Die 'kleine Weltaustellung' in Düsseldorf 1902

Die 'kleine Weltaustellung' in Düsseldorf 1902

Author
:   Alexander Fils
Municipality
:   Düsseldorf 1902, Die 'kleine Weltaustellung' in
Province
:   Nordrhein-Westfalen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1865-1
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Die 'kleine Weltaustellung' in Düsseldorf 1902'

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34. Am Kopfende ist dem Gebäude ein Vestibül mit Treppentürmchen, welche die zu einer Empore führenden Treppen enthalten, nebst Garderobenräumen und Toiletten vorgelagert. Im übrigen ist das Hauptgebäude nicht unterkellert. Die in fünf Metern Entfernung liegenden Binder sind bis auf die Anordnung eiserner Zugstangen ganz in Holz konstruiert. Die Stützen zeigen dieselbe Konstruktion wie bei der Industriehalle. Entwurf und Berechnung der Konstruktion rühren von Ing. O. Leitholf her, die Ausführung von Boswau und Knauer. Ursprünglich noch von Thielen geplant, waren nach dessen Tod Schill und Kleesattel an der künstlerischen Arbeit beteiligt.Î 5

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35. Wenige Schritte weiter erblicken wir den schönen Pavillon der Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik in Düsseldorf, welcher von den Düsseldorfer Professoren Kleesattel und Schill entworfen wurde, und in seinem geschickten Aufbau mit den beiden die Hauptfront flankierenden Türmen und dem reizvoll angelegten äußeren Treppenaufgang einen Glanzpunkt der westlichen Straßenseite der, Hauptallee bildet. Er hat eine Länge von rund 40 Metern bei rund 30 Metern Breite. Die beiden Türme erreichen eine Höhe von etwas über 25 Meter. Die Eisenkonstruktionen wurden von der Firma Hein, Lehmann & Cie., der übrige Bau von der Firma Max See, beide in Düsseldorf, ausgeflihrt.36

36. Einige Restaurationsgebäude, welche als Nachahmungen von alten oder historischen Baudenkmälern auch ein gewisses Interesse bieten, seien hier noch erwähnt, so das alte "Irierer Haus' im Frührenaissancestil vom Architekten Peter Marx aus Trier, das 'Bacharacher Haus', ein hübscher rheinischer Holzbau vom Architekten Thilo Schneider aus Düsseldorf,37 die 'Rüdesheimer Rheinburg' der Architekten Kayser & von Großheim aus Berlin, das vom Architekten Max See erbaute 'Café Weitz' und das stimmungvolle holländische Anwesen der Firma Bols mit seiner Mühle und den lauschigen Hallen, nach Plänen und unter Leitung des Düsseldorfer Architekten Victor Wolff, unmittelbar am Rheinufer, westlich von der Hauptweinwirtschaft. 38

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Düsscldorfer Handwerkskammcr

37. Gleichsam eine Ergänzung der Industriehallen bildet der malerische Pavillon der Düsseldorfer Handwerkskammer, der sich an bevorzugter Stelle an dem eiförmigen Platze südlich von der Festhalle erhebt, Das aus einem beschränkten Wettbewerb unter Düsseldorfer Architekten hervorgegangene vom Architekten Rudolph Brüning entworfene und unter dessen Leitung ausgeführte Gebäude umfaßt eine bebaute Fläche von rund 2 400 Quadratmetern, seine Länge betragt 75 Meter, seine Breite 30 beziehungsweise 40 Meter. Die Hetstellungskosten des Bauwerkes haben sich auf rund 72 000 Mark gestellt.i' 9

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38. Ein einfaches, mächtiges Dach, welches recht monumental wirkt, deckt die mittlere Halle. Das Hauptmotiv der Fassade bildet ein mächtiges fünfach geteiltes Fenster von elf Metern Breite und acht Metern Höhe. Unter diesem Fenster befindet sich ein Hauptportal von guten Verhältnissen und eleganter Dekoration im Geiste der deutschen Frührenaissance; der Schub des großen Fensterbogens ist durch zwei kräftige Ecktürme aufgenommen. Alle Teile dieser schönen Komposition sind wohlüberlegt und harmonisch zusammengesetzt. Wir haben es hier mit einer vornehmen Anwendung der deutschen Renaissance zu tun. Das Innere ist ebenfalls künstlerisch interessant: Ein schöner Fries, in grün und rot gehalten, belebt die durch die großen Fenster der Schmalfronten prächtig beleuchtete mittlere Halle.40

