Korbach in alten Ansichten Band 2

Korbach in alten Ansichten Band 2

Author
:   Wilhelm Hellwig
Municipality
:   Korbach
Province
:   Hessen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0792-1
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Korbach in alten Ansichten Band 2'

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39. Das Pfarrhaus am Nordwall wurde 1910 nach den Plänen des Dipl, Ing. Wilhelm Schleicher von dem Maurermeister Daniel Weber erbaut. Vorher diente das Haus NikoJaistraße 1 - jetzt Zahnarzt Dr. Witzel - als Pfarrhaus. Erster Bewohner des neuen Pfarrhauses war der Pfarrer Ernst Pau!. Er ist mit seiner Familie, dem Sohn Franz und den Töchtern Käte und Margret, hier abgebildet. Seine Frau steht oben auf dem Balkon; die Haustochter Martha Brenker ist an der weißen Schürze zu erkennen. Nachfolger Pauls wurde 1921 der spätere Kirenenrat Paul Gottheis. Von 1933 bis 1937 wohnte hier der Pfarrer Kurt Rebermann, dem Ernst Engelbrecht folgte, der 1951 als Probst nach Arolsen versetzt wurde. Seine Nachfolger waren Samuel Rotenberg und - ab 1963 - Hellrnut Mengel. Die Veranda wurde inzwischen zugebaut, um den Gemeindesaal zu vergrößern.

Zentral - Molkerei

40. Bereits 1886 eröffnete der Ökonom Ferdinand Stöcker im Haus Stechbahn 15 eine Molkerei, die täglich vierhundert Liter Milch verarbeitete. Als er 1889 starb, wurde der Betrieb eingestellt. Im Jahre 1912 richtete der Molkereifachmann Heinrich Bock im Haus Flechtdorfer Straße 14 eine Molkerei ein, Mit Hilfe seines Schwiegervaters, des Bierbrauereibesitzers August Geyer, erbaute er 1904 am Lelbacher Wege die hier abgebildete Molkerel. 1m Jahre 1926 verkaufte er sie an den Besitzer der Molkerei in Dorfitter. Carl Linde, und erwarb dafür dessen Wohnhaus, Südwall 5. Nach dem Tode des Vaters im Jahre 1939 übernahm Otto Linde den Molkereibetrieb, der 1973 eingestellt wurde,

41. Vor dem Lengefelder Tor befand sich im Mittelalter die Stätte des Freigerichtes der Neustadt unter einer Linde. Dieser Platz ist noch erhalten und wurde 1930 mit einer Mauer umgeben und etwas aufgefüllt. Früher hieß diese Linde auch die 'Läuselinde', weil sich hier die Handwerksburschen zu lausen pflegten, ehe sie die Stadt betreten durften. Heute steht dicser Baum an der Einmündung des Nordwalls in die Medebacher Landstraße und bildet eine Verkehrsinsel, Das kleine Wohnhaus hinter der Linde erbaute 1896 der aus Marburg stammende Schlossermeister Reinhardt, der hier sein Handwerk betrieb, Nach seinern Tode im Jahre 1928 pachtete der Schlosserrneister Schneider die Werkstatt, bis er 1937 das Richter'sche Anwesen in der Mauergasse kaufte.

42. Das Gebäudeder jetzigen Jugendherberge am Lengefelder Tor gehört zu den schönsten Patrizierhäusern Korbachs. Es wurde 1736 von dem Hofrat Scipio erbaut. Seit 1798 war es im Besitz der Familie Waldeck. Als 1913 der Geheime Justizrat Robert Waldeck kinderlos starb, vermachte er seinen gesamten Besitz als Anna-Waldeck-Stiftung der Stadt. Das Gebäude diente von 1914 bis 1930 als Bürgerrneisteramt. Dann war von 1929 bis 1954 im Untergeschoß die Stadtbücherei (Richard-WaldeckBibliothek) untergebracht, im Obergeschoß war die Bürgermeister-Dienstwohnung, Seit 1955 ist in dem Haus die Jugendherberge eingerichtet. Die schöne Treppe vor dem Haus mußte leider in den Hauseingang verlegt werden.

43. Wir blieken von der Lengefelder Straße aus in den sogenannten 'Sack' und zum Tylenturm. Links steht ein Wirtschaftsgebäude des Metzgermeisters Graf, rechts die Scheune des Posthalters Frese, dessen Pferdegespann am rechten Bildrand zu sehen ist. Auf der Straße steht ein Wagen, der von einer Kuh gezogen wird. Er gehört dem Gastwirt Wilhelm Kappel, dessen Frau Marie geborene Wacker, oben links auf dem Wagen sitzt. 'Kappeln Oma' stand als eine gütige Frau bei allen Gästen des Hauses in hohem Ansehen und starb 1938 im Alter von siebenundachtzig Jahren. Vor dem Wagen steht die Frau des Totengräbers und Pritschenmeisters Heinrich König aus der Grabenstraße. Der Junge am linken Bildrand ist der 1888 geborene Wilhelm Stiehl.

