Korbach in alten Ansichten Band 2

Korbach in alten Ansichten Band 2

Author
:   Wilhelm Hellwig
Municipality
:   Korbach
Province
:   Hessen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0792-1
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Korbach in alten Ansichten Band 2'

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Am Ascher

49. Die Fuhrleute bevorzugten früher den Ascher, um vom Berndorfer Tor durch die Stadt zum Lengefelder Tor zu gelangen. Das Haus am rechten Bildrand gehörte bis 1930 dem Rektor Schierholz. Im Nachbarhaus wohnte bis 1928 die Familie des Malermeisters Birkenhauer. Das folgende Haus erwarb 1901 der Schreinermeister Heinemann aus Schweinsbühl, von dem es seine Nichte erbte, Hinter der Mauer auf der linken Bildseite lagen die Grundstücke der Familien Mogk und Waldeck. Die große Scheune gehörte ebenfalls zum Hause Waldeck, wurde aber von dem Landwirt Gemecker genutzt und später von dem Glaser Hartwig erworben und ausgebaut. In dem Nachbarhaus wohnte seit 1919 die Familie des Maurers Martin Westmeier.

50. Vor dem Hause Brack in der Lengefelder Straße befand sich einer der vier alten Kümpe, 'Bracks Kump' genannt. Schon vor dem Ersten Weltkriege veranstalteten die Schützenbrüder an diesem Kump das 'Portmonnächenwaschen' als Abschluß des Freischießens. Mit Musik zogen sie an den Kump, um hier noch den letzten Walzer zu tanzen und die nun leeren Portemonnaies zu waschen. Manch einer nahm bei dieser Gelegenheit auch ein Vollbad. Unser Foto stammt aus dem Jahre 1939 und zeigt wie die anläßlich der Mobilmachung gemusterten Pferde am Kump getränkt werden. Bei der Erweiterung des Rathauses und der Neugestaltung des Rathausplatzes wurde der Kump dorthin versetzt.

51. Das Haus Professor-Kümrnell-Straße 10 gehört zu den schönsten Fachwerkhäusern der Stadt. Die Wetterfahne mit der Jahreszahl 1683 wird im Heimatmuseum aufbewahrt. Über einhundert Jahre lang war das Haus im Besitz der Blau- und Schönfärberfamilien Neumarm und Vesper. Beiderseits der Haustür sind noch die eisernen Stützen zu sehen, an denen das gefärbte Garn zum Trocknen aufgehängt wurde. Im Jahre 1926 erwarb der Maurermeister Friedrich Fisseler das Haus. Er ließ die alte Färberwerkstatt abreißen und verkaufte den Platz an den Kaufmann Otto Seidel, der dort ein Lebensmittelgeschäft, das 'Rheinische Kaufhaus', errichtete. Seit 1964 hat hier der Optikermeister Wilhelm Naber sein Geschäft und seine Werkstatt.

Corbach. - Landstrassc. ().-!. 110/

52. Die kleinen Vorgärten in der heutigen Professor-Kümmell-Straße sind längst verschwunden. Der Schuhmachermeister Kar! Hartmann erbaute 1904 das links im Bilde stehende Wohn- und Geschäftshaus. Das oberhalb liegende Haus Döling wurde 1956 abgerissen, um hier einen Anbau des heutigen Geschäftshauses Konze zu errichten. Das Nachbarhaus wurde 1850 von dem Kaufmann Steinrück errichtet, der es 1906 dem Juden Simon Weitzenkorn verkaufte. Bis in die dreißiger Jahre betrieb diese Familie hier ein Textilgeschäft, das nach dem Zweiten Weltkriege von den Gebrüdern Kaufmann weitergeführt wurde. Der Kaufmann Friedrich Konze erwarb es 1956 und errichtete hier ein großes Kaufhaus.

53. Dies Foto zeigt die Fassade des 1907/1908 umgebauten und erweiterten Hotels 'Waldecker Hof'. Vor dem Eingang sitzt Frau Minna Gödde (1849-1918). An der Säule steht Friedrich Peter, ein Neffe von Louis Peter, an den Tischen sitzen dessen Töchter und Schwiegersöhne Simson und vonLüde. Auf dem Gehweg steht der Gastwirt Hermann Gödde, neben ihm der Hausdiener Wilhelm Sä1zer mit seinem Sohn Willi. Oben auf dem Balkon lehnt Paula Gödde (1882-1956) an dem Geländer. Neben ihr steht Dipl. Ing. Weweltz. Die anderen Herren sind Gäste. Die größte der drei Frauen ist Fräulein Minna Gödde, die beiden anderen gehören zum Personal. Die schöne Säulenhalle fiel 1966 dem großen Umbau zum Opfer.

