Luckenwalde in alten Ansichten

Luckenwalde in alten Ansichten

Author
:   Roman Schmidt
Municipality
:   Luckenwalde
Province
:   Brandenburg
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5964-7
Pages
:   96
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Luckenwalde in alten Ansichten'

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79. Ein Bliek ins Innere des 'Luckenwalder Heimatmuseums' zeigteindrucksvoll die Vielfalt der Sammlungsstücke die das Museum damals besaß. Am Ende des Zweiten Weltkrieges sah das schon ganz anders aus. Diebstahl und Plünderung beraubten uns vieler Schätze, die von unermeßlicher lokaler Bedeutung waren. Durch das Verantwortungsbewußtsein einiger LuckenwaJder Bürger konnte wenigstens ein kleiner Teil gerettet und in die benachbarten Museen Jüterbog und Treuenbrietzen gebracht werden. Heute befindet sich das Museum im Gebäude der Alten 'Yorckschule am Markt 11.

80. Dieses Haus gehörte 1919 dem Kaufmann Eduard Rave und wurde auf einem alten Brennofen errichtet. Im Adreßbuch von 1925 finden wir auch seine drei Söhne aufgeführt. Ziegeleien 1: Eduard Rave, Kaufrnann:

Adolf Rave, Maurerrneister: Caesar Rave, Architekt; Hans Rave, Maler. Adolf Rave gründete 1918 ein Bauunternehmen, dessen Arbeitsprogramm die Ausarbeitung von Projekten. deren Entwürfe und die Ausführung von Hoch- und Tiefbauten umfaßte. Folgende Neubauten Iührte die Firma aus: Gebrüder Niendorf, Pianofabrik; Schraubenfabrik R. Matzke: Metallwarenfabrik R. Kyburg; Hutfabriken Friedrich Steinberg, Herrmann & Co. (die Eisenkonstruktion); Mitteideutscbes Kabelwerk.

81. Carl Niendorf gründete 1896 eine Firma. die sich mit der Herstellung von Flügeln und Pianos beschäftigte. Der Betrieb vergrößerte sich schnell, so daß die Gründerfabrik in der Schützenstraße bald nicht mehr ausreichte. Nach der Beendigung des Ersten Weltkrieges siedelte die Fabrik auf das von der Stadt erschlossene Industriegebiet um und erwarb dort als erster 45 000 qm Land, die man bebaute, Durch einen Großbrand wurde im September 1921 die Fabrik fast vollständig zerstört. Die Aufnahme zeigt den Wiederaufbau des Betriebs an gleicher Stelle. Niendorf-Flügel wurden in viele Orte der Welt versandt und erfreuten sich großer Beliebtheit.

82. Die Firma Friedrich Steinberg (gegründet arn 15. Oktober 1844) und die Firma Herrmann & Co. (gegründet 1882) schlossen sich am 1. Januar 1921 zur Hutfabrik Friedrich Steinberg, Herrmann & Co. zusammen, um die Herstellung ihrer Erzeugnisse zu spezialisieren. Die neue Firma erwarb südlich der Stadt im Industriegebiet ein Grundstück mit einer Fläche von 4,7 ha. Der Entwurf zur neuen Hutfabrik stammt von Erich Mendelsohn, mit der Ausführung wurde die Firma Rave beauftragt. Das Foto zeigt das Richtfest der Hutfabrik. Es wurde am 22. Februar 1964 von Paul Haase, Gottower Straße 58, dern Heimatmuseum Luckenwalde geschenkt.

83.1925 wurde Erich Mendelsohn in seinem Büro in Berlin befragt: 'Was halten Sie bis jetzt für Ihren besten Bau?' 'Luckenwalde', sagte Mendelsohn, ohne zu überlegeu. Im Jahre 1919 hält Mendelsohn mehrere Vorträge über Architektur im Salon Molly Philippson und lernt bei einer Veranstaltung den Fabrikbesitzer Gustav Herrmann kennen. Für ihn entwarf er 1919/20 eine Wohnsiedlung am Upstallweg in Luckenwalde. Herrmann beauftragte Mendelsohn nun mit dem Entwurf zur neuen Hutfabrik in Luckenwalde. Die Hutf'abrik Steinberg, Herrmann & Co. wurde durch Veröffentlichungen rasch weithin bekannt und machte ihren Entwerfer schnell berühmt.

