Luckenwalde in alten Ansichten

Luckenwalde in alten Ansichten

Author
:   Roman Schmidt
Municipality
:   Luckenwalde
Province
:   Brandenburg
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5964-7
Pages
:   96
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Luckenwalde in alten Ansichten'

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29. Die erste Ausgabe vom 'Wochenblatt für Luckenwalde und Umgebung' konnten die Bürger unserer Stadt dank des Buchdruckers U. Kopf am 2. Juni 1850 in ihren Händen halten. Schon nach einem Jahr wurde die Druckerei und der Verlag von Gustav Gutdeutsch übernommen. Sein Sohn war es. der die auf der Aufnahme abgebildete Druckerei 1889 in der Wilhelmstraße erbauen ließ. Die Zeitung erschien zuerst einmal pro Woche, dann mehrmals wöchentlich und schließlich täglich. 1882 änderte sich der Titel in 'Luckenwalder Zeitung'. Ab 1. AprilI897 übernahm der Buchdruckereibesitzer Heinrich Ginnow die Leitung der Zeitung und führte das Berliner Zeitungsformat ein.

30. 1872 stellt der Fabrikant Albert Voigt die ersten Hüte in Luckenwalde her. Voigt verkaufte 1876 seine Fabrik und zog in die Bahnhofsstraße 13. wo er mit der Produktion von Maschinen für die Hut- und Tuchfabrikation begann. Der Hutfabrikant Carl Goldschmidt gründete sein Unternehmen 1875 in der Beelitzer Straße und fertigte als erster Wollhüte völlig industriell. 1878 wurde die Firma vergrößert und zog in die Wilhelmstraße 30/31 (Poststraße ). In der Wilhelmstraße 25 entstand 1876 eine weitere Huttabrik - Förster & Co. Bis 1882 waren die beiden die einzigen Hutfabrikanten im Ort. Das Foto zeigt die Schleifer von Förster & Co .. 1883.

31. Durch die schlechte Verdienstlage bei den Hutarbeitern der Luckenwalder Firma D. Cohn & Amendt kam es 1889 zum Streik. Die Forderungen nach Erhöhung der kargen Löhne, die die gerade gegründete Luckenwalder Filiale des Deutschen H utarbeiter- Verbandes an die Firmenbesitzer stellte, wurde abgelehnt und die Streikenden entlassen. Das führte zum Streik in den anderen Luckenwalder Hutfabriken dem sich über 800 Hutarbeiter anschlossen. Unterstützt wurden die Streikenden mit vielen Geld- und Sachspenden zum Teil sogar aus dem Ausland. Anfang März 1890 waren alle Reserven aufgebraucht und der Streik endere ohne Erfolg. Das Foto zeigt die Oberf1ächenbehandlung der Hüte bei Milberg & Schemel.

32. Am 9. September 1899 wurde das Alten- und Pflegeheirn 'Gebrüder Heinrich' eingeweiht. Die Fabrikbesitzer Ferdinand und Carl Wilhelm Heinrich setzten im Jahre ]895 die Stadt Luckenwalde zur Haupterbin ihres mehr als 1. Million. RM betragenden Verrnögens ein. Die Stifter bestimrnten, daß ein Hospital für invalide Fabrikarbeiter in der Lindenstraße einzurichtcn sei und daß aus den Zinsen des Nachlaßverrnögens das Hospital unterhalten werden solle. Durch den Währungsverfall (Intlation) ging der größte Teil des Stiftungsverrnögens verloren. Die Stiftung mußte nun mit öffentlichen Mitteln bezuschußt werden. Dadurch bekam der Magistrat freie Hand bei der Vergabe der Wohnungen.

33. Eine Innenaufnahme, des im englischen Tudorstil erbauten Gebrüder- Heinrich-Hospitals. Die berechtigten lnsassen, das waren zunächst die Arbeiter, die mindestens zehn Jahre zu Lebzeiten der Stifter in der 'Gebrüder-Heinrich-Fabrik' arbeiteten, hatten freie Wohnung, freie Heizung, freies Kochgas, freies Holz für die Waschküche, freie Badbenutzung, freie ärztliche Behandlung, freie Medikamente und freie Gattenbenutzung. Das Hospital war mit 14 Doppelwohnungen mit je zwei Zimmern, 39 Einzelwohnungen mit je einem Zirnmer, Zentralheizung, Gasglühlichtbeleuchtung, Badestuben, einer Kapelle, einem Beratungszimmer, einem Speisesaal und der Hauswartswohnung ausgestattet.

