Nörvenich in alten Ansichten

Nörvenich in alten Ansichten

Author
:   Margret Zens
Municipality
:   Nörvenich
Province
:   Nordrhein-Westfalen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4879-5
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Nörvenich in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der Zentralort Nörvenich hat der circa 65 km2 großen Flächengemeinde den Namen gegeben. In den vierzehn reizvollen und unterschiedlich großen Ortschaften sind heute ungefähr 9 000 Menschen beheimatet.

Aber nicht erst in heutiger Zeit, sondern schon seit vielen Jahrhunderten bedeutet das Nörvenicher Gebiet Heimat für seine Bewohner. Prähistorische, keltische, germanische und römische Funde zeugen von früher, intensiver Besiedlung des mittleren Neffeltales.' Aus fränkischer Zeit sind noch zahlreiche Hofanlagen in den einzelnen Dörfern zu finden.

Vonjeher bot der Nörvenicher Raum von Natur die 'elementarsten Lebensbedingungen wie Wasser, Wald, Wiesen und fruehtbare(n) Ackerboden'v' Auch heute ist dieses Fleckchen Erde ein natürlicher Garant für Sicherheit und Geborgenheit, in der Fürsorge und Zuneigung sich entwickeln können. Viele Familien leben schon seit Generationen inmitten der reichen Bördenlandschaft, deren typische Form geprägt wird von fruchtbaren Böden mit anspruchsvollen Pflanzen wie Weizen und Zukkerrüben.! Von jeder Ortschaft kann der Betrachter die Weite der Kölner Bucht genießen, die in der Ferne begrenzt wird von Nordeifel, Siebengebirge und Ville. Hier im Schnittpunkt der Neffelbach- und Erftscholle kann man nicht nur ausgedehnte Radtouren und erholsame Wanderungen unternehmen, sondern Gedanken in Ruhe zu Ende denken und Eindrücke ungestört wirken lassen, um beides kreativ zu verarbeiten - wie

Künstler aus Vergangenheit und Gegenwart unter Beweis stellen. An diesen 'unbegrenzten' ländlichen Raum kann man sein Herz verlieren. Selbst Fremde, die nur vorübergehend in Nörvenich gewohnt haben - wie Soldaten des Natoflughafens Nörvenich und deren Angehörige - zeigen eine nachhaltige Bindung an diesen friedlichen Landstrich.

Alte gepflegte Gehöfte und saubere Dörfer mit stolzen Kirchen oder Kapellen und einigen schönen Fachwerkhäusern prägen den ländlichen Charakter und bilden mit den im Flachland gelegenen schachbrettartigen Feldern eine harmonische Einheit. Allerdings wird der Nörvenicher Raum ökonomisch nicht mehr nur durch die Landwirtschaft bestimmt.

Der Name Nörvenich wird urkundlich erstmalig im Jahre 1081 erwähnt." Seit dem 11. Jahrhundert treten die Grafen von Nörvenich auf, deren Burg - heute als Alte Burg bezeichnet - nördlich von Nörvenich in ihren überresten noch zu sehen ist. Seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gibt es das Amt Nörvenich, dem Amtmänner und Vögte vorstanden. Zu den Orten des Amtes Nörvenich gehörten laut Gerichtsverzeichnissen von 1549 und 15541555 unter anderem die Ortschaften, die heute Ortsteile der Großgemeinde sind, nämlich Binsfeld, Dorweiler, Eggersheim, Eschweiler über Feld, Frauwüllesheim, Hochkirchen, Irresheim, Nörvenich, Oberbolheim, Pingsheim, Poll, Rath, Rommelsheim und Wissersheim.

Aus diesen Orten werden fotografische Erinnerungen von der

Jahrhundertwende bis 1930 gezeigt. Das vorliegende Bändchen ist weder ein Geschichtsbuch noch eine Dokumentation historischer Monumente, sondern eine Sammlung alter Fotografien, die an sich ein kostbares visuelles Material darstellen und darüberhinaus Informationen über Gesellschaft und Lebensbedingungen jener Tage liefern, in denen Gas, Elektrizität und fließendes Wasser noch eine Besonderheit waren. Einige Fotos sind interessante Belege für die Entwicklung von Straßenzügen. Auch über die damalige Mode erhalten wir detaillierte Auskünfte. Auffallend sind die langen Röcke und Stehkragen, die Kniehosen und Schnürstiefel.

Gleichzeitig geben einige alte Aufnahmen einen Einblick in die Landschaft. Dem Betrachter entfaltet sich die unaufdringliche, harmonische Schönheit des Flachlandes. Strenge Pappelreihen durchziehen diese Landschaft und bilden eine Art Verbindung zwischen den einzelnen Dörfern, die fast alle eine bedeutsame Geschichte aufweisen.

Hochkirchen, Eschweiler über Feld und Frauwüllesheim werden schon ab dem 9.,10. und 11. Jahrhundert erwähnt." Wissersheim feierte 1985 sein 1150-jähriges Bestehen. Wissenschaftler und Heimatforscher haben längst die geschichtliche Bedeutung unseres Heimatraums dokumentiert. Die jüngste sozio-kulturelle 'Geschichte' ist auf den hier vorliegenden Fotografien festgehalten: vieles ist seit Großvaters Zeiten anders geworden, und manches wird man heute vergeblich suchen.

Nörvenich, im Oktober 1989

Margret Zens

Quellennachweis

1. Matthias Mausbach, Die Geschichte Norvenichs, Heirnatund Geschichtsverein Nörvenich. Nörvenich 1975, S. 3.

2. wie 1, S. 5.

3. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NordrheinWestfalen - Kreis Düren - Düsseldorf 1986, S. 16.

