Mölln in alten Ansichten Band 1

Mölln in alten Ansichten Band 1

Author
:   Alfred Flögel
Municipality
:   Mölln
Province
:   Schleswig-Holstein
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3484-2
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Mölln in alten Ansichten Band 1'

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Bahnhof

29. Auf dieser Postkarte, abgestempelt am 13. Januar 1901, läuft gerade der Personenzug aus Lübeck, mächtig aus dem hohen Schornstein Dampf ausstoßend, auf Gleis zwei ein, Beamte der Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschaft in dunkelblauer Uniform mit zahlreichen blitzenden Messingknöpfen versehen, überwachen das Aus- und Einsreigen der Reisenden. Neben dieser Hauptstrecke verkehrte noch der 'Hein Hollenbek' sechszig Jahre hindurch ununterbrochen. Viele Möllner erinnern sich noch an seine allerletzte Fahrt am 3. Oktober 1959.

30. Der mächtige Bau der Bundeswehr-Verwaltungs-Schule wurde in den Jahren 1913 bis 1915 als Unteroffiziersvorschule gebaut. Dieser anfänglichen Bestimmung ist sie aber nur eine ganz kurze Zeit hindurch nachgekommen. Am 30. Juni 1917 rückten die ersten Unteroffiziersvorschüler von Jena her mit ihrem Kommandeur, Major Fertsch, in Mölln ein. Vom Bahnhof aus ging der Marsch durch die Bahnhofstraße zur UV-Schule in die Hindenburgstraße. Dort hatte sich inzwischen der ganze Magistrat in feierlichem Anzug mit Zylinder zur Begrüßung eingefunden, während hier am Bahnhof bereits Möllns Jugend die Neuankömmlinge bestaunt.

31. Vielseitig war die Nutzung dieses Hauses. Gebaut wurde es als Hotel zum Heidberg. 1907 kaufte es die Stadt mit Hilfe einer Stiftung des früheren Senators Höltich und richtete dort ein Militär-Genesungsheim für das IX. Armeekorps ein. Im ersten Weltkrieg war es Lazarett, und ab 1918 diente es dann für einige Jahre als LandesPflegeheim.

Immer wieder neue Aufgaben wurden in diesem Hause erfüllt. Nachdem das Landes-Pflegeheim nach Berkenthin verlegt worden war, wurde es Jugendherberge. Doch 1936 wurde eine neue gebaut und dieses Gebäude hieß fortan 'Kreisschule'. Später erfolgte ein völliger Umbau. Aus dem Putzbau wurde ein roter Backsteinbau, ein Saal kam hinzu. Hier war die Kreisleitung. Zuletzt kam noch ein ganzer Schulbau hinzu und heute steht in großen Lettern an der Front dieses ursprünglichen Baues in der Schmilauer Straße 'Haus der Landwirtschaft'.

MOlin i. Lbg. Jugendherberge

32. Anläßlich der Hundertjahrfeier 1913 fand unter Beteiligung der ganzen Bevölkerung ein großes Fest mit Umzug statt. Drei Tage lang, vom 27. bis 29. Juli und dann noch einmal am 3. August, waren Veranstaltungen. In den historischen Uniformen der Hanseatischen Legion, der Schill'schen Offiziere, der Lützow'schen Jäger und natürlich der Bürger jener Zeit nahmen die Mitwirkenden gern Aufstellung für ein Gruppenbild. Darauf setzte sich der Zug in Richtung Hohes Holz in Bewegung, wo nach einem Festspiel vom damaligen Möllner Bürgermeister Friedrich Oetken ein Denkmal für die 1813 an dieser Stelle Gefallenen zum Gedächtnis enthüllt wurde.

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33. Weil die bisherige Badeanstalt auf den Dämmen nicht mehr ausreichte, wurde 1913 eine neue am Schulsee errichtet. Luisenbad wurde sie benannt, weil gerade zur hundertjährigen Wiederkehr der Befreiungskriege ein Erinnerungsfest gefeiert wurde. Dabei wurde der Königin Luise in besonderem Maße gedacht. Das neue Luisenbad war eine moderne, ansprechende Anlage geworden. Vom Kassenhaus aus verliefen nach beiden Seiten hin Zeilen mit Umkleidekabinen. Mitten durch das Bad kam eine hohe Trennwand, um der Schicklichkeit wegen Männer und Frauen beim Bade getrennt zu halten.

34. Der letzte Möllner Stecknitzschiffer war Nicolaus Stallbaum. Bevor der StecknitzKanal in den Jahren von 1896 bis 1900 zum Elb-Trave-Kanal ausgebaut wurde, konnten nur solche Kähne ihn befahren. Auf dem Bild, es ist etwa 1914 entstanden, hat Stallbaum seinen Kahn am Ladeplatz an der Wassertorbrücke festgemacht, bei den jetzigen Anlagen an der Ratzeburger Straße, und belädt ihn per Schiebkarre mit Brennholz. Die Umgestaltung dieses Ladeplatzes zu Parkanlagen erfolgte 1933 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

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Partie am S.adtsee

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35. Eine paradiesische Ecke am Stadtsee neben dem kleinen Verbindungskanal. Bunte Seerosen bedeeken das Wasser, ein breiter Schilfgürtel verbirgt die Gärten dahinter. Nur eine alte Gartenlaube lugt zwischen alten Obstbäumen hervor, erreichbar vom Wasser aus mit Ruderbooten. Nicht wiederzuerkennen ist diese Stelle heute. Wohl ist alles geordneter geworden, doch Paradies heißt dieser Stadtsee-Winkel immer noch, hier sitzen jetzt die Gäste bei Kaffee und Kuchen im Restaurant 'Paradies am See'.

36. Die Freibade-Anstalt am Ziegelsee unterhalb der Jugendherberge war bei der Möllner Bevölkerung sehr beliebt. Auf dem Rasen unter großen, Schatten spendenden Bäumen lagerten ganze Familien. Eine geräumige strohgedeckte Hütte schützte vor Überraschungen bei schlechtem Wetter. Ein Holzzaun, quer zum Ufer, trennte die Nichtschwimmer vom tieferen Wasser. Bis dahin reichte auch der Lange Steg am Schilfrand. Er diente gleichzeitig zum Anbinden der Ruderboote, da viele Badelustige übers Wasser zum Freibad kamen.

37. Der letzte Brennofen der Stadtziegelei wurde 1910 abgebrochen. Lehmrnangel hatte das Ziegeln schon seit geraumer Zeit unrentierlich werden lassen. Dies veranlaßte den letzten echten Ziegler, den Pächter Tiedemann, am 18. Mai 1898 an die Stadt Mölln einen Antrag auf Schankkonzession zu stellen. Weil diesem Antrag stattgegeben wurde, ist uns der Name 'Ziegelei' für die Land- und Gastwirtschaft am Ende des Pirschbachtales bis heute hin erhalten geblieben.

38. So sah einmal die Hahnenburg aus. Draußen vor der Stadt gelegen, diente sie Jahrhunderte hindurch als bedeutende Zollstation und als Schleusenhaus. Jeder Reisende, der den Stecknitz-Kanal überqueren wollte, mußte hier die Brücke passieren. Ihr heutiges Aussehen bekam das Hahnenburg-Haus, seit 1908 Sitz der Sanitär- und Eisenhandlung Murjahn, im Jahre 1912.

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