Glauchau in alten Ansichten

Glauchau in alten Ansichten

Author
:   Werner Haueisen
Municipality
:   Glauchau
Province
:   Sachsen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5224-2
Pages
:   96
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Glauchau in alten Ansichten'

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17. Der Hügel zwischen dern großen und dem kleinen Lehngrund, der Gottesackerberg, einst 'der Stadtberg am Lehngrund'. wurde benannt nach dem 1556 angelegten Begräbnisplatz und der in den Jahren 1581 bis 1583 errichteten Gottesackerkirche. Das Eingangsportal zum Friedhof wurde im Stil der Hochrenaissance erbaut. Das Portal ist neben dem Schloß der einzig erhaltene Renaissancebau Glauchaus. Das Gotteshaus wurde 1911 abgerissen.

18. Die Gottesackerkirche war nicht nur eine Begräbniskapelle, sondern diente der Gemeinde als zweites Gotteshaus. Im Bild wird die schlichte und einfache Innenausstattung des Kirchenraums sichtbar. Ein Holzbild auf dem Altar , das der Jungfrau Maria geweiht war, zeigte die Jungfrau mit dem Christuskind.

19. 'Webe und Strebe - Wirke und Schaffe' steht an der Portalseite der im Jahre 1898 im Schillerpark eingeweihten Webschule. Der Grundstein für diese Fachschule für die Industrie in Glauchau wurde in feierlicher Form am 19. Juli 1897 gelegt. Es war das Ergebnis des Aufschwungs in der Textilindustrie und des erfolgreichen Strebens mit der Weiterentwicklung der Textiltechnik Schritt zu halten. In Anwesenheit Seiner Majestät König Friedrich August III. wurde der Schule im Jahre 1906 das Recht verliehen, den Namen König-Friedrich-August-Schule zu führen. Ab dem Jahre 1909 befanden sich in dieser Lehranstalt nachfolgende Abteilungen: die Höhere Webschule, die Bauschule , die Deutsche Dachdeckerschule, die Handelsschule und die Handwerkerschule. Deshalb erfolgte auch die Namensänderung in 'Vereinigte Technische Schulen und Handelsschulc'.

20. Die Staatsregierung gab im Jahre 1926 die Genehmigung, neben der normalen Lehrlingsausbildung für die Textilindustrie eine Klasse mit einem Jahr Vollunterricht aufzunehrnen. Die sogenannte Vollklasse war speziell für die Ausbildung zu Webmeistern vorgesehen. Die fundamentierte fachliche Ausbildung führte auch im Jahre 1927 zur Bezeichnung 'Fachschule für Textilindustrie' . Wer von den Textilfachleuten unserer Stadt hat nicht von diesern Lehrkörper seine textile Grundausbildung erhalten? Im Bild erkennen wir stehend Herrn Pippig und Herrn Heinrich; sitzend Herrn Noack, Herrn A. Müller und HerrnBoos.

21. Nach 1869 fanden auf dem Gottesacker keine Begräbnisse mehr statt. Der Platz wurde eingcebncr und in eine reizvolle Parkanlage umgewandelt. Die eingeordneten Blumenrabatten ergaben ein Iarbcnprächtiges Bild und Iuden die Bürger auf den reichlich aufgestellten Bänken, besenders an der Pergola, zum Verwellen ein. Diese Parkanlage. deren Bau im Jahre 1924 beender wurde, erhielt den Namen Schillerplatz. In das Ensemble wurde auch ein Kriegerdenkrnal für Gefallene des Weltkrieges 1914-1918 einbezogen.

22. Gehen wir in Richtung Markt auf unserer Geschäftsstraße, dann werden wir diese Häuser vergeblich suchen. denn nach dem Abbruch des sich hier befindlichen 'Niederen Tores' - es wurde auch 'Mühltor' genannt - mußten 1890 bis 1891 diese Häuser abgebrochen werden. Den Platz benötigte man für den Bau des neuen Postgebäudes, das 1883 fertiggestellt wurde.

23. Bummeln wir auf unsercr Ladenstraße weiter. vorbei an den Geschäften. so erreichen wir die Nikolaibrücke. Vor dieser Brücke konnte man im Garten oder in der Gaststube des Restaurants Uhlig eine Pause einlegen und sich von den Anstrengungen des Stadtbummels erholen.

24. Durch die Nikolaistufen, im Volksmund Nickelstufen genannt, war es möglich, daß die Bürger des Wehrdigts auf kürzerern Weg in die Geschäftsstraße gelangen. Diese Stufen führen von der Schulstraße nach oben zur Leipziger Straße.

25. 'Glauchau' , die alte Weberstadt, grüßt ihre Gäste!' So hieß es in der Glauchauer Zeitung anläßlich des Glauchauer Heirnat- und Weberfestes. Vom 2. bis 5. Juni 1928 feierte die Weberinnung den 400. Geburtstag. Die Bürger der Stadt und die vielen Gäste säumten die Straßen anläßlich des Festurnzugcs. Im Bild der Festwagen der Firma Ernst Seifert mit Neuheiten aus der Kleiderstoffbranche.

26. Nach der Stadtmitte zu befand sich am Ende der Nikolaibrücke das Mitteltor. Nachdem es in den Jahren 1729 bis 1731 aus Stein gebaut worden war, wurden in den nachfolgenden Jahren des 18. Jahrhunderts die Zimmer als Dienstwohnungen genutzt, und zwar für Stadtknechte, Nachtwächter, auch Tuchmacher und Schneider hatten hier Wohnungen. Im Turm wurde 1758 ein neues Uhrwerk eingebaut. Nach Überlieferungen soll diese Turmuhr immer gegenüber der Rathausuhr nachgegangen sein. In dieser Zeitdifferenz der beiden Glokkenschläge soll man die Buttermilch zum Koehen gebracht oder gar eine Bratwurst gebraten haben. Deshalb auch im Volksmund die scherzhaften Bezeichnungen 'Butterrnilchturm' und 'Bratwurstglöckel'. Aus verkehrsrechnischen Gründen mußte das Mitteltor im Jahre 1890 abgerissen werden.

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