Korbach in alten Ansichten Band 2

Korbach in alten Ansichten Band 2

Author
:   Wilhelm Hellwig
Municipality
:   Korbach
Province
:   Hessen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0792-1
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Korbach in alten Ansichten Band 2'

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19. Im Jahre 1902 zeichnete der Bautechniker Heinrich Jäger (1876-1956) sein Geburtshaus im Katthagen (jetzt Kleine Gasse 1). Sein Vater war der Landwirt und Buchbinder Heinrich Jäger, dessen Urgroßvater schon als Buchbinder in diesem Hause wohnte. Diese Familie Jäger stammt aus Lengefeld und ist seit 1700 in Korbach ansässig. Liebevoll hat der Zeichner auch das Leben auf dem Hof und auf der Straße dargestellt. Das Pferd schaut aus der Stalltür auf die Miste. Auf dem einspännigen Wagen ist das Jauchefaß. Im Vordergrund ermahnt der Stadtpolizist die Frau mit dem Besen, die Straße zu fegen, Auch ein alter Windebrunnen ist zu sehen, und ein Mann trägt gerade mit dem Joch zwei Eirner Wasser fort. - Korbacher Alltagsleben um 1900.

20. Von der Mauer des Mönchehofes und einem ehemaligen Torhaus waren um 1900 noch stattliche Reste vorhanden. Sie stammen aus dem 13. Jahrhundert. An dieser Stelle stand einst der Königshof, den Kaiser Otto Il. im Jahre 980 dem Reichsstift Corvey überließ und der später in den Besitz der Grafen von Waldeck gelangte. Diese verkauften ihn 1298 dem Kloster Bredelar. Im Schutze des Königshofes konnte sich ein Marktort entwickeln, der später zur Stadt ausgebaut wurde und 1188 das Soester Stadtrecht erhielt. An der alten Mauer erinnert seit 1930 eine Gedenktafel an die Korbacher Geschichtsforscher: Adolf Varnhagen (1753-1829), Ludwig Curtze (1807-1870), Carl Curtze (1807-1855) und Albert Leiß (1852-1929).

21. Hinter der Kilianskirche standen bis 1897 zwei Fachwerkhäuser. Das linke Gebäude war das Altstadter Pfarrhaus, das im Jahre 1600 erbaut worden war. Der Geheime Baurat August' Orth in Berlin, Ehrenbürger der Stadt Korbach, erstellte die Pläne für einen Neubau, der 1898 errichtet wurde. August Koch, der von 1895 bis 1906 Pfarrer in Korbach war, bezog 1899 den Neubau. Er ist der Dichter des Waldecker Liedes. Auch das Nachbarhaus wurde 1897 abgerissen, und der Platz als Pfarrgarten genutzt. Es handelt sich bei diesem Haus um den sogenannten Mönchehof, der von 1298 bis 1802 im Besitz des Klosters Bredelar war. Im Pfarrgarten wurde 1965 ein neues Pfarrhaus errichtet.

22. Aus der Blütezeit Korbachs im Mittelalter stammt dieses um 1350 erbaute Steinhaus in der Violinenstraße, das als Wohn- und Lagerhaus diente, Im Erdgeschoß befindet sich noch ein alter Kamin. Manerverzahnungen lassen vermuten, daß es einst mit der Stadtmauer verbunden war. Bis zu Beginn dieses Jahrhunderts gehörte es den Eigentilmem des Hauses Enser Straße 5, von 1927 bis 1954 diente das Gebäude als Jugendherberge. In der kleinen Wohnung der Herbergseltern wohnt zur Zeit noch die Tochter Gerda Hillebrand geborene Schalk, die das Haus liebevoll pflegt. Die Räume der ehemaligen Jugendherberge werden heute als Magazin für das Heimatmuseum genutzt.

23. Auf den Grundmauern des Altstädter Rathauses wurde im Jahre 1730 der Fachwerkbau des heutigen Gasthauses 'Zur Waage' errichtet. Dr. Varnhagen berichtet 1760: Auf dem Marktplatz steht ein ansehnliches Stadtgebäude, die Stadtwaage genannt, weil daselbst die ein- und ausgehenden Waren gewogen werden. Darunter ist der Stadtkeller, indem hier die Weinschenke und ein Branntwein-Zapf ist: In dem 2. Stockwerk ist das Tuchhaus, wo einheimische und fremde Tuchhündler auf den Jahrmärkten ihre Tueher auslegen. An diesen Markttagen ist hier die Hauptwache der Bûrger. Auch befindet sicn an einer Ecke das Halseisen. Die Stadt verkaufte 1858 die Waage an den Gastwirt Louis Frese.

