Glauchau in alten Ansichten

Glauchau in alten Ansichten

Author
:   Werner Haueisen
Municipality
:   Glauchau
Province
:   Sachsen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5224-2
Pages
:   96
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Glauchau in alten Ansichten'

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7. Durch die stürmische Entwicklung der industriellen Produktion und den damit verbundenen Absatz der Produktionsgüter nahm der Stückgutverkehr immer mehr zu. Das Gleissystem mußte verändert werden, es kam ab Juni 1877 die Strecke Glauchau-Wurzen, irn Volksmund 'Muldentalbahn' genannt, hinzu. Der Reiseverkehr stieg weiter an, der alte Bahnhof reichte nicht mehr aus. Das Empfangsgebäudc wurde im Jahre 1926 abgerissen.

Glauchau i. Sa. Bahnhof.

8. Am 1. April 1913 begann man mit den Bauarbeiten für den Bahnhofsneubau. Es waren umfangrciche Erdarbeiten notwendig, denn der direkt vor dem alten Bahnhof beginnende etwa 12 m hohe Hang mußte abgetragen werden. Durch den Krieg wurde der Neubau eingestellt. Erst 1923 erfolgte die Fortsetzung des Baues. Am 30. April 1926 konnte der neue Bahnhof seinen Bestirnrnungen übergeben werden. Der erste Zug, der von der neuen Anlage abfuhr, war die MuJdentalbahn.

9. Nach dem Dienst fanden sich die Eisenbahner in Vereinen zusammen, um entsprechend ihren Interessen eine Abwechslung zu haben. So gab es auch die Reichsbahnkapelle, die mit Hotter Musik bei Veranstaltungen aufwartete. Voraussetzung dazu war allerdings ständig das Proben, wie es auch im Bild, um 1925 aufgenommen, zu sehen ist. Herr Siebert leitete diese Eisenbahnerkapelle .

10. Mit dem Bau des neuen Bahnhofes erfolgte auch die Gestaltung des geräumigen Vorplatzes gegenüber dem neuen Empfangsgebäude. Das Gelände bis zur Scherbergstraße wurde gärtnerisch erschlossen, mit farbenprächtigen Blumenrabatten und einer großen Anzahl Parkbanken ausgestattet. Sie boten den ankommenden Gästen und den einheimischen Bürgern Gelegenheit sich auszuruhen. Wahrlich, dieser Oswald-Seyfert-Park, benannt nach dem Stifter, war ein Schmuckstück unserer Stadt. Am Hang führt die schön gegliederte Ernst-Bößneck- Treppe nach oben zum GerhardHauptmann-Weg, zu den Siedlungshäusern der Eisenbahner, dem Finanzamt (in der Mitte) und rechts dem Überlandwerk.

11. Zur Erschließung des Geländes am Scherberg für die Erweiterung der Stadt mußte die Talstraße überbrückt werden. Dies hatte schon Glauchaus Bürgerrneister Herr Martini in seiner Arntszeit geplant. Im November 1921 begarm man mit der Verwirklichung des Planes, dem Bau der Scherbergbrücke . Damit schuf man eine direkte und kurze Verbindung zur Stadtmitte.

12. Am 29. April 1923 konnte die Scherbergbrücke durch den Oberbürgermeister Herrn Dr. Schimmel eingeweiht werden. Trotz des regnerischen Tages nahm die Glauchauer Bevölkerung regen Anteil. Die Einweihung wurde musikalisch umrahmt von Mitgliedern der Glauchauer Stadtkapelle .

13. Durch den Bau der Scherbergbrücke wurde es möglich, an dieser Hauptverkehrsstraße moderne Wohnhäuser und Fabrikanlagen zu erbauen. Ergänzt wurden diese Bauten durch die Erstellung eines großzügigen Hotels in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes. Seit 1926 stand der 'Glauchauer Hof den Gästen zur Verfügung. Durch die günstigen Verkehrsbedingungen wurde Glauchau gern von Geschäftsvertretern und von Reisenden als Aufenthaltsort gewählt. Sie fanden nun in diesem modernen Hotel eine Gelegenheit durch Gespräche, neue Gcschäftsverbindungen zu knüpfen.

14. Diese Häuser in der Mitte des Bildes werden die Bürger und Gäste Glauchaus vergeblich suchen. Sie wurden 1918/19 weggerissen. Es war die malerische Töpfergasse. An der Stelle dieser schlichten Bürgerhäuser steht heute Glauchaus Lichtspieltheater. die 'Karnmerlichtspiele'. Rechts im Bild ist die ehemalige Reichsbank sichtbar.

15. Links im Bild ist das im Jahre 1925 errichtete Lichtspieltheater 'Kammcrlichtspiele' sichtbar. Den Namen der angrenzenden Gasttätte 'Zum Mondschein' übertrug der Volksmund auf die ganze Töpfergasse. Vor den Häusern sehen wir ein Glauchauer Original, den 'Lett'! Es ist Louis Claus, in Weißenborn bei Klosterlausnitz geboren. Als kleiner Junge bot er mi! seinern Vater seit 1864 auch in Glauchau der Bevölkerung Holzwaren an. Bis zu seinern Tod ist er unserer Stadt treu geblieben. Er war bekannt und beliebt durch seinen urwüchsigen Humor, wenn er durch unsere Stadt mit seinem Leiterwagen zog und rief: Kooft Lelt! Ihr Miihrludersch!

16. Bei unserem Stadtbummel stehen wir an der Einmündung der vom Leipziger Platz kommenden Leipziger Straße, ehemals Poststraße. Links im Bild befindet sich das imposante Gebäude der ehernaligen Reichsbank. Es wurde 1904 gebaut. Neben der Litfaßsäule , rechts irn Bild, der Eingang zum Scbillerplatz. Hinter dieser Anschlagsäule ist das im Jahre 1883 Iertiggestellte Kaiserliche Postamt zu sehen.

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