4. Heinrich Heesel, Die Grafen von Nörvenich, Saffenberg und Molbach. Nörvenich 1986, S. 90.

5. Rheinische Weistümer. Vierte Abteilung. Die Weistümer des Herzogtums Iûlich. Erster Band bearbeitet von Hans J. Domsta. Düsseldorf 1983, S. 89.

6. wie 5, S. 89, S. 124, S. 126.

7. wie 1, S. 6.

8. wie 1, S. 94.

9. wie 1, S. 96.

10. Denkmäler der Rheinprovinz des Kreises Düren von vor

1910, S. 11.

11. Das Dûren-Jûlicher Land Bd. Il, Hg. Kreis Düren, S. 31.

12. Das Dûren-Jûlicher Land Bd. I, Hg. Kreis Düren, S. 39.

13. Schulchronik Rath.

14. Schulchronik Wissersheim.

15. Heinz J. Vieth, 1150Jahre Wissersheim. Nörvenich 1986, S.

84.

16. Schulchronik Wissersheim.

17. Schulchronik Wissersheim.

18. Schulchronik Rath.

19. wie 1, S. 223.

20. wie 15, S. 128.

1. Das Bildmotiv zeigt Schloß Nörvenich von Nordosten im Jahre 1904. Hier im Bereich des Schlosses, früher Burg Gyrnnich genannt, ist der Ursprung des alten Nörvenich zu suchen.? Als Festung zur Selbstbehauptung errichtet, war sie zugleich Zufluchtsort in schweren Zeiten für die Bevölkerung des gesamten Nörvenicher Siedlungsraums." Bei der Schlacht im Hürtgenwald im Herbst 1944 erhielt die Burg noch einmal eine wichtige Funktion. Sie wurde zum Lazarett für verwundete Soldaten und zum Schutzgebäude für die Bevölkerung." Heute ist Schloß Nörvenich ein kulturelles Zentrum und Sitz des NRW -Kunstkreises.

2. Die Fotografie aus dem Jahre 1915 zeigt die Harffsche Burg in Nörvenich. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Ziegelbau von 1565 aufhohem Untergeschoß, mit Satteldach zwischen Staffelgiebeln, schwerem Rundturm an der Nordostecke und Treppentürmchen an der Südseite. Das mit schwerern Hausteinbrand abschließende Sockelgeschoß hat kleine rechteckige Öffnungen in Hausteinfassung. Die beiden Hauptgeschosse, durch ein kräftiges Profil getrennt, haben durchweg ~roße, in halber Höhe geteilte Kreuzsprossenfenster. 0

3. Die Postkarte zeigt eine alte Aufnahme von Haus Hardt, der Peillschen Villa, die heute nicht mehr existiert. An ihrer Stelle stehen jetzt die Kasernen des Fliegerhorstes Nörvenich, und in ihrem Park geht es militärisch-international zu. Jeden Morgen bringen Busse amerikanische Schulkinder aus der Umgebung in die ebenfalls dort errichtete amerikanische Schule. Viele Menschen aus der Großgemeinde Nörvenich haben auf 'Haus Hardt' einen sicheren Arbeitsplatz gefunden.

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4. Die Ansichtskarte 'Gruß aus Binsfeld' mit Grotte, einer Straßenansicht und Burg Binsfeld wurde um 1930 aufgenommen. Burg Binsfeld, 1533 durch Werner von Binsfeld auf älteren Fundamenten neu errichtet, zählt zu den bemerkenswertesten Profanbauten des Rheinlandes. Die Hoffront ist nach italienischem Vorbild als zweigeschossige Loggia in reicher spätgotischer Maßwerkverzierung gestaltet.!'

5. Vor uns liegt ein altes Foto der 'Grotte unserer lieben Frau von Lourdes' aus Binsfeld. Die Grotte wurde errichtet von J. Krämer, Grottenbaugeschäft, Godesberg am Rhein. Heute wirkt die Grotte anders, weil sie von Bäumen und Sträuchern umrahmt ist.

Burg Bubenheim

6. Die Postkarte vom Hotel-Restaurant Wilhelm Muhren, Bubenheim, ist von 1918. Sie ist gerichtet an 'Monsieur Manesse, Chef de District...', und der unbekannte Absender fragt: 'Avez-vous des nouvelles de l'examen?' Die Karte wurde vom jetzigen Besitzer für teures Geld auf einem Antiquitätenmarkt erstanden. Burg Bubenheim ist ein spätgotischer Bau des 15. und 16. Jahrhunderts mit Anbauten des 19. und 20. Jahrhunderts. Die nicht mehr bewohnte Burg ist von einem ungewöhnlich großen Wirtschaftshof umgeben.F

7. Die Sankt-Antonius-Kirche in Alt-Oberbolheim präsentiert sich inmitten einer Winterlandschaft. Alt-Oberbolheim wurde 1968/69 wegen Belästigungen durch der nahegelegenen Nato-Flugplatz umgesiedelt. Die Wohnhäuser sind inzwischen fast alle abgebrochen. Kirche und Friedhof sind erhalten und werden von Familie Paeffgen, Hochkirchen (vormals Oberbolheim) , betreut.

8. Die Fotografie gewährt uns einen Bliek in die Sankt-Antonius-Kirche von Alt-Oberbolheim. Die Kirche steht verwaist im alten Ort und erinnert uns an die frühere Dorf- und Kirchengemeinde. Um die alte und wertvolle Inneneinrichtung zu schützen, haben die Verantwortlichen entsprechende Vorsorge getroffen. So wurden zum Beispiel die Kirchenbänke in die Wenauer Kirche gebracht.

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