84. Der Fabrikant Wilhelm Fähndrich und seine Frau schenkten der Stadt Luckenwalde 1886-88 das am Ende der Schützenstraße gelegene Gelände, auf dem sich auch ein Gebäude beland. das zu einem Krankenhaus umgebaut wurde. Nach mehrmaligen Anbauten (1911, 1923, 1926/27) wurde eine Kapazität von 250 Betten erreicht. Es entstanden außerdem eine Kinderstation, die Säuglings- und Neugeborenenstation, die Wöchnerinnen- und Entbindungsabteilung, die Nervenabteilung, die Casinos für's Personal, das pathologische Institut. eine Kapelle und eine Waschküche. Das Krankenhaus zählte in den spaten zwanziger Jahren (Foto) zu den modernsten in Deutschland.

85. Dieses Haus in der Zinnaer Straße 37 wurde 1934 abgerissen. Das Adreßbuch der Stadt Luckenwalde von 1925 gibt als Eigentümer des Grundstücks die Stadtgemeinde an. Im Haus wohnten: Andreas Barnebeck (Arbeiter), Auguste Conrad (Arbeiterin), Auguste Dichte (Privatier). Otto Emrnerrnacher (Drechsler), Emilie Haseloff (Arbeiterin). Max Haseloff (Invalide), Frieda Keil (Arbeiterin), Oswald Kirschner (Kartoffelhändler), Marie Kloß (Arbeiterin), Helene Krüger (Arbeiterin), Marie Kuckuck (Rentenempfängerin), Auguste Schrnidt (Hutarbeiterin), Wilhelm Schöps (Arbeiter), Anna Schulze (Invalide) und Minna Voigt (Arbeiterin).

86. 'Das Wohnen zwischen den qualmenden Schloten der Fabriken und dem Lärrnen und Tosen der Maschinen ist nicht dazu angetan, dem Arbeitsmenschen die nötige Ruhe und Erhohlung zu gewähren. Ihn packt nach des Tages Mühen und Last die Sehnsucht nach dem stillen Heim auf freier Schelle,' Diese Worte stammen vom einstigen Luckenwalder Stadtbaudirektor Josef Bischof (1922). Zu Beginn der zwanziger Jahre hatten die Gedanken der Dessauer Bauhausbewegung auch in unserer Stadt einen guten Nährboden gefunden. Es entstanden die Siedlungen 'Auf dem Sande' (an der Treuenbrietzener Straße), Gottower Straße/ Upstallweg und 'Am Anger' (an der Jänickendorfer Straße). Letztgenanntere ist auf dem Foto abgebildet.

87. Am 22. Dezember 1928 wurde der Schlüssel zum Hallenbad von Siernens-Bau-Union Direktor EnzweiIer an Bürgermeister Lappe übergeben. Damit war die Stadt im Besitz einer hochmodernen Badeanstalt mit medizinischer Bäderabteilung und Einzelbädern. 'Die Kauernde' - das ist der Name der Plastik die sich vor der Badeanstalt befand. Der Zehlendorfer Bildhauer Hermann Nonnenmacher schuf sie und die Deutsche Kunstgemeinschaft aus Berlin sorgte dafür, daß sie in Luckenwalde aufgestellt wurde. Im Beisein von vielen Presseleuten wurde die Plastik am 9. September 1929 enthüllt. Die Nationalsozialisten rissen die als 'entartete Kunst' bezeichnete Plastik 1933 ab und vernichteten sie.

88. Die Kosten für den Bau des Kariedelbrunnens sollten durch Spenden der Luckenwalder Bürgerschaft gedeckt werden. Bis zum 18. Juni 1928 spenderen: F. Kallenbach; G. Traugott; Tannenbaurn, Pariser und Co.; Angestellte der Firma Tannenbaum, Pariser und Co.; P. Liebner, E. Hennig; M. Zieseke; Bürgerrneister Lappe: Stadtrat Jahn: Verwaltungsdirektor Händler: R. Kobisch; Wirtegenossenschaft; P. Ludwig; W. Weckmüller; P. Schumacher; W. Stand; B. Möllmer: A. Runge; Milchverwertungsgenosscnschaft; H. Rübener; Volkswacht G.m.b.R.; S. Cohn; H. Bock; F. Maaß; W. Pieper: Carl Goldschmidt; H. Koebe; H. Henschel und Hugo Wurll & Co.

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