegen der hohen Energiekosten abgebrochen. Zur Zeit wird geplant, hier den Neubau des Amtsgerichtes zu errichten.

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