CORBACH. Gasthaus "Zur Wage".

24. Viele Häuser der Stechbahn wurden 1885 durch eine Brandkatastrophe zerstört. Erhalten blieben unter anderem die schönen Fachwerkhäuser Völker und Hartwig, die unsere Postkarte zeigt, Das linke Haus wurde um 1680 von dem Goldschmied Samuel Waldeck erbaut, einem Nachkommen des Grafen Franz, dem Stammvater der bürgerlichen Familie Waldeck. Der aus Hattingen stammende Kaufmann Ludwig Neuhaus eröffnete hier 1877 ein Kolonial- und Schuhwarengeschäft. Seit 1937 gehört das Haus dem Kaufmann Alfred Völker. Das stattliche Wohnhaus nebenan erbaute um 1715 der Amtmann von Nölting, Es ist seit 1872 im Besitz der Familie Hartwig, die später das Fachwerk freilegen ließ. Das schone Barockportal schuf der bekannte Bildschnitzer Josias Wolrad Brützel.

25. Zum Korbacher Brauchtum gehört das Turmblasen am Neujahrstag mittags um zwölf Uhr. Bis in die fünfziger Jahre wurde es von den Bläsern des 1887 gegründeten Musikvereins ausgeführt, heute vom Posaunenchor. Bürgermeister Meinecke stiftete 1892 einen Geldbetrag, von dem jährlich für die Teilnehmer ein Imbiß und Umtrunk bezahlt wird. Dieser fand früher bei Schulzen Mariechen, später dann bei Herzogs statt. Auf diesem Foto, das etwa aus dem Jahre 1950 stammt, sehen wir Bläser des Musikvereins und namentlich von rechts: Joachim Merten, Heinrich Urff, Heinrich Geiß, Fritz Scheele, Franz Sieker, Friedrich Schaub, Werner und Heinrich Schmalz, Willi Flocke und Heinrich Bohne.

26. Dieses Bild von der Stechbahn zeigt den Zustand bis zum Jahre 1970. Damals wurde das rechts neben dem Rathaus stehende Haus abgerissen. Es war 1885 von dem Kaufmann Carl Vesper erbaut worden. Der Erweiterungsbau für das alte Rathaus machte diesen Abbruch erforderlich. Hierdurch wurde zugleich der schöne Rathausgiebel freigelegt. Viele Fachwerkhäuser der Stechbahn zerstörte 1885 ein großer Brand. Davon betroffen wurde auch das Nachbarhaus. Hier errichtete 1886 der Kaufmann Theobald einen Neubau, das heute der Familie Brühmann-Henze gehörende Geschäftshaus und Möbellager. Auch die gegenüber liegenden Häuser der Familien Löwenstein, Völker und Sprenger sind erst nach dem Brand erbaut worden.

27. Ein besonderes Ereignis in fast jeder Korbacher Familie war im Winter das Schlachtefest. Es gab kaum ein Haus, in dem nicht ein oder mehrere Schweine gehalten wurden. Das Schlachten besorgten einige Hausschlachter und Metzger, die sich meist großer Beliebtheit erfreuten. Hier ist es der Landwirt Heinrich Gräbe (1875-1963) der gleich zwei Schweine am Krummholz auf der Leiter hängen hat. Er schlachtete für den links neben ihm stehenden Gastwirt Wilhelm Herzog, dessen Ehefrau Friederike Bergmann diese Schweine 1903 mit in die Ehe gebracht hatte. Im Hintergrund sieht man die Schwiegermutter aus Immighausen, ganz rechts den Nachbarn Heinrich Valand (1858-1951).

28. Nachdem der große Stadtbrand von 1664 auch das Rathaus bis auf den Südgiebel und die Umfassungsmauern zerstört hatte, wurde es 1702 bis 1706 notdürftig wieder aufgebaut. Das 1377 errichtete Rathaus hatte zwei gotische Treppengiebel und einen kleinen Turm mit Glöckchen auf der Mitte des Daches. Es besaß auch getrennte Eingänge für die Ratsherren der Alt- und Neustadt, Nach einer Beschreibung aus dem Jahre 1750 dienten die unteren Räume als Hauptwache, Gefängnis und Waffenarsenal, der Dachboden als Fruchtmagazin. Am Rathaus befanden sich die Stände der Metzger und Bäcker sowie der Pranger mit dem Halseisen. Hierzu diente als Podest wohl der sogenannte 'Neustädter Stein', der auf dem Bilde links neben dem Wetterhäuschen steht. Das Rathaus war bis 1929 auch Amtsgericht und wurde 1930 umgebaut.

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