54. Prof. Dr. August Bier (1861-1949) verlebte seine Jugendjahre in Korbach. Die Stadt ernannte ihn 1937 zu ihrem Ehrenbürger. Aus diesem Anlaß besuchte er im Oktober 1937 Korbach und hielt im 'Waldecker Hof' einen Vortrag. Unser Foto zeigt in der oberen Reihe von links: Heim. Saake, Ludw. Kraft, Heim. Kiithe, Hans Hartwig, Frau Baldamus, Heim. Dietrich, Frau Bier, Hugo Emde, Frau Klapp, Wilh. Schlingloff', Rich. Schulze, Prof. Klapp und Wilh. Herzog. In der unteren Reihe von links:

Kar! Frese, Wilh. Freund, Karl Schumacher, Prof. Bier, Hermann Thomas, Albert Brühmann, Fritz Eigenbrod, Reinh. Tent und Heim. Brühmann. Vorn von links: Herrn. Nieschalk, Wilh. Heckmann und Heim. Renner.

55. Das erste Café in Korbach wurde 1909 von dem Kaufmann Kaiser aus Vöhl in dem Haus ProfessorBier-Straße 14 unter dem Namen Kaiser-Café eröffnet und an den Bäckerrneister Theodor Welteke aus Twiste verpachtet, der es 1912 käuflich erwarb. Inzwischen wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Es befindet sich heute noch im Besitz der Nachkommen. Das alte Haus ist das Stammhaus der Korbacher Familie Wille, die 1668 aus Hohenhorst in der Grafschaft Schaumburg nach Korbach kam. Links am Bildrand steht das 1894{1895 errichtete Geschäftshaus des Kaufmanns Blume, das 1929 der Kaufmann Thiele erwarb. Das benachbarte Fachwerkhaus ließ 1925 der Landwirt Fritz Frese abbrechen, um hier ein Geschäftshaus zu errichten.

56. Die Straße 'Hinter dem Kloster' führt an der Stadtmauer her. Die kleinen Wohnhäuser waren einst nach dem Stadtplan von 1756 mit Stroh gedeckt. Abseits vom Verkehr hat sich hier die Landwirtschaft als Nebenerwerb noch lange erhalten. Vor jedem Haus lag eine Mistenstätte, und so haben wir hier im Bild den bekarmten 'Sieben-Misten-Blick', Auf einer hohen Stützmauer steht eine typische Korbacher Fachwerkmauer. Dahinter lag Hanxleden Garten. Die angrenzenden kleinen Häuser gehören den Familien Arnold, Pawelec Heldmann (Schäfer), Schmalz (Held), König und Anders. Links im Bild:

Ruben Miste und die Giebel der Häuser Schultheiß und Siebenborn.

· Corbach

)(in/er dem Kloster

57. Links im Bild steht der 1842 errichtete Anbau des Bauern Wilhelm Richter (genannt Kullewatz), in dem von 1912 bis 1934 der jüdische Händler Selig Schiff (genannt Schiffchen) wohnte. Der Kaufmann Karl Henkel errichtete 1953 hier ein Wohn- und Geschäftshaus. Das Nebenhaus gehörte seit 1892 dem Bauern Wilhelm Nebe, dessen Enkel es 1976 der Stadt verkaufte, die hier ein Parkdeck errichtete. Auch das folgende Fachwerkhaus mußte dem Bau des Park decks weichen. Es gehörte seit 1892 den Familien Reißner, Wehn und Anders. Das daneben liegende Haus war seit 1887 im Besitz der Familien Fingerhut und König. Der Förster Könne erwarb es 1957 und errichtete hier einen Neubau.

58. Vor dem Bau der Wasserleitung in den Jahren 1903/1911 gab es in Korbach etwa vierzig Windebrunnen. Sie führten bis hinunter zum Grundwasserspiegel und versorgten die Bewohner mit Trinkwasser. Zu etwa fünf bis acht Wohnhäusern gehörte jeweils ein solcher Brunnen. Die Bewohner bildeten eine Brunnengerneinschaft und hatten den Brunnen sauber und verschlossen zu halten. Den kleinen Kindern wurde Schauergeschichten vom Hakemann erzählt, der im Brunnen sitzt und vorwitzige Kinder gern mit seiner langen Hakenstange in den Brunnen zieht. Die alten Brunnen wurden alle zugeschüttet oder abgedeckt. Dieser hier in der unteren Kirchstraße blieb noch bis in die fünfziger Jahre erhalten. Der Schuhmachermeister Schalk holte sich hier immer noch Wasser, um das Leder einzuweichen,

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