Korbach in alten Ansichten Band 2

Korbach in alten Ansichten Band 2

Author
:   Wilhelm Hellwig
Municipality
:   Korbach
Province
:   Hessen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0792-1
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Korbach in alten Ansichten Band 2'

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9. Malerische Winkel findet man vor allem im Tempel, im Kern der Altstadt. Das Haus links im Bild liegt noch in der Tränkestraße und gehörte bis 1939 der Familie Daubert. Rechts daneben steht das Stammhaus der Familie Tempeler. Der Schäfer Johann Hermann Tempeler aus Höringhausen erwarb 1828 dieses Haus. Sein Urenkel war der Gastwirt Heinrich Tempeler. Gegenüber steht das kleine Häuschen, das um die Jahrhundertwende dem Schuhmacher Heinrich Schalk gehörte, Ganz rechts das Haus war von 1862 bis 1910 im Besitz der Familie Müller. Der Sattlermeister Karl Müller kaufte sich in der Bahnhofstraße ein Geschäftshaus und verkaufte das alte Wohnhaus an den Arbeiter Friedrich Becker.

Corbach

Tempel

Bliek auf die Ki:ianskirche

10. Ein bekanntes Motiv für Fotografen und Maler ist dieser Bliek aus der Entengasse auf die Kilianskirche. Am rechten Bildrand steht das Wohnhaus, das 1840 der Schneidermeister Trumme! erbaute. Sein Sohn zog 1891 nach Bremen und verkaufte das Haus dem Schäfer Christian Küthe aus Rattlar. Vor dem Stall steht ein großer Handwagen, denn in jedem dieser Häuser wurden auch Ziegen und Schweine gehalten. Das TepeJ'sche Haus auf der linken Bildseite wurde 1722 von dem Holzknecht der Hohen Marke, Johannes Möller, erbaut. Neben dem Haus Küthe sehen wir die Rückseite des Hauses Emde (früher Tent) und links das 1934 erneuerte Haus des Ma!ermeisters Kleine.

11. Die Grabenstraße verlief vom Dalwigker Tor hinter der Stadtmauer her bis zum Tränketor. Wir sehen hier die Einmündung dieser Straße in die Strother Straße, wo bis 1843 das Tränketor stand. Die Stadtmauer wurde in diesem Abschnitt 1760 von den Franzosen abgerissen, um eine Feldbäckerei zu errichten. Am linken Bildrand steht das Haus, das der Familie Küthe gehörte. Es folgt das 1925 erbaute neue Wohnhaus des Landwirts Kar! Gräbe, dessen Großvater hier schon 1864 die Landwirtschaft betrieb. Das Eckhaus gehört seit 1883 der Familie Theobald. Vor dem Klostertürmchen steht das ehemalige Hospitalgebäude, erbaut 1727. Das kleine Häuschen auf der rechten Seite errichtete 1863 der Schneidermeister Wigand. Heute steht hier der Neubau der Familie Goos,

12. Über die Anlage der 'Allee' fehlen jegliche Angaben. Sie dürfte aber schon bald nach dem Abbruch der Stadtmauer im Jahre 1760 als Spazierweg angelegt worden sein. Mächtige Kastanien und Linden standen hier, die nach dem Zweiten Weltkrieg gefällt werden mußten. Im Herbst war die Allee der Treffpunkt vieler Kinder, die hier Kastanien sammelten und Laubhütten bauten, Im Sommer spielten sie auf der anliegenden Bleiche. Entlang der Allee floß in einem Graben die Wirmecke 'der Kuhbach' zu. Dieser Alleegraben war vielen Anwohnern der Grabenstraße oft ein Argernis, denn er 'stunk' zuweilen fürchterlich. Am Ende der Allee stand früher der 'Hexentisch', die Plattform des Prangers, der sich jetzt wieder auf dem Marktplatz befindet.

13. Ungewöhnlich hohe Temperaturen verloekten am Sonntag, dem 27. April 1930, viele Korbacher, den verregneten Osterspaziergang nachzuholen. Gegen fünf Uhr nachmittags wurde der Himmel fahlgelb, ein Sturmwind brach los, dicke Hagelschlossen prasselten vom Himmel und riesige Wassermassen ergossen sich über die Stadt und ihre Umgebung. Das Getreide wurde auf den Feldern vernichtet, die Kartoffeln ausgespült. Breite lehmige Ströme wälzten sich zu Tale und rissen Sträucher und Gartenzäune mit. Die Flutgräben und das Kuhbachtal waren bald überflutet, die Brücken unpassierbar, Unser Bild zeigt die Überschwemmungen an der Allee bei Schätten Haus.

