Nörvenich in alten Ansichten

Nörvenich in alten Ansichten

Author
:   Margret Zens
Municipality
:   Nörvenich
Province
:   Nordrhein-Westfalen
Country
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4879-5
Pages
:   80
Price
:   EUR 16.95 Including VAT *

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Fragments from the book 'Nörvenich in alten Ansichten'

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29. So viele Pferde gab es auf dem ehemaligen Groß-Antonitterhof in Oberbolheim! Das für den heutigen Betrachter ungewöhnliche Bild ist von 1920. Zum Gutshof Paeffgen gehörte übrigens die höchste Scheune in Nordrhein-Westfalen. Wegen der Umsiedlung Oberbolheims - bedingt durch Belästigungen vorn nahegelegenen Nato-Flughafen - in den Jahren 1967 bis 1969 mußte der Hof abgebaggert werden. Zu diesem Zeitpunkt waren die schweren 'Belgier' längst durch Traktoren mit hoher PS-Zahl ersetzt worden.

30. Wiese und Rückansicht des Bauernhofes und Sägewerks von Josef Ohrern, Neffeltalstraße 23, in Hochkirchen um 1925. An derselben Stelle betreibt heute die Familie Hans-Josef Ohrem ihre Landwirtschaft. Die Wirtschaftsgebäude sind zum Teil nicht mehr vorhanden. Auf dem Foto sind von links nach rechts zu sehen: ein Irresheimer Verwandter, der Hochkirchener Jakob Tappert, der für den Stall verantwortlich war, die Onkel Christian und Johann, Oma Wilhelmine geborene Baum, und Tante Klara. Die Personen auf der zum Transport von Baumstämmen dienenden 'Krakarre' sind wahrscheinlich Schreiner oder Stellmacher, die Holz benötigten. Daneben der Besitzer Josef Ohrern, dann sitzend Opa Gottfried und Tante Margarethe. Die beiden Kinder sind unbekannt.

31. Johann Funk und Hubert Loek aus Poll bei der Arbeit mit dem dreispännig gezogenen Selbstbinder. Die ersten Binder waren USA-Entwicklungen. Hubert Loek unterstützt mit der langen Stange die Arbeit der Flügel, indem er die 'Läschvrösch' - das heißt das Getreide, das durch Witterungseinflüsse am Boden liegt - anhebt. (Heute sät der Bauer nur kurzhalmiges Getreide.) Im Hintergrund sehen wir die zum Trocknen aufgestellten Garben.

32. Das Getreide wurde zur damaligen Zeit mit dem Selbstbinder gemäht. Bevor dies geschah, wurde meist von zwei Mähern eine Schneise gemäht, um Platz für Pferde und Selbstbinder zu schaffen. Wie wir auf dem Bild sehen, trägt Maria Funk Garben, die von Hand gebunden sind, während Gertrud Funk vom Binder gebundene Garben aufstellt. Die Garben werden zum Trocknen aufgerichtet. Interessant ist die Kopfbedeckung. Mit Hilfe einer Zeitung 'baute' man sich mit dem Kopftuch einen schirmförmigen Sonnenschutz. Im Hintergrund sieht man eine Feldscheune, in der ein Abteil (Verbong) halb gefüllt ist mit eingefahrenen Garben. Wer keine Feldscheune hatte, brachte die Ernte so ein, wie im Hintergrund links gezeigt wird.

33. Die Arbeit ist getan. Um das Getreide vor Regen zu schützen, ist die Strohmiete abgedeckt worden. Die Leiter muß noch weggeschafft werden, und dann kann man in Ruhe auf die Dreschmaschine warten. Sieben fleißige Menschen genießen nun mit entspannten Gesichtern den Nachmittagskaffee. Es sind Gertrud Funk in der Mirte, links von ihr Maria Funk, weiter links Anna Funk und am linken Bildrand Johann Funk. Rechts sitzt Hubert oder Johann Loek, Die zwei jungen Mädchen sind unbekannt. Lange Röcke, Strümpfe und Kopftücher sind ein guter Schutz gegen Stroh und Insekten. Die Männer tragen Kappen und Westen bei der Feldarbeit. Meist wurde von größeren Kindern der 'Kaffee' ins Feld gebracht.