Bliek auf den

44. Der Posthalter Friedrich Frese am Lengefelder Tor führte auch Mietfahrten durch, Die Aufnahme stammt etwa aus dem Jahre 1908. Die geschmückte Kutsche steht hier auf dem Ascher, denn im Hintergrund erkennt man das Haus Nr. 18, in dem damals der Oberpostschaffner Kamm wohnte. Seit 1935 gehört es dem Malermeister Rudolf Reuter. Auf dem Bock sitzt der Postillion Fritz Frese (mit Peitsche), neben ihm sein Bruder Louis. Oben auf dem Dach sieht man auch den Bruder Karl mit einem Hündchen im Arm (Fresen Doktor), Neben ihm sitzt ein Knecht aus Ederbringhausen rnit Namen Johannes. Auf dem Trittbrett steht Heinrich Brand, ein Sohn des Oberpostschaffners Karl Brand, Brauberg 6.

45. In der Lengefelder Straße steht der vom Maurermeister Christian Becker 1862 erbaute Kump. Der Bürgerverein ließ 1956 eine Gruppe von drei Feldhühnern in Eisen gießen und auf der Brunnensäule anbringen. Seitdem ist der Kump ein Denkmal für alle Korbacher, die von den übrigen Waldeckern gern 'Feldhühnerchen' genannt werden, weil sie wie diese im freien Felde leben milssen. Wälder gibt es erst in der weiteren Umgebung der Stadt. Bei dem Ausbau der Straße wurde 1978 der Kump um einige Meter versetzt. Das Haus des Bäckermeisters Stiehl wurde 1914 auf der Stätte eines abgerissenen Fachwerkhauses erbaut. Eine der beiden großen Pyramideneichen steht noch. Das kleine Fachwerkhaus an der Stadtmauer war das ehemalige Pforthaus und gehörte zuletzt der Familie Brand. Es wurde 1973 abgerissen, um hier einen Parkplatz zu schaffen.

Corbach LengddderstraJle

46. Im alten Korbach gab es auch mehrere sogenannte 'Originale', meist liebenswerte Mitmenschen mit ganz besonderen Eigenheiten. Das Foto zeigt Karl Stiehl, genannt 'Stiehls Langen'. Er blieb unverheiratet, wanderte nach Amerika aus, kam aber bald wieder zurück und lebte dann als Einsiedler im Lengefelder Walde. Hier hauste er mit seinem Hund, Hühnern und Kaninchen in einer Holzhütte. Dort haben wir ihn als Kinder oft besucht und seinen Erzählungen zugehört. Korbachs Originale und ihre Geschichten werden so bald nicht vergessen werden. Wer denkt da nicht an den 'Päfdich' mit seinen Sprüchen, an den dieken 'LouisOnkel', an den 'Sackbölzer', den 'Heia-Bumm', an 'Heinen Christ', das 'Metermännchen' und 'Schiffchen' und an den 'Linsenfürst'?

47. Wir blieken in die Lengefelder Straße. Am rechten Bildrand steht das Haus des Friseurmeisters Willi Sälzer. Er kaufte es 1935 von dem Juden Siegmund Kugelmann. Bis 1909 wohnte hier die Familie des Metzgermeisters Hofmann. Das Haus mit dem Mansardendach wurde im Jahre 1800 erbaut. Der Klempnermeister Niehm erwarb es 1882 und betrieb hier auch ein Geschäft für Haushaltsund Spielwaren. Das Fachwerk wurde erst 1953 freigelegt. Gegenüber erkennt man noch das Fachwerkhaus, das 1899 Friedrich Steinrück kaufte. Er gründete ein Fuhrgeschäft, das 1903 Karl Sonneborn übernahm. Das alte Haus kaufte 1930 die Firma Bing, die 1952 und 1963 -hier ihre Verlagsgebäude errichtete.

48. Der Brauberg führt seinen Namen nach dem Oberstädter Brauhaus, das einst unterhalb des Hauses Rappe (Nr. 10) stand. Am linken Bildrand steht das Haus des Getreidehändlers Carl Weber. Durch Heirat kam es 1917 in den Besitz des Kreisbauführers Christian Illian, der es 1924 der Firma Bing verkaufte. Das nächstgelegene Haus gehörte von 1831 bis 1934 der Metzgerfamilie Saure, genannt Nickel. Frau Saure ging auch mit dem Fleisch von Haus zu Haus, legte es auf den Tisch und sagte: 'Dä Fleisch, sprich für dich selber!' Das kleine Häuschen mit dem spitzen Giebel gehört seit 1906 der Familie Nolte; vorher den Sonneborns. Zwischen beiden steht - etwas zurückgelegen - das Haus Prager.

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