39. Der Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation zu Bochum baute für die Ausstellung seiner Produkte eine richtige Basilika mit Haupt-, Seiten- und Querschiff und mit einem seitlichen Glockenturm. Diese ganz kirchenartige Erscheinung ist teilweise durch gewisse praktische Bedingungen gerechtfertigt: Erstens ist die dreischiffige Anlage im wesentlichen durch ihre Wiederverwendbarkeit als Werkstattgebäude auf dem Werk bedingt, zweitens ist der etwa 70 Meter hohe Glockenturm, das höchste Bauwerk auf der ganzen Ausstellung, zur Unterbringung von im Werk produzierten Glocken bestimmt. Um so mehr ist es anzuerkennen, daß es dem Architekten H. Schumacher, der in seiner Eigenschaft als Beamter des Bochumer Vereins mit Entwurf und Durchbildung des Gebäudes betraut war, gelungen ist, ein reizvolles Gesamtbild zu schaffen.42

40. Die Silhouette des Turmes ist kräftig und elegant. Der mit Schiefer bekleidete Glockenturm und sein schlanker Helm passen ausgezeichnet zu der schweren Masse des Unterbaues; diese ernste Architektur wird jedoch durch das magere und unharmonische Spitzenwesen der Hauptfront stark beeinträchtigt. Wie die Außenarchitektur bewegen sich auch die Formen des inneren Ausbaus in einer modernisierten Gotik. Besonders interessant ausgebildet ist in diesem Gebäude die Eisenkonstruktion, welche in sämtlichen Bindern frei liegt. Das Eisenwerk ist graublau gestrichen, die untere Ansicht der Binder mit schwarz und weißen Ornamenten verziert; um das Hauptschiff läuft ein stattlicher Fries mit den Wappen aller Staaten der Welt.43

Ilüsseldorler Jfusstellung.

I)oerder Bergwerks-

und I)üttenuerein.

41. Der Pavillon des Hörder Bergwerk- und Hüttenvereins scheint uns durch die Einfachheit des Grundrisses, die Klarheit des Aufbaues, das Maßvolle in der Dekoration, den modernen Geist seiner Architektur ein vorzügliches Beispiel prächtiger und zweckmäßiger AusstelJungs- und Baukunst zu sein. Die machtige Kuppel ruht breit auf den vier Bögen des quadratischen Grundrisses, ihre lustige Laterne, ihr flacher Umriß ohne Tambour erwecken keine Erinnerung an kirchliche Architektur, die auf diesern Gelände wohl nicht am Platze ist; die vier Türme, welche die Bögen der Fronten flankieren, wirken durch die originelle Lösung ihrer oberen Loggien äußerst festlich.44

42. Die Maße des Hörder Bergwerks- und Huttenvereins betragen rund 46 Meter in der Längsachse, rund 27 Meter in der Querachse bei einer Höhe von 18 Metern bis zum Inneren Kuppelscheitel, Die gesamte Höhe des Gebäudes beträgt 32 Meter. Eine Weltkugel krönt die von vier reizvollen Ecktürmchen flankierte Kuppel und bildet so einen harmonischen Abschluß des Bauwerkes. Das nach den Entwürfen des Architekten Ernst Marx in Dortmund von der Firma Boswau und Knauer ausgeführte Gebäude enthält Walzträger, Eisenbahnschienen, Schmiedestücke, Radreifen, Kesselböden, Bleche und vieles Andere aus dem großen Erzeugungsgebiete der Firma.45

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43. Die von dem deutschen Beton-Verein gemeinsam mit dem Verein Deutscher Portland-Cement-Fabrikanten nach dem Entwurf des Düsseldorfer Architekten Albrecht Bender unter Mitwirkung des Architekten Wilhelm Fränkel errichteten Bauten nehmen eine Gesamtf1äche von rund 7000 Quadratmetern zwischen den Pavillons des Bochumer und Hörder Vereins, in der verlängerten Hauptachse des Kunstpalastes ein und erinnern in ihrer ganzen Anlage an die großartigen Wasserschloßbauten der französischen Schlösser und Parks, Die Anlagen sollen neben dem Kunstpalast allein von allen Ausstellungsbauten dauernd als Schmuck der künftigen Rheinanlagen bestehen bleiben.46

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