CORBI'CH

Partie

l1am Graben«,

14. Außer den heute noch vorhandene Kümpen gab es früher noch einige Brunnen und Teiche in der Stadt. Zu ihnen gehörte 'Schwehns Teich' in der Grabenstraße. Der ummauerte Teich war etwa zwei Meter tief, wurde von einer Quelle gespeist und leitete sein Wasser in den Alleegraben. Durch den Bau der Wasserleitung wurden diese Löschwasserreservoire überflüssig und zugeschüttet. So geschah es auch hier. Hinter dem Teich liegt das Gartengrundstück, das heute noch zu dem Haus Rube, Dalwigker Straße 1, gehört. Das Haus am rechten Bildrand wurde 1836 von dem Torwächter des Tränketores, Franz Conrad Kleimenhagen, erbaut. Es war später im Besitz der Familien Schwehn, Stephan und Back.

15. Mit der Entwicklung des Fahrrades kam es auch in Korbach schon 1896 zur Gründung eines Radfahrvereins, der noch heute besteht. Während man früher mehr den Rennsport betrieb, pflegt man heute das Kunstfahren und den Radballsport. Eine besondere Förderung erfuhr der Verein seit 1908 durch die damals gegründete Gummifabrik. Unser Bild aus den zwanziger Jahren zeigt folgende noch bekannte Personen: 1. Friedrich Kleine, 2. Kurt Bock, 3. Richard Niehm, 4. Ewald Lohmann, 5. Ludwig Löwenstein, 6. Fritz Windgassen, 7. Karl Bange, 8. Heinrich Hornberger, 9. Friedrich Mirk, 10. Richard Niehmjun., 11. Karl Keuling und 12. Heinrich Westmeier.

16. Wenig bekannt ist dieser Bliek aus der Steinstraße auf die Kilianskirche, Ganz links steht das Mietshaus, das Bauunternehmer Friedrich Fisseler 1913 errichtete, Um 1880 ließ hier der Waagenwirt und Brauereibesitzer Louis Frese einen Eiskeiler anlegen und darüber eine Scheune als Lagerhalle erbauen. Unterhalb steht das 1934 erbaute Wohnhaus des Konrektors Friedrich Heinemann. Er starnmte aus Strothe. Gegenüber errichtete der Landwirt Hermann Schultze 1911 ein Wohnhaus mit Stallungen. 1m Hintergrund sieht man das große Wohnhaus, das 1909 der Rentner Heinrich Wilke erbaute. Er verkaufte es 1923 an den Molkereibesitzer Linde, von dem es 1926 die Familie Bock erwarb.

Am Essertor

17. Nach den Abbruch des Enser Tores im Jahre 1858 wurden die heute noch dort stehenden Torpfeiler gesetzt. Ein hoher Bretterzaun verwehrte den Bliek in den Curtze'schen Garten, eine Backsteinmauer bildete den Abschluß des Schießhagens, Im Vordergrund rechts steht die alte Gerichtslinde, die 1978 leider gefällt wurde. An dieser Stelle tagte im Mittelalter das Freigericht für die Altstadt. Die Neustadt hatte ihre Gerichtslinde vor dem Lengefelder Tor. Sie steht dort noch heute und ist ummauert. Die alte Linde vor dem Enser Tor war schon seit über einhundert Jahren hohl und deshalb ein beliebtes Versteek für die Kinder. Sie wurde später ausgemauert und mit Blech verkleidet.

CORBACH I. WALDECK,

PARTIE VOM ENSER TOR.

18. Dieses Bild ist sicherlich aus dem Dachfenster der alten Schule an der Enser Straße aufgenommen - also nach 1904. Wir blieken in den Schießhagen, in dem damals noch viele Obstbäume standen. Das Dach der alten Turnhalle wird von einer mächtigen Kastanie überragt. An der Stadtmauer steht ein Schuppen in dem das Schützenzelt gelagert wurde. Vor den Mauern liegt Curtzen Gatten, zu dem auch das Tortürmchen als Gartenhaus gehörte. Wenn man das Steinhaus in der Violinenstraße betrachtet, erkennt man, daß der Treppengiebel damals noch zum Teil zerstört war. Das Haus wurde erst 1927 von der Stadt gekauft, restauriert und bis 1954 als Jugendherberge genutzt.

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