34. Im Bild sehen wir eine noch komplett erhaltene Feldscheune, wie sie früher überall im Nörvenicher Gebiet anzutreffen war. Sie diente dazu, die Ernte aufzubewahren, die in den Wintermonaten - wenn der Bauer wenig Feldarbeit zu verrichten hatte - gedroschen wurde. Ebenso bot die Feldscheune Unterbringungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Geräte und Stroh. Einige Feldscheunen sind zu Hallen umgebautworden.

35. Das Einfahren des Getreides ist beendet. Die Mieten sind mit Roggenstroh gegen eventuellen Regen geschützt. Nun wartet man auf die Dreschmaschine. Gertrud Funk und andere - stolz auf dem Leiterwagen stehend - fahren zurück ins Dorf. Christian Kuß - reitend - führt die Pferde. Im Vordergrund sehen wir den alten Herrn, Josef Funk, der vielleicht eine fachmännische Inspektion durchgeführt hat. Gegenstände und Situation in der Fotografie sind museumsreif.

36. Die Fotografie ist zwischen 1925 und 1929 entstanden und zeigt Josef ührem aus Hochkirchen links am Lokomobil, der Antriebsmaschine für Dreschmaschinen. Am Hinterrad ist die Handwinde zu erkennen, mit der das Rad blockiert wurde, damit die schwere Maschine sich nicht selbständig machen konnte. Je nach Boden- und Wetterverhältnissen mußte sie 2-, 4-, 6- oder sogar 8-spännig von einem Bauern zum anderen transportiert werden. Auch 'de Wann' ist gut sichtbar. Sie wurde mit Abfall gefüllt und 'vor dem Bauch geschlagen', um noch die letzten Körner aus der Spreu zu gewinnen. In der dreschfreien Zeit war die Maschine Kraftspender im Sägewerk bei Gyppenbusch. Im Vordergrund liegen die 'Klütten' - gepreßte Braunkohle in Großformat -, mit denen die Maschine gespeist wurde.

37. Bei Gyppenbusch betrieb Josef Ohrem eine Sägerei, die später auf seinen Bauernhof nach Hochkirehen verlegt wurde. 'Lohndresch' und Holzsägen verbesserten das Einkommen des Landwirtes. Während beim 'Lohndresch' fremde Leute eingesetzt werden mußten, erledigte die Familie Ohrern mit eigenen Kräften die Arbeiten in der Sägerei. Sehr schön wirkt der alte Baum im Bild, der wie ein schützendes Dach Äste und Zweige, Blätter und Blüten ausgebreitet hat.

38. Erntezeit auf dem Hof Püllen in Eschweiler über Feld. Es wird vom stehenden Wagen gedroschen, das heißt: ein Wagen ist im Feld zum Beladen, ein weiterer beladener Wagen ist unterwegs zur Dreschmaschine und ein dritter Wagen steht zum Abladen an der Maschine bereit. Auf dem Kasten der Dreschmaschine sehen wir den 'Fütterer' mit zwei Frauen. Diese wechseln sich beim Aufschneiden der Garben ab, damit der 'Fütterer' das Getreide ohne Aufenthalt langsam über den Arm in die Trommel rollen lassen kann, Das Korn wird zum Speicher gefahren. Der Hafer ist für die Pferde bestimmt. Das Brotgetreide wird zur Mühle transportiert oder von Müller-Knechten abgeholt. Entsprechend einer Abmachung rechnet der Bauer seinen Brotverbrauch mit dem 'Brotbüchlein' beim Bäcker ab.

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