34. Ein Gruppenbild der Ziegelei von Kar! Miles in der Baruther Straße 2 aus dem Jahre 1897. Der Mann in der Mitte des Foto's (Kind an der Hand) war der Ziegelmachermeister F. Denkewitz. Es wurde Montag bis Sonnabend täglich im Akkord von 6-18 Uhr gearbeitet. Für die schwere Arbeit gab es einen Stundenlohn von 34 Pfennig. Aber nur dann, wenn die Tagesmenge geschafft werden konnte. Eine Verbesserung ihrer Lage erreichten die Ziegeleiarbeiter durch den ersten Streik 1900 nicht. Erst der Zusammenschluß im Berufsverband brachte einige Arbeitser!eichterungen und mehr Lohn.

35. Ein Foto der Bäckerei Carl Göllnitz in der Zinnaer Straße 54 von 1905. Im selben Jahr befanden sich in Luckenwalde außerdem die Bäckereien: 0. Andeß, A. August, H. Bochow, G. Böttcher, P. Braband. 0. Brandt, R. Ernrnerrnacher, J. Göthe, J. Goletz, C. Großmann, F. Haase, W. Haberland, K. Harnann, W. Hannemann, H. Deul, A. Schreiner. A. Schmidt, W. Richter, E. Lemm, H. Lernrn, R. Seehe, H. Behann, J. Lann, J. Lorenz, J. Mache, G. Meißner, F. Meißner, O. Neumann, K. Niendort, W. Nitschke, O. Piekert, P. Priem, 0. Reichmann, E. Richter, O. Rietdorf, R. Rietdorf, A. Robis, A. Schulze, K. Tietz, G. Unger, G. Wemel', F. Zenke und A. Zorn.

36. Anläßlich des Schulfestes schlängelte sich auf diesem Foto vom 10. August 1897 ein Zug von 4 000 Kindern und Lehrern durch die Baruther Straße zum Festplatz in den Rennebergen. Eingeführt wurde dieses beliebte Fest 1842. Es hatte die Aufgabe, das Band zwischen Schule und Haus, wie zwischen den einzelnen Gesellschaftsschichten fester zu knüpfen. So jedenfalls sahen es seine Begründer unter Federführung des Lehrers Wilhelm Steinert. Er war auch der Mitbegründer des Handwerkervereins (1846) und des ersten Luckenwalder Turnvereins (1862). Im Jahre 1911 ging die Tradition des örtlichen Schulfestes zu Ende.

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37. 'Ich habe nur ein Vaterland, und das heißt Deutschland ... Mein Glaubensbekenntnis ist Einheit.' Diese Worte stammen vom Freiherrn vom Stein (1757 -1831), der als mehrjähriger preußischer Minister durch seine 'Städtordnung' vom 19. Oktober 1808 auch unsere Stadt selbständig machte. Stein's Reformwerk richtete sich gegen die Vorrechte des Adels und die Bürokratie. Er trat für Volksbewaffnung und -erhebung gegen die französischen Eroberer unter Napoleon ein. Wegen seiner Kritik am preußischen Staat und wegen Verrates mußte er nach Rußland emigrieren. Er kehrte mit den russischen Truppen 1813 in seine Heirnat zurück. Die 1884 eingerichtete 3. Volksschule erhielt 1913 den Namen dieses Patrioten.

38. Zu diesern Abschlußfoto einer 1. Klasse der Yorckschule (Markt 11) nahmen die Schülerinnen vor dem Feuerwehrgebäude Aufstellung. Von einem der auf diesem Foto von 1908 abgebildeten Mädchen ist das Entlassungszeugnis noch vorhanden. Darin lesen wir: ' ... Hedwig Hannemann geb. am 4ten Oktober 1893 zu Luckenwalde Kreis Jüterbog-Luckenwalde, Tochter des Hutarbeiters Hannemann, ev. Konfession. besuchte die hiesige Volksschule seit 1900, war seit 1905 Schü1erin der 1. Klasse und wird heute nach vollendeter Schulpflicht mit nachstehenden Zensuren entlassen. Betragen: Sehr gut, Fleiß: Gut, Kenntnisse und Fertigkeiten 1. Religion: Gut, 2. Rechnen: Gut, 3. Dentsch: Gut, 4. Realien: Gut:

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