Luckenwalde in alten Ansichten

Luckenwalde in alten Ansichten

Author
:   Roman Schmidt
Municipality
:   Luckenwalde
Province
:   Brandenburg
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5964-7
Pages
:   96
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Luckenwalde in alten Ansichten'

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9. Der Große Kurfürst führte 1667 die königliche Torakzise (Thoraccise), eine indirekte Verbrauchssteuer. ein. N ach dieser mußte jeder Verkäufer. der mit Getreide, Mehl, Brot, Vieh, Fleisch, Wein, Bier und so weiter in die Stadt kam, beim Torschreiber seinen Zol! entrichten. Auch die Bewohner der Luckenwalder Vorstädte mußten eine fixierte Konsurntionsakzise entrichten. Zu Stadtakzise von LuckenwaJde gehörten drei Torschreibereien, denen eine Akziseinspektion vorgesetzt war. Die Aufnahme von 1920 zeigt das Torschreiberhaus am "Irebbiner Tor'. Die beiden anderen Torhäuser befanden sich irn Engpaß (Jüterboger Tor) und in der Baruther Straße (Baruther Tor).

10. 'Jüterborger Thor. Nr. 92 Zeiger dießes, Herr Amtmann Bürtner, hat gezahlt die Summe von 16 Groschen für zwei Wipfel Roggen von Zinna. Luckenwalde. den 5. Februar 1793. So einpassiert. MOEBIUSThoreinnehmer.' Diesen "Iorzettel, der nach Zollentrichtung ausgestellt wurde, bewahrt das Heimatmuseum auf, Eine Reform im preußischen Zoll- und Steuerwesen führte 1818 zur Aufhebung der 'Tcrakzise' . Die Regierung verkaufte die überflüssig gewordenen Torschreiberhäuser: das Haus arn Jüterboger Tor, am 17. Oktober 1821 an Jakob Eifelt für 358 Thaler, das Haus am Trebbiner Tor, an den Glasermeister Gottlob Goethe für 210 Thaler und das Haus am Baruther Tor (Foto), an den Brauer Andreas Lintow für 131 Thaler.

Hotel zum Prinzen von PreuBen Inh. Max Sturm ~~ckenwal~e. Breite-Straße 8-~

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11. Am 4. Dezernber 1883 passierte Prinz Wilhelm. der spatere Kaiser Wilhelm 11., auf einer Generalstabsreise von Potsdam nach Jüterbog, Luckenwalde und nahm im Hotel 'Prinz von Preußen" kurzen Aufenthalt. Bürgermeister Friedländer und der Superintendent begrüßten den Prinzen. Dieser ließ sich in einer Unterhaltung Näheres über den Luckenwalder Marktturm und über die Johanniskirche erzählen. Leider wird uns nicht berichtet, was diese Herren zu den beiden Wahrzeichen unsere Stadt ausführten - Schade!

12. Ernst Hennig eröffnete am 3. August 1885 auf dem Haag 28 die erste Konditorei mit dahinterliegender Kaffeestube in Luckenwalde. Das Geschäft entwickelte sich zügig, und trotz einiger Umbauten reichten die Räume bald nicht mehr aus, Der Besitzer suchte nach einem neuen Grundstück im Stadtzentrum. Hermig kaufte das Grundstück Breite Straße 5/6 und errichtete 1907 dort ein für damalige Verhältnisse modernes Konditorei-Kaffeehaus (Foto). In Inseraten bezeichnet es sich als 'Der Treffpunkt von Luckenwalde'.

13. Die Pelikan-Apotheke (Markt 4) in einer Aufnahme yon 1867. Der Apotheker RudolfLehmann beantragte am 16. April 1894 den Abbruch sämtlicher Baulichkeiten der Pelikan-Apotheke und den Aufbau eines neuen Gebäudes zu gleicher Nutzung als Wohnhaus mit Geschäfts- und Wirtschaftsräumen, drei Etagen hoch, massiv unter Schiefer- und Holzzementdach. Bereits am 27. April 1894, nach elf Tagen, erhielt er die Baugenehmigung. 1733 wurde yam Apotheker Engel aus Treuenbrietzen die erste Apotheke in Luckenwalde eröffnet.

14. Am 30. Oktober 1853 wird Wilhelm Runge 'Luckenwaldescher Bürger' wie uns ein Bürgerbriefbeweist. Wenige Wochen zuvor hatte er den Meisterbrief des Nagelschmiedehandwerks in BerIin erworben. Bereits im Jahre 1856 konnte sich der junge Meister für 1 100 Taler das Kolonistenhaus Zinnaer Straße 25 kaufen. Sein Sohn Otto Runge übernahm das Geschäft und kaufte das benachbarte Grundstück Zinnaer Straße 24 dazu. Trotz des Zukaufs boten die beiden Grundstücke (siehe Foto 1901) nicht mehr genügend Raurn, so daß von Otto Runge ein Neubau im Stadtzentrum angestrebt wurde. Das Jugendstilhaus Breite Straße 19/20 entstand und konnte 1906 bezogen werden.

15. Das Foto zeigt das Wohnhaus und die Werkstatt des Dachdeckermeisters Hermann Spielhagen in der Frankenstraße 18. Bei den 'stadtartigen Rechten', die Luckenwalde vom Erzbischof Günter von Magdeburg im Jahre 1430 zugesprochen bekarn, war auch das wichtige Privileg Handwerksleute anzusiedeln. Die Stadt hatte zu jener Zeit nicht nur Handwerker, sondern es müssen sich bereits, wie Gildezeichen im Altarraum der Johanniskirche beweisen, Innungen gebildet haben. Der erste schriftliche Nachweis für das Vcrhandensein einer Handwerkergilde starnmt vom 2. Oktober 1493. Der Abt Nikclaus vom Kloster Zinna bestätigt in diesem Schriftstück, die Leinewebergilde zu Luckenwalde.

16. Der Zeugmacher Christian Mauhl aus Schandau, gründete 1684 ein Unternehmen mit Zeugweberei. Strumpfwirkerei, Tuchrnacherei und Tuchschererei, das er schließlich nicht aufrecht halten konnte. Erst unter Friedrich Wilhelm l.ließen sich 1717 Tuchmacher zum zweiten Male in Luckenwalde nieder. Laut Kolonistenedikt vom 27. September 1717 räurnte man Ihnen eine Reihe von Privilegien ein. 1719 wurde auf der sogenannten 'Burg' (Aufnahme 1890) ein 'Fabriquen - Hauß' für vier Tuchrnacherfamilien gebaut. 1724 erhielten die Tuchmacher aufgrund der ein Jahr zuvor erlassenen 'Iuch- und Zeugmacherordnung (auch Schauordnung) ihr Innungsprivilcg. Nach diesern betrug die Lehrzeit vier Jahre, denen zwei Wanderjahre folgten.

17. Diese Kolonistenhäuser befanden sich in der Heidestraße, Ab 1750 entstand hier und in der Zinnaer Straße die eigentliche 'Jüterboger Vorstadt'. 64 Tuchmacherfamilien folgten dem Ruf Friedrich 11. und ließen sich in Luckenwalde nieder. 1764 waren in Luckenwalde bereits 86 Tuchmachermeister ansässig. Da aber die Tuchmacherei durch den Mangel an Spinnem zu leiden hatte, ordnete der König den Bau von 50 Spinnerhäusem an. Es wurden daraufhin in der Jüterbogen Vorstadt 1775 zehn, 1776 drei, 1777 und 1778 je sechs Kolonistenhäuser gebaut. Ein Haus kostete 387 Taler, 7 Groschen und 10 Pfennige.

18. 1780 wurden durch einen Brand in der Stadt Gera 208 Zeugweber obdachlos. Friedrich Il. ergriff die Gelegenheit. die in der Mark noch wenig betriebene Zeugweberei einzuführen und sich damit des Geraer Absatzgebietes zu bemächtigen. Im Unterschied zu Tuehen bestanden wollene Zeuge aus feineren Gespinsten. Sie wurden auch nicht gewalkt, sondern gepreßt. Nach langen Überlegungen fiel die Wahl für den neuen Standort auf Luckenwalde. Man errichtete die 'Großen Fabrik ' (Haag) und stellte den Geraer Webern Webstühle zur Verfügung. Die Rohstoffversorgung und den Absatz der Fertigware übernahm der Verleger. Einige Weber blieben jedoch selbständig und schlossen sich im 'Weberverein' (Foto